Schlieren
Urdorf bremst Schlieremer Suche nach mehr Pflegeplätzen

Der Urdorfer Gemeinderat beabsichtigt, aus dem Zweckverband Spital Limmattal auszusteigen. Das beeinträchtigt auch die Planung der Pflegebetten in Schlieren.

Florian Niedermann
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Für das Pflegewesen der Stadt würde sich durch die Auslagerung der Pflegebetten ins Spital ein grosser Vorteil ergeben (Symbolbild)

Für das Pflegewesen der Stadt würde sich durch die Auslagerung der Pflegebetten ins Spital ein grosser Vorteil ergeben (Symbolbild)

Vor kurzem fragte die Stadt Schlieren beim Spital Limmattal nach, ob es möglich wäre, beim Neubau des Pflegezentrums im «Limmi» ihr Kontingent an Pflegebetten um rund 40 Plätze aufzustocken. Im Verlauf des Sommerhalbjahres wollte der Verwaltungsrat des Spitals eine Strategie für das Pflegezentrum festlegen.

Nun plant der Urdorfer Gemeinderat aber, aus dem Zweckverband des Spitals Limmattal auszusteigen. Der Schlieremer Sozialvorstand Robert Welti (EVP) befürchtet, dass sich dadurch die Planung des Pflegezentrums verzögern könnte. «Auch wenn der Pflegebereich des Spitals sehr eigenständig ist, so liegen die Prioritäten derzeit so, dass die offenen Fragen im Zusammenhang mit der akuten Abteilung erst geklärt werden müssen», erklärt Welti. Dadurch verzögere sich auch die Planung einer möglichen Zusammenarbeit der Stadt mit dem Pflegezentrum des «Limmis».

Nicht zwei nebeneinander

Für das Pflegewesen der Stadt würde sich durch die Auslagerung der Pflegebetten ins Spital ein grosser Vorteil ergeben: Schlieren müsste dann für das Sandbühl keinen Ersatzbau erstellen. «Die Auslagerung dieser Betten käme uns sehr entgegen. Es macht auch wenig Sinn, zwei neue Gebäude mit gleicher Funktion im Abstand von nur rund 300 Metern nebeneinander zu bauen», sagt Welti.

Da das Alters- und Pflegeheim Sandbühl fast vierzig Jahre alt, ausgelastet und sanierungsbedürftig ist, soll es durch einen Neubau ersetzt werden. Vor fast zehn Jahren habe die Stadt Renovationspläne erstellen lassen, die erwiesen, dass sich eine Sanierung des Alterszentrums Sandbühl nicht lohnen würde, wie Welti erklärt: «Selbst mit einem Investitionsvolumen von 20 Millionen Franken hätten wir bei einer Renovation keine Lösung, die dem zeitgemässen Standard entspricht.» Ein weiteres Problem sei, dass ein Gebäude wie das Sandbühl nicht unter Betrieb in diesem Ausmass saniert werden könnte, erklärt Welti: «Wir müssten ein Provisorium erstellen, um die Einwohner während des Umbaus darin unterbringen zu können.»Fakt ist, dass Schlieren mehr Pflegeplätze für seine Betagten benötigt. Bis 2025 müssen mindestens zehn weitere Betten geschaffen werden. In naher Zukunft wird deshalb das Kontingent an Pflegeplätzen an verschiedenen Standorten in Schlieren erhöht.

Nachfrage ab nächstem Juli gedeckt

Im Juli 2013 kann eine Pflegewohnung in der neuen Siedlung an der Bachstrasse bezogen werden. Eine weitere Pflegewohnung ist im Mühleacker 19 vorgesehen, allerdings muss dieses Vorhaben erst noch durch das Stadtparlament genehmigt werden. «Alles in allem können wir die Nachfrage ab nächstem Juli gut abdecken», sagt Welti. In den nächsten 13 Jahren würden allerdings weitere Plätze nötig, welche man sich noch immer im Pflegezentrum des Spitals erhoffe.