Dietikon

Urchige Klänge aus dem Appenzell ertönten im Stadthaus

Das Quartett Waschächt aus dem Appenzell liess den Regen vergessen und sorgte für Stimmung.

Das Quartett Waschächt aus dem Appenzell liess den Regen vergessen und sorgte für Stimmung.

Das Quartett Waschächt aus dem Appenzell verwandelte am Freitagabend das Foyer vom Dietiker Stadthaus in eine gemütliche Volksmusik-Stube. Dank dem regnerischen Wetter war das Volksmusik-Fest gut besucht.

Es hätte ein kleines Volksmusik-Fest unter freiem Himmel werden können, doch der schon die ganze Woche anhaltende Regen machte diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. «Andererseits wären sonst wohl nicht so viele Leute gekommen», meint Ernst Berweger, der in der Kulturkommission Dietikon für die Organisation von Volksmusik-Konzerten zuständig ist. «Bei schönem Wetter würden wohl alle zu Hause im eigenen Garten grillieren.» Tatsächlich haben sich an den Festbänken im Foyer des Stadthauses bereits zahlreiche Volksmusik-Freunde zusammengefunden und warten auf den Auftritt der Gruppe Waschächt.

Der Name des Quartetts, das vom umtriebigen Appenzeller Schwyzerörgeler, Jodler, Dirigenten und Komponisten Frowin Neff angeführt wird, soll Programm sein: Waschechte Volksmusik aus der Schweiz und dem nahen Ausland wird klassisch und auf hohem Niveau vorgetragen. Neff, der zweite Örgeler Remo Gwerder, der Bassist Carlo Gwerder und der Pianist Ueli Stump gehören zu den Meistern ihrer Zunft – einige von ihnen geben auch Musikunterricht – und sind alle in zahlreichen Formationen aktiv. Es dauert nicht lange, bis die vier Musiker das Foyer mit einer folkloristischen Stimmung erfüllt haben.

Selbstverständlich ist das nicht, zumal der moderne, kühle Bau des Stadthauses nicht gerade die Gemütlichkeit einer Appenzeller Dorfkneipe verströmt. Doch der Anlass ist nicht wie ein normales Konzert konzipiert, eher wie ein kleines Fest: Der 11er Club Dietikon betreibt eine geschäftige Festwirtschaft und vor der Bühne ist genug Platz, das Tanzbein zu schwingen.

Diese Möglichkeit wird von einigen der teilweise doch nicht mehr ganz so jungen, aber dafür nicht weniger rüstigen Besucher schon nach wenigen Stücken rege genutzt. In Paaren drehen sie sich zu den lupfigen Bassläufen über die Tanzfläche. Zwischendurch begleitet das Publikum die Band mit Rufen.

Waschächt interpretieren auch zahlreiche Stücke mit mehrstimmigem Gesang. «Die haben in letzter Zeit alle Gesangsunterricht genommen», erzählt Ernst Berweger von der Kulturkommission. Berweger ist froh, dass er diese starke Formation nach Dietikon holen konnte, wie er in seiner Begrüssung sagt. Auch den Musikern scheint der Abend grosses Vergnügen zu bereiten – allen voran Frowin Neff.

Neff ist ganz Profi, wenn es darum geht, das Publikum gut gelaunt durch einen Konzertabend zu begleiten. In wunderbarem Appenzeller-Dialekt erzählt er Witze, die die Rückständigkeit der Bergler auf die Schippe nehmen, oder er leitet das nächste Stück mit einer kleinen Geschichte ein. Neff geniesst es auch, sich in der urbanen Umgebung als Fremdkörper darzustellen, findet aber nur gute Worte über Zürich, das von Appenzell einfach «so weit weg» liege.

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