Bereits der erste Posten auf dem Parcours «Urdorf und seine Landwirte» erfordert vollen Einsatz. Es gilt, zwei Scheiben Holz zu sägen. Séverine und Xenia verfolgen kritisch die Anstrengungen ihrer Eltern. Mit dem Resultat sind sie zufrieden. Keine drei Minuten haben diese für die Aufgabe benötigt. Während hier Muskeln gefragt sind, punkten beim Memory mit Bildern von Kühen, Hühnern und Bäumen auch die Kinder. Blitzschnelle Reaktion wiederum ist nötig, um mit dem Hammer eine Erbse zu treffen, bevor sie auf den Boden fällt. Der Umfang eines Riesenkürbisses ist zu schätzen oder die Anzahl Äpfel, die es braucht, bis 7,6 Kilos im Harass liegen. Der Parcours führt durch die Quartiere der Gemeinde, über Wiesen und Felder, vorbei an Kuhweiden und Familiengärten und erfordert Wissen, Fingerfertigkeit und eine gute Portion Glück.

Beim Ortsmuseum sind knifflige Fragen zu beantworten. Eifrig beugen sich die Köpfe über den Fragebogen. Ist das jetzt ein Heutragseil oder eine Vorrichtung für Hinrichtungen? Ein Wagenheber oder eine Runkelsähmaschine? Das Drahtgestell ist für Pascal ganz klar ein Kartoffelkorb und kein Maulkorb für Kälber. «Diese haben ein grösseres Maul», erklärt der Junge mit Kennermiene. Dumm nur, war der Korb früher tatsächlich für Kälber gedacht. Dass der Säckelmeister von Urdorf 1775 wohl nicht Josip Vujovic, sondern eher Frey oder Meyer hiess, dürfte hingegen klar sein.

Eine Treichel für die Gewinner

Für die Organisatoren ist der diesjährige Anlass ein Testlauf. «Wir wollen ohne allzu grosses finanzielles Risiko ausprobieren, ob unsere Idee ankommt», sagt OK-Präsident Hans Wicki. Im Vordergrund solle der Spass stehen und die Möglichkeit, Urdorfs Kultur auf spielerische und sportliche Art kennen zu lernen. Jürg Pauli, verantwortlich für die Kommunikation, ergänzt: «Wir fühlen uns als Verein verpflichtet, nicht nur sportliche Anlässe durchzuführen, sondern auch gesellige.» Der Ur-Dorf Event soll an die Tradition des Triathlons und später des Duathlons anknüpfen. «Der Aufwand dieser Veranstaltungen wurde uns mit der Zeit zu gross. Jetzt versuchen wir es mit einem Anlass, bei dem der kulturelle Teil im Vordergrund steht», erklärt Hans Wicki.

Ideen für die nächsten Jahre bestehen bereits: Urdorf und seine Feuerwehr, seine Parteien, seine Vereine. Findet die Idee Anklang, denken die Organisatoren auch über die Möglichkeit nach, nächstes Jahr gediegenes Essen und gute Weine anzubieten. Den Teilnehmenden winkt diesmal als Stärkung eine bodenständige Bratwurst und den Gewinnern eine schöne Treichel.

Séverine und Xenia sind am Schluss des Anlasses müde, aber zufrieden. «Mir hat fast alles Spass gemacht, am meisten aber das Hufeisenwerfen, da war ich ganz nah dran», sagt Séverine und für ihre Schwester Xenia war das Melken der Plastikkuh der Höhepunkt: «Das habe ich zum ersten Mal gemacht», strahlt sie und ist mit sich selber ganz offensichtlich sehr zufrieden.