Meistens sieht man nicht, was sie tun. Aber man würde schnell bemerken, wenn sie es nicht mehr täten. «Sie sind wie Heinzelmännchen», sagt Lorenz Fränzl, Leiter des Werkhofs Dietikon, und lacht. Die 12 Männer in orange-blauen Uniformen treffen sich am frühen Morgen in einer der Hallen im Werkhof. Kurz werden sie über den Tagesablauf informiert. Dann steigen sie in ihre orangen Wagen und fahren los - um wie an jedem anderen Tag dafür zu sorgen, dass Dietikon sauber bleibt.

Ein Auge für den Abfall

Zur Tour von Mitarbeiter Urs Spahn gehört es, die Sammelstellen zu kontrollieren und die Abfalleimer zu leeren. Er öffnet den ersten Kübel, nimmt den schwarzen Sack heraus und kippt ihn in den noch leeren, hinteren Teil des Wagens. Rund 60 weitere Kübel werden heute noch folgen. «An beliebten Plätzen sind die Eimer nach einem Tag schon wieder voll», sagt Spahn.

Aber auch rund um die Mülltonnen gibt es eine Menge zu tun. McDonald's-Tüten, Karton, Red-Bull-Dosen, Papierzettel und PET-Flaschen liegen auf den ganzen Parkplatz beim Hallenbad Fondli verteilt herum. «Mit der Zeit kriegt man ein Auge für den Abfall und sieht ihn sofort», sagt Spahn. Das sei sogar dann so, wenn er freihabe. «Es liegt heute deutlich mehr Abfall herum als vor 13 Jahren, als ich meine Stelle beim Werkhof antrat.» Inzwischen bleibe die Menge aber ungefähr stabil. «Es hat mit der Bequemlichkeit einiger Leute zu tun, dass so viel herumliegt», so Spahn. Auch noch mehr Abfalleimer wären da keine Hilfe. Oft, wie bei der nahegelegenen Parkuhr, stehe der Eimer direkt daneben. Trotzdem sammeln sich die Parkzettel am Boden.

Im Winter gibt es weniger zu tun

Mit einem Greifarm hebt er die weggeworfenen Gegenstände auf und versorgt sie in einem schwarzen Sack, der auf dem Parkplatz beim Fondli schnell gefüllt ist. Einige der Papierstücke muss er zuerst aus dem Eis kratzen. «Jetzt im Winter haben wir weniger zu tun, da viel Abfall festgefroren oder unter dem Schnee begraben ist», sagt Spahn. Dafür gehört im Winter der Winterdienst zu seinen Aufgaben - Salz streuen, Strassen räumen, und das oft schon morgens um vier Uhr. Daran gewöhne man sich aber, wie auch an die kalten Aussentemperaturen in den Wintermonaten und die Hitze im Sommer.

700 Kilo an einem Wochenende

«Sobald der Schnee schmilzt, müssen wir auch die Spielplätze und Strassenränder wieder säubern», sagt Spahn. Dafür stellen die Arbeiter ihre Wagen irgendwo in einem Quartier ab und gehen dann jede Strasse Meter für Meter ab. «Generell hat es im Sommer mehr Abfall», sagt Spahn. Es könne gut vorkommen, dass in einem der Sammelbehälter an einem Wochenende 700 Kilogramm Glas oder Alu landen. Das ist aber kein Problem - die Behälter haben ein Fassungsvermögen von vier Kubikmetern, was rund vier Tonnen Material entspricht. Über zwei Meter geht es bei den runden, metallenen Säulen in die Tiefe.

Bei vielen Sammelstellen wird neben Flaschen, Karton und Kaffeekapseln, von denen hier jährlich über sechs Tonnen anfallen, auch normaler Abfall entsorgt: Papiersäcke stehen herum, Schuhe, Lebensmittel und sogar ein Kinderwagen. «Wenn Leute ihren Abfall nicht ordnungsgemäss entsorgen und einfach so hinstellen, untersuchen wir ihn auf Hinweise, die uns zu den Verursachern führen», sagt Spahn. Die Täter erwartet eine Busse von mehreren hundert Franken, wenn sie ausfindig gemacht werden können.

Nach Festen besonders viel zu tun

Der hintere Teil des Wagens füllt sich, nach zwei Stunden ist er bereits halb voll. «Das ist die normale Menge», sagt Spahn. Dreimal in der Woche sind er und seine Kollegen auf ihrer Tour unterwegs. Einige Gebiete der Stadt werden täglich gereinigt. Überall sind die orangen Wagen zu sehen - wenn man darauf achtet. «Es gibt ab und zu Leute, die zu mir kommen und sich bedanken», so Spahn.

Dieses Wochenende sind besonders viele Arbeiter im Einsatz: Wie nach allen Festen werden sie auch nach der Fasnacht unterwegs sein, um die Strassen von den Konfetti zu befreien. Schon am Montag wird kaum noch etwas vom grossen Umzug zu sehen sein.