Uitikon
Untersuchungsbericht kritisiert die Planung beim Massnahmezentrum

Beim Projekt für den Ausbau des Zürcher Massnahmenzentrums Uitikon (MZU) ist es nach der Kreditgenehmigung zu gewichtigen Projektänderungen gekommen. Mangelhaft war laut Untersuchungsbericht einer kantonsrätlichen Kommission das Controlling.

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Massnahmezentrum

Massnahmezentrum

Limmattaler Zeitung

Das 2006 in Angriff genommene Projekt scheiterte 2010: Der Vertrag mit dem Generalplanerteam wurde aufgelöst, ein Baustopp verfügt und die Projektüberarbeitung veranlasst. Die Geschäftsprüfungskommission des Zürcher Kantonsrates beauftragte eine Subkommission, die Verantwortlichkeiten für das Planungsdebakel abzuklären.

In ihrem Bericht legt die Kommission nun eine Reihe von Empfehlungen zur Abwicklung von grössen Bauprojekten vor. Bei dem MZU sei die «rollende Planung» der Hauptgrund für das Scheitern gewesen, hält die Subkommission fest.

Nachträgliche Projektänderungen

Zum Zeitpunkt der Genehmigung des Objketkredits seien viele Eckwerte noch ungeklärt gewesen. Es kam zu kostenintensiven nachträglichen Projektänderungen wie neue Grundrisse, Küchen- Totalsanierung und sicherheitstechnische Anpassungen.

Gefehlt hat gemäss Untersuchungsbericht ein Projektpflichtenheft und eine korrekte Protokollierung der Projektteam-Sitzungen. Insbesondere Pendenzen seien ungenügend dokumentiert worden. Bei den Projektänderungen habe teilweise eine ausdrückliche Genehmigung gefehlt. Der Projektausschuss habe seine Steuerungsfunktion nicht wahrgenommen.

Künftige Projektdebakel verhindern

Die Baudirektion und das Hochbauamt hätten inzwischen erkannt, dass das Projektcontrolling und Berichterstattungswesen verbessert beziehungsweise systematisiert werden müssten, heisst es im Bericht, der jedoch die Prüfung weiterer Massnahmen anregt. Insgesamt werden für Projektorganisation, Projektablauf und Controlling zwölf Empfehlungen gemacht. Sie sollen künftige Projektdebakel verhindern.

«Bei der Sanierung und Erweiterung der geschlossenen Abteilung des MZU war von Anfang an der Wurm drin», hatte Baudirektor Markus Kägi vor einem Jahr vor den Medien gesagt. Er musste damals ankündigen, dass das Projekt nun 39 Millionen Franken statt der ursprünglich geplanten 29,6 Millionen koste.