Oetwil
«Unterste Schublade»: Friedensrichter-Wahl erhitzt die Gemüter

Die Wahl der Friedensrichter verspricht spannend zu werden. Gabriela Kleiner (FDP) tritt gegen Enrico Denicolà (SVP) an. Und der Oetwiler SVP-Präsident Erwin Spahni wirft dem Gegner fehlenden Anstand und Respekt vor.

Alex Rudolf
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Die Oetwiler wählen am 14. Juni einen neuen Friedensrichter: Zur Wahl stehen Enrico Denicolà (SVP) und Gabriela Kleiner (FDP).

Die Oetwiler wählen am 14. Juni einen neuen Friedensrichter: Zur Wahl stehen Enrico Denicolà (SVP) und Gabriela Kleiner (FDP).

ZVG

Am 14. Juni wählen die Oetwiler einen neuen Friedensrichter. Zur Verfügung stellen sich die 52-jährige Gabriela Kleiner von der FDP und der 62-jährige Enrico Denicolà von der SVP. Denicolà ist bereits stellvertretender Friedensrichter in Oetwil und Geroldswiler Friedensrichter. Beim ersten Wahlgang vom 8. März erreichte keiner der Kandidaten das Absolute Mehr von 329 Stimmen. Mit 271 Stimmen erhielt Kleiner jedoch die meiste Unterstützung aus der Gemeinde, gefolgt von Denicolà mit 240 Stimmen. Auf den parteilosen Oliver Middelmann entfielen 145 Stimmen.

Die SVP und die FDP stehen erwartungsgemäss hinter ihren Kandidaten. «Wir wollen eine lokale Friedensrichterin, die Oetwil gut kennt und hier verwurzelt ist», sagt Erwin Bühler, Präsident der FDP-Ortspartei auf Anfrage. Zwar sei er sehr zuversichtlich, was die Wahl angehe. Dennoch sei ihm auch klar, dass Konkurrent Denicolà ein altgedienter, ausgewiesener Fachmann sei. Wie die Liberalen stellt sich auch die SVP hinter ihren Kandidaten. In einer Mitteilung schreibt die Ortspartei, dass Denicolà fachlich wie auch menschlich für dieses Amt prädestiniert sei. Durch seine bisherige Tätigkeit als Friedensrichter in Geroldswil könne er seine Funktion ohne Grundausbildung und Einführungszeit aufnehmen.

Nicht so eindeutig wie bei FDP und SVP sieht es bei den beiden anderen Ortsparteien aus, der SP und der CVP. Dass die SP Kreispartei einem der beiden Kandidaten ihre Unterstützung ausspreche, wagt Rolf Steiner zu bezweifeln. «Ich nehme an, dass sich der Vorstand für Stimmfreigabe entscheidet», sagt der Präsident der SP Limmattal weiter. Aufgrund der Vakanz im SP-Kreispartei-Präsidium fungiert Steiner als Auskunftsperson. Im Vorstand der CVP-Ortspartei wurden die beiden Kandidaturen bereits diskutiert. Laut Präsident Amadeus Zimmermann hat man sich jedoch nicht eindeutig hinter einen der beiden Kandidaten stellen können. «Daher haben wir Stimmfreigabe beschlossen», so Zimmermann.

SVP findet Wahlkampf unfair

Derweil bemängelt der Oetwiler SVP-Präsident Erwin Spahni, dass der Wahlkampf nicht fair geführt werde. «Der Leserbrief eines ehemaligen Parteivorstandsmitgliedes einer Konkurrenzpartei gehört für uns in die unterste Schublade bezüglich Anstand und Respekt», schreibt Spahni in einer Medienmitteilung. Dabei bezieht er sich auf einen Leserbrief von Hubert Boog von Ende Mai, in dem der ehemalige Vizepräsident der FDP Oetwil Enrico Denicolà kritisiert. So seien bei Denicolàs Wahl als Geroldswiler Friedensrichter rund ein Drittel leere Stimmzettel eingegangen. «Zufriedenheit mit dem Amtsträger sieht anders aus», schrieb Boog. «Die Stimmbürger wissen zwischen politischer Polemik und Sache zu unterscheiden», gibt sich Spahni zuversichtlich, was den Wahlausgang angeht.

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