Dietikon
Unterhaltsames Lustspiel zwischen Moral und Vaterschaftsfragen

Das 2008 von Hansueli Züger geschriebene Stück «Alimäntepuff» stellte sich alsbald als unterhaltsame und leichte Kost heraus. Das Publikum im Kolping-Theater amüsierte sich bestens und spendete den Laienschauspielern immer wieder spontanen Applaus.

Annina Gepp
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Die Wendungen bei der Suche nach den richtigen Vätern verblüfft die Dorfbewohner immer wieder.

Die Wendungen bei der Suche nach den richtigen Vätern verblüfft die Dorfbewohner immer wieder.

Annina Gepp

Die Rollen schienen für die einzelnen Mitglieder der Theatergruppe wie gemacht. Daniel Stillhart, der als Adolf Würmlinger den Pfarrer mimte, fühlte sich sichtlich wohl in seinem schwarzen Messekittel. Der Dorfpfarrer setzt sich mit Inbrunst dafür ein, dass seine Schäfchen in der Gemeinde wieder häufiger die Kirche besuchen, anstatt nur in der Gartenwirtschaft des «Bären» Bierchen zu kippen. Doch selbst sein Sigrist Fonsi Waser, gespielt von Werner Zbinden, kann es nicht lassen, andauernd den Messwein leerzutrinken.

«Alimäntepuff»

Weitere Aufführungen finden am 31. Januar und 1. Februar jeweils um 20 Uhr statt. Tickets sind in der Buchhandlung Limmattal erhältlich.

Pfarrer gerät in Verruf

Doch nicht nur der Durst der Dorfbewohner ist dem Pfarrer ein Dorn im Auge. Dass die italienische Köchin des «Bären», Ornella Frutti, gespielt von Rita Stäbler, ein uneheliches Kind hat und ihm nicht verraten will, wer der Vater ist, beschäftigt Würmlinger sehr.

Schon bald aber rücken diese Probleme in den Hintergrund und der Pfarrer gerät selbst in Verruf. Als nämlich Zigeuner, die vor 26 Jahren zum letzten Mal das Dorf besucht hatten, wieder in der Gemeinde auftauchen, stellen sich plötzlich Vaterschaftsfragen: Die Wurzeln der Zwillinge Django (Nehrim Jusufi) und Esmeralda (Lucia Stich) scheinen im Dorf zu liegen. Der Pfarrer selbst wird nun als Vater gehandelt und fällt aus allen Wolken. Doch weshalb bezahlt denn der «Bären»-Wirt Alfred Wirz, gespielt von Max Häberli, jahrelang die Alimente der Zwillinge? Und welches Geheimnis trug Fonsi Waser all die Jahre mit sich herum? Das Rätseln um Vaterschaften und etliche Alimentenzahlungen beginnt und lässt im Dorf alles drunter und drüber gehen.

Mit Herz dabei

Die Laienschauspieler meisterten den dreistündigen Auftritt mit wenigen Patzern. Und wenn doch einmal jemand einen Texthänger hatte, konnte das Publikum herzhaft lachen und spontan applaudieren. «Man verzeiht ihnen alle Fehler, das gehört dazu. Ich bin trotzdem mit Herz dabei», sagte Angelika Hess. Sie besucht das Kolping-Theater jedes Jahr zusammen mit ihrem Mann und ihrer Schwägerin. «Es ist familiär und hat seinen ganz eigenen Reiz», so die Dietikerin. Ihr Gatte stimmte ihr zu. «Ein Volkstheater, das die Emotionen der Schauspieler gut transportiert», sagte Arthur Hess.

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