Unterengstringen
Spezieller 47. Limmat-Cup: 250 Kunstturnerinnen turnen unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Am kommenden Wochenende steht mit dem traditionellen Limmat-Cup der erste sportliche Grossanlass in der Region seit langer Zeit auf dem Programm. Dieser ist aufgrund der Coronapandemie geprägt von Auflagen und Schutzkonzepten. Und: Zuschauer sind keine erlaubt.

Ruedi Burkart
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So stimmungsvoll wie in den vergangenen Jahren wird es heuer am Limmat-Cup nicht zu und her gehen.

So stimmungsvoll wie in den vergangenen Jahren wird es heuer am Limmat-Cup nicht zu und her gehen.

Ly Vuong/Archiv

Ist es angebracht, in den aktuellen Zeiten einen sportlichen Grossanlass durchzuführen? Macht es überhaupt Sinn, mit all den Auflagen und Beschränkungen Kinder und Jugendliche zu einem Wettkampf einzuladen? Klar, die Turnhallen sind wieder offen und bis zum Alter von 20 Jahren darf nach Lust und Laune Sport getrieben werden. «Wir haben uns diese Fragen natürlich auch gestellt», äussert sich Susan Egli vom veranstaltenden Turnverein Engstringen. «Und es waren nicht alle im Verein dafür, den Limmat-Cup in diesem Frühling durchzuführen.»

Den kritischen Stimmen zum Trotz entschied man sich, das Wagnis einzugehen. Denn ein solches ist die Organisation tatsächlich. «Wir beobachten quasi stündlich die neusten Coronazahlen», sagt Egli, «und hoffen einfach, dass wir nicht noch kurzfristig absagen müssen.» Die Verantwortlichen des TV Engstringen stehen in engem Kontakt mit offiziellen Stellen, etwa mit der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich, und wägen fortlaufend die Situation ab. Bis gestern Abend deutete nichts auf eine Absage hin.

Auch aus dem Tessin reisen Turnerinnen an

250 Mädchen aus der ganzen Schweiz werden am Samstag und Sonntag in der Unterengstringer Turnhalle Büel erwartet, 400 waren es bei der letzten Durchführung im Jahr 2019. Sogar aus der Südschweiz reisen Kunstturnerinnen ins Limmattal. «Wir haben den zeitlichen Ablauf so gestaltet, dass die Tessinerinnen am Abend wieder nach Hause fahren können und nicht bei uns übernachten müssen», sagt Egli.

Ganz allgemein gehe es beim diesjährigen Limmat-Cup nur darum, dass die turnbegeisterten Mädchen endlich wieder einmal einen Wettkampf bestreiten können. Egli sagt:

«Uns ist auch klar, dass ohne Zuschauer in der Halle und ohne Festwirtschaft kein Turnfest im eigentlichen Sinne entstehen kann. Aber die Situation ist nun mal so, wie sie ist.»

Der Tagesablauf ist klar geregelt. Weil die Garderoben geschlossen sind, müssen die Teilnehmerinnen bereits umgezogen erscheinen. Nach dem Anmelden geht’s zum Aufwärmen in den nahe gelegenen Gemeindesaal. «Wir wollen jeweils nur maximal 30 Kinder in der Turnhalle haben, darum muss ausserhalb eingeturnt werden», sagt Egli. Erst kurz vor dem Wettkampfstart dürfen Kunstturnerinnen und Trainerinnen die Halle betreten. Nach Ende der Darbietungen muss die Halle möglichst rasch wieder verlassen werden, ohne Siegerehrungen oder dergleichen. «Es geht dieses Jahr wirklich nur ums Kunstturnen», sagt Susan Egli.