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Unterengstringen: Hier trifft sich das ganze Limmattal im Stadtpark

In Unterengstringen wird ein neues Gemeindehaus gebaut. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass im alten Dorfteil ein neuer Begegnungsort entsteht. Die Einwohner haben längst drei ganz unterschiedliche Orte zu Treffpunkten gemacht.

Sandro Zimmerli
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Gemeindepräsident René Rey (FDP) auf der Baustelle des neuen Gemeindehauses, das im Juli 2017 mit einem Festeingeweiht werden soll. Mario Heller

Gemeindepräsident René Rey (FDP) auf der Baustelle des neuen Gemeindehauses, das im Juli 2017 mit einem Festeingeweiht werden soll. Mario Heller

Mario Heller

Unterengstringen, das waren lange Zeit wenige Kleinbauernbetriebe, die sich entlang der Dorfstrasse befanden. Das Dörfchen von damals ist mittlerweile einer modernen Vorortsgemeinde der Stadt Zürich gewichen. Und doch, ganz verschwunden ist das Dorf noch nicht, wie eine frühmorgendliche Tour mit den Mitarbeitern des Werkhofs zeigt. Obwohl neue moderne Häuser an der Dorfstrasse entstanden sind, finden sich dort immer noch altehrwürdige Gebäude und Brunnen, die das Dorfbild einst prägten. Und die Einwohner grüssen die Arbeiter freundlich, so wie das Werkmitarbeiter Stephan Haug kurz zuvor im Werkhof angekündigt hat. «Die Menschen in Unterengstringen sind sehr offen», sagt Haug. Und wenn es um den Abfall gehe, seien sie sehr diszipliniert. Ihnen liege viel an einem sauberen Dorf.

Unterengstringen wirkt an diesem Morgen in der Tat sehr aufgeräumt. Kaum einer der Abfalleimer an den Bushaltestellen ist überfüllt. Auf den Strassen ist wenig los. Da und dort trifft man Leute, die am Spazieren sind. Es herrscht eine unaufgeregte Stimmung. Deshalb bleibt vor der Znüni-Pause noch Zeit, Hecken zu schneiden und eine Kontrollfahrt zur Ruine des Städtchens Glanzenberg beim Golfclub zu machen. Auch dort müssen die Überreste der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Gemäuer hin und wieder von Bewuchs befreit werden.

Auf halber Strecke zurück von den Ruinen ins Dorf liegt ein weiteres historisches Bauwerk – das Kloster Fahr. Die grüne Oase, wie die Anlage von der Benediktinerinnengemeinschaft genannt wird, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Nicht nur für Unterengstringer: «An schönen Wochenenden kommen zwischen 2000 bis 3000 Leute, die im Restaurant einkehren, die Klosteranlage besichtigen, in der Limmat baden oder die Tiere anschauen wollen», sagt Robert Nitschké bei einem Treffen in der Gartenwirtschaft des Restaurants Zu den Zwei Raben. Der Alt-Gemeinderat ist Mitbegründer und mittlerweile Präsident des 2008 aus der Taufe gehobenen Vereins «Pro Kloster Fahr». Angesichts solcher Zahlen spricht er denn auch vom «Stadtpark des Limmattals», den es noch lange zu erhalten gelte. «Das Grundstück um das Kloster Fahr ist die letzte grosse zusammenhängende Grünfläche im Limmattal», sagt Nitschké.

Mit den über 550 Mitgliedern seines Vereins versucht Nitschké deshalb, den Schwestern so gut als möglich unter die Arme zu greifen. Sei das bei der Arbeit in den Reben, bei Alltagsarbeiten im Kloster oder finanziell, um die Kosten für die derzeitige Renovation des Klosters stemmen zu können. Mit Führungen und Anlässen im Fahr will der Verein den Leuten das Kloster zudem näher bringen. Bemühungen, die aus seiner Sicht gefruchtet haben. «Das Kloster hat sich in den letzten Jahren sanft geöffnet und das Interesse seitens der Bevölkerung ist gross», sagt Nitschké, für den das «Fahr» eine Herzensangelegenheit ist. Schon als Kind sei er hierhergekommen, besonders der Tiere, der Ruhe und der schönen Landschaft wegen. So wie ihm gehe es vielen Unterengstringern, die immer noch von «ihrem» Kloster sprechen, obschon es politisch zur Gemeinde Würenlos gehört.

Das Kloster Fahr ist die grüne Oase im Limmattal.
7 Bilder
Viele Leute geniessen die Ruhe ums Kloster.
Manuel Willen auf der morgendliche Kübeltour.
Tobias Stadelmann, Stephan Haug und Manuel Willen vom Werkhof.
Vom Gut Sonnenberg geniesst man eine herrliche Aussicht.
Die Dorfstrasse ist der alte Dorfteil.
Die Dicke Berta ist vor allem bei Kindern beliebt.

Das Kloster Fahr ist die grüne Oase im Limmattal.

Limmattaler Zeitung

Das lange Warten

In kürzester Zeit haben die Einwohner auch die 2012 eröffnete Bäckerei Wüst ins Herz geschlossen, wo neben Backwaren auch Obst und Gemüse verkauft wird und ein Café zum Verweilen einlädt. An der Weiningerstrasse, auf der einst die Limmattaler Strassenbahn verkehrte, hat sich ein lebhafter Treffpunkt etabliert, einer von dreien im Dorf, wie von verschiedener Seite versichert wird. Schon kurz nach 11 Uhr ist die kleine Gartenterrasse gut gefüllt. Mütter mit Kindern unterhalten sich, andere Gäste halten einen Schwatz mit der Nachbarin. Lange Jahre mussten die Unterengstringer warten, ehe wieder eine Bäckerei in der Gemeinde ihre Pforten öffnete, nun geniessen sie sie umso mehr.

Ein weiterer Treffpunkt befindet sich am Hang, oberhalb der Zürcherstrasse, die das Dorf durchschneidet. Zwischen den Einfamilienhäusern, die den einst landwirtschaftlich genutzten Hang prägen, steht stolz die altehrwürdige Weid. Im ehemaligen Landsitz befindet sich seit 1980 das Ortsmuseum – das einzige rechts der Limmat. Hier wirkt Oscar Bamert, Obmann der Ortsmuseumskommission, mit seinem Team. Und hier ist die Geschichte Unterengstringens erlebbar – und zwar mit allen Sinnen. Dem Team ist es wichtig, dass man die Ausstellungsgegenstände auch in die Hand nehmen kann. Doch das Ortsmuseum ist weit mehr als ein Ort, an dem Geschichte ausgestellt wird. Jeweils am ersten Sonntag eines Monats hat es geöffnet, und dann herrscht dort eine besondere Stimmung. «Die Weid ist ein Haus mit Geist», sagt Bamert. Zu spüren sei er etwa dann, wenn sich in der Stube lebhafte Diskussionen unter den Besuchern entwickelten. Aber auch an Hochzeiten, die in letzter Zeit zugenommen hätten, bei Führungen von Schulklassen oder wenn ehemalige Bewohner der Weid auf Besuch kommen, sei dieser besondere Geist zu spüren.

Alteingesessene etwa würden sich über die alten Klassenfotos aus der Unter- und Mittelstufe freuen. «Für Neuzuzüger ist das Museum eine gute Anlaufstelle, um etwas über das Dorf zu erfahren und Leute kennen zu lernen», so Bamert. Kurzum: «Das Ortsmuseum ist ein Glücksfall, der heute so nicht mehr realisiert werden könnte. Hier herrscht eine besondere Willkommensphilosophie», sagt Bamert. Wie überhaupt in Unterengstringen. «Im Dorf wird man schnell aufgenommen, wenn man will. Wie in jeder Gemeinde gibt es auch hier einen inneren Kern, doch der ist durchlässig.»

Diese Ansicht teilt auch Gemeindepräsident René Rey, der vor 30 Jahren selber Neuzuzüger war. «In Unterengstringen kann man sehr schnell mit Einheimischen in Kontakt kommen», sagt er am Nachmittag während einer Besichtigung der Baustelle des neuen Gemeindehauses. Dieses entsteht an der Dorfstrasse – also im alten Dorfteil, der künftig zusammen mit dem Platz vor dem Feuerwehrgebäude einen neuen Dorfkern bilden soll. Das Einweihungsfest ist für den Juli 2017 geplant.

Bald 4000 Einwohner

Er habe anfangs gedacht, Unterengstringen sei eine Schlafgemeinde. Das sei aber ein Trugschluss. «Im Dorf gibt es ein grosses kulturelles Angebot, an dem jeder teilnehmen kann», sagt Rey. Nicht zuletzt das Mittefastendorffest jeweils drei Wochen vor Ostern, wenn mit dem Bööggverbrennen am Limmatdamm und dem Feuerschiff der Winter verabschiedet wird, bietet eine gute Gelegenheit, als Neuzuzüger die Gemeinde besser kennen zu lernen. Aber auch mit der Marionettenbühne verfügt Unterengstringen über ein Kleinod im Dorf. Ein Dorf, das in den letzten Jahren stark gewachsen ist und noch weiter wächst. «Aktuell haben wir rund 3600 Einwohner. In drei bis vier Jahren dürften es gegen 4000 sein», sagt Rey. Die Leute schätzten offenbar die gute, wenn auch teure Wohnlage Unterengstringens. «Und natürlich ist auch der Steuerfuss immer noch ein wichtiges Kriterium. Wobei ich nicht deswegen in eine Gemeinde ziehen würde, sondern weil es mir dort gefällt», hält er fest.

Vielen Einwohnern gefällt auch die Bibliothek, der dritte Treffpunkt im Dorf. Trotz Sommerferien ist dort am späten Nachmittag viel los, denn selbst in der heutigen Zeit sei das Buch ein beliebter Ferienbegleiter, sagt Gaby Egli vom Bibliotheksteam. «Viele Leute kommen aber nicht nur hierher, um Bücher auszuleihen, sondern bleiben auch auf einen Schwatz», sagt sie. Viele Kinder warten hier zudem nach der Schule auf ihre Eltern. «Die Eltern schätzen es sehr, zu wissen, dass ihre Kinder gut untergebracht sind», sagt Egli.

Gut untergebracht ist man in Unterengstringen nicht nur, wenn man dort schon Freunde hat. Es kann aber helfen. Nach einem Abstecher ins Restaurant Chriesihoger im Tennisclub wird es Zeit, den Tag ruhen zu lassen – auf einem Sofa in einer Stube irgendwo im Dorf. Zu diesem Zeitpunkt hat es sich in der Gemeinde längst herumgesprochen, dass die Zeitung für einen Tag in Unterengstringen unterwegs ist. Auch das zeichnet ein Dorf aus. Unterengstringen, das waren lange Zeit wenige Kleinbauernbetriebe, die sich entlang der Dorfstrasse befanden. Das Dörfchen von damals ist mittlerweile einer modernen Vorortsgemeinde der Stadt Zürich gewichen. Und doch, ganz verschwunden ist das Dorf noch nicht, wie eine frühmorgendliche Tour mit den Mitarbeitern des Werkhofs zeigt. Obwohl neue moderne Häuser an der Dorfstrasse entstanden sind, finden sich dort immer noch altehrwürdige Gebäude und Brunnen, die das Dorfbild einst prägten. Und die Einwohner grüssen die Arbeiter freundlich, so wie das Werkmitarbeiter Stephan Haug kurz zuvor im Werkhof angekündigt hat. «Die Menschen in Unterengstringen sind sehr offen», sagt Haug. Und wenn es um den Abfall gehe, seien sie sehr diszipliniert. Ihnen liege viel an einem sauberen Dorf.

Unterengstringen wirkt an diesem Morgen in der Tat sehr aufgeräumt. Kaum einer der Abfalleimer an den Bushaltestellen ist überfüllt. Auf den Strassen ist wenig los. Da und dort trifft man Leute, die am Spazieren sind. Es herrscht eine unaufgeregte Stimmung. Deshalb bleibt vor der Znüni-Pause noch Zeit, Hecken zu schneiden und eine Kontrollfahrt zur Ruine des Städtchens Glanzenberg beim Golfclub zu machen. Auch dort müssen die Überreste der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Gemäuer hin und wieder von Bewuchs befreit werden.

Auf halber Strecke zurück von den Ruinen ins Dorf liegt ein weiteres historisches Bauwerk – das Kloster Fahr. Die grüne Oase, wie die Anlage von der Benediktinerinnengemeinschaft genannt wird, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Nicht nur für Unterengstringer: «An schönen Wochenenden kommen zwischen 2000 bis 3000 Leute, die im Restaurant einkehren, die Klosteranlage besichtigen, in der Limmat baden oder die Tiere anschauen wollen», sagt Robert Nitschké bei einem Treffen in der Gartenwirtschaft des Restaurants Zu den Zwei Raben. Der Alt-Gemeinderat ist Mitbegründer und mittlerweile Präsident des 2008 aus der Taufe gehobenen Vereins «Pro Kloster Fahr». Angesichts solcher Zahlen spricht er denn auch vom «Stadtpark des Limmattals», den es noch lange zu erhalten gelte. «Das Grundstück um das Kloster Fahr ist die letzte grosse zusammenhängende Grünfläche im Limmattal», sagt Nitschké.

Mit den über 550 Mitgliedern seines Vereins versucht Nitschké deshalb, den Schwestern so gut als möglich unter die Arme zu greifen. Sei das bei der Arbeit in den Reben, bei Alltagsarbeiten im Kloster oder finanziell, um die Kosten für die derzeitige Renovation des Klosters stemmen zu können. Mit Führungen und Anlässen im Fahr will der Verein den Leuten das Kloster zudem näher bringen. Bemühungen, die aus seiner Sicht gefruchtet haben. «Das Kloster hat sich in den letzten Jahren sanft geöffnet und das Interesse seitens der Bevölkerung ist gross», sagt Nitschké, für den das «Fahr» eine Herzensangelegenheit ist. Schon als Kind sei er hierhergekommen, besonders der Tiere, der Ruhe und der schönen Landschaft wegen. So wie ihm gehe es vielen Unterengstringern, die immer noch von «ihrem» Kloster sprechen, obschon es politisch zur Gemeinde Würenlos gehört.

Das lange Warten

In kürzester Zeit haben die Einwohner auch die 2012 eröffnete Bäckerei Wüst ins Herz geschlossen, wo neben Backwaren auch Obst und Gemüse verkauft wird und ein Café zum Verweilen einlädt. An der Weiningerstrasse, auf der einst die Limmattaler Strassenbahn verkehrte, hat sich ein lebhafter Treffpunkt etabliert, einer von dreien im Dorf, wie von verschiedener Seite versichert wird. Schon kurz nach 11 Uhr ist die kleine Gartenterrasse gut gefüllt. Mütter mit Kindern unterhalten sich, andere Gäste halten einen Schwatz mit der Nachbarin. Lange Jahre mussten die Unterengstringer warten, ehe wieder eine Bäckerei in der Gemeinde ihre Pforten öffnete, nun geniessen sie sie umso mehr.

Ein weiterer Treffpunkt befindet sich am Hang, oberhalb der Zürcherstrasse, die das Dorf durchschneidet. Zwischen den Einfamilienhäusern, die den einst landwirtschaftlich genutzten Hang prägen, steht stolz die altehrwürdige Weid. Im ehemaligen Landsitz befindet sich seit 1980 das Ortsmuseum – das einzige rechts der Limmat. Hier wirkt Oscar Bamert, Obmann der Ortsmuseumskommission, mit seinem Team. Und hier ist die Geschichte Unterengstringens erlebbar – und zwar mit allen Sinnen. Dem Team ist es wichtig, dass man die Ausstellungsgegenstände auch in die Hand nehmen kann. Doch das Ortsmuseum ist weit mehr als ein Ort, an dem Geschichte ausgestellt wird. Jeweils am ersten Sonntag eines Monats hat es geöffnet, und dann herrscht dort eine besondere Stimmung. «Die Weid ist ein Haus mit Geist», sagt Bamert. Zu spüren sei er etwa dann, wenn sich in der Stube lebhafte Diskussionen unter den Besuchern entwickelten. Aber auch an Hochzeiten, die in letzter Zeit zugenommen hätten, bei Führungen von Schulklassen oder wenn ehemalige Bewohner der Weid auf Besuch kommen, sei dieser besondere Geist zu spüren.

Alteingesessene etwa würden sich über die alten Klassenfotos aus der Unter- und Mittelstufe freuen. «Für Neuzuzüger ist das Museum eine gute Anlaufstelle, um etwas über das Dorf zu erfahren und Leute kennen zu lernen», so Bamert. Kurzum: «Das Ortsmuseum ist ein Glücksfall, der heute so nicht mehr realisiert werden könnte. Hier herrscht eine besondere Willkommensphilosophie», sagt Bamert. Wie überhaupt in Unterengstringen. «Im Dorf wird man schnell aufgenommen, wenn man will. Wie in jeder Gemeinde gibt es auch hier einen inneren Kern, doch der ist durchlässig.»

Diese Ansicht teilt auch Gemeindepräsident René Rey, der vor 30 Jahren selber Neuzuzüger war. «In Unterengstringen kann man sehr schnell mit Einheimischen in Kontakt kommen», sagt er am Nachmittag während einer Besichtigung der Baustelle des neuen Gemeindehauses. Dieses entsteht an der Dorfstrasse – also im alten Dorfteil, der künftig zusammen mit dem Platz vor dem Feuerwehrgebäude einen neuen Dorfkern bilden soll. Das Einweihungsfest ist für den Juli 2017 geplant.

Bald 4000 Einwohner

Er habe anfangs gedacht, Unterengstringen sei eine Schlafgemeinde. Das sei aber ein Trugschluss. «Im Dorf gibt es ein grosses kulturelles Angebot, an dem jeder teilnehmen kann», sagt Rey. Nicht zuletzt das Mittefastendorffest jeweils drei Wochen vor Ostern, wenn mit dem Bööggverbrennen am Limmatdamm und dem Feuerschiff der Winter verabschiedet wird, bietet eine gute Gelegenheit, als Neuzuzüger die Gemeinde besser kennen zu lernen. Aber auch mit der Marionettenbühne verfügt Unterengstringen über ein Kleinod im Dorf. Ein Dorf, das in den letzten Jahren stark gewachsen ist und noch weiter wächst. «Aktuell haben wir rund 3600 Einwohner. In drei bis vier Jahren dürften es gegen 4000 sein», sagt Rey. Die Leute schätzten offenbar die gute, wenn auch teure Wohnlage Unterengstringens. «Und natürlich ist auch der Steuerfuss immer noch ein wichtiges Kriterium. Wobei ich nicht deswegen in eine Gemeinde ziehen würde, sondern weil es mir dort gefällt», hält er fest.

Vielen Einwohnern gefällt auch die Bibliothek, der dritte Treffpunkt im Dorf. Trotz Sommerferien ist dort am späten Nachmittag viel los, denn selbst in der heutigen Zeit sei das Buch ein beliebter Ferienbegleiter, sagt Gaby Egli vom Bibliotheksteam. «Viele Leute kommen aber nicht nur hierher, um Bücher auszuleihen, sondern bleiben auch auf einen Schwatz», sagt sie. Viele Kinder warten hier zudem nach der Schule auf ihre Eltern. «Die Eltern schätzen es sehr, zu wissen, dass ihre Kinder gut untergebracht sind», sagt Egli.

Gut untergebracht ist man in Unterengstringen nicht nur, wenn man dort schon Freunde hat. Es kann aber helfen. Nach einem Abstecher ins Restaurant Chriesihoger im Tennisclub wird es Zeit, den Tag ruhen zu lassen – auf einem Sofa in einer Stube irgendwo im Dorf. Zu diesem Zeitpunkt hat es sich in der Gemeinde längst herumgesprochen, dass die Zeitung für einen Tag in Unterengstringen unterwegs ist. Auch das zeichnet ein Dorf aus.