Unterengstringen
Gisela Biesuz darf trotz Wohnortwechsel als Unterengstringer Gemeinderätin amten

Die Unterengstringer SVP-Gemeinderätin Gisela Biesuz beendet die laufende Legislatur, obwohl sie nach Weiningen zieht. Besonders die Arbeit für die Senioren wuchs ihr in den vergangenen Jahren ans Herz.

Lydia Lippuner
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Seit knapp 20 Jahren für Unterengstringen tätig: Die SVP-Gemeinderätin Gisela Biesuz wird die laufende Legislatur trotz Wohnortwechsel zu Ende bringen.

Seit knapp 20 Jahren für Unterengstringen tätig: Die SVP-Gemeinderätin Gisela Biesuz wird die laufende Legislatur trotz Wohnortwechsel zu Ende bringen.

zvg

Nächstes Jahr werden es 20 Jahre sein, in denen sich Gisela Biesuz für die Unterengstringer Politik eingesetzt hat. Nun zieht die SVP-Gemeinderätin aus familiären Gründen nach Weiningen. Trotzdem wird sie die letzten Monate ihrer Legislatur als Unterengstringer Gesundheits- und Sozialvorständin beenden. Das ist nicht selbstverständlich, denn auch wenn Biesuz neuer Wohnort nur 400 Meter von ihrem jetzigen entfernt ist, so gilt doch in allen Zürcher Gemeinden Wohnsitzpflicht für Exekutivmitglieder. Das heisst, die Behördenmitglieder haben zwei Möglichkeiten: Entweder sie stellen ein Gesuch um vorzeitige Entlassung beim Bezirksrat. Das tat beispielsweise der Geroldswiler Finanzvorstand Paul Albrecht (parteilos), der aufgrund eines Wohnortwechsels zurücktrat (die «Limmattaler Zeitung» berichtete). Oder sie stellen ein begründetes Gesuch, um ihr Amt trotz Wegzug weiterzuführen. Biesuz entschied sich für den zweiten Weg.

Über Spezialfälle wie den von Biesuz entscheidet der Dietiker Bezirksrat. Der Bezirksratspräsident und Statthalter Simon Hofmann sagt: «Wir schauen uns die Fälle einzeln an und entscheiden individuell.» Er erklärt, dass man mit dem Wegzug seine Wählbarkeit verliert und deshalb vom Bezirksrat grundsätzlich aus dem Amt entlassen wird. «Ausnahmsweise kann aber trotz Wegzug die Beendigung der Amtsdauer bewilligt werden», sagt Hofmann. Dies komme beispielsweise dann in Frage, wenn wie im Falle von Biesuz das Ende der Legislatur vor der Türe stehe und die Person einen neuen Wohnort in der Nähe der Gemeinde habe. Bei den Neuwahlen 2022 ist diese Ausnahme für Biesuz jedoch zu Ende: Dann wird sie ihr Amt in Unterengstringen ablegen.

Senioren sind Biesuz ein besonderes Anliegen

Dabei hinterlässt Biesuz, die auch als Treuhänderin arbeitet, einige Vakanzen. Denn sie war nebst ihrer Rolle als Gemeinderätin auch Mitglied der Ortskommission Pro Senectute, der Kommission für Klostergespräche, Vizepräsidentin der Kommission für kulturelle Aufgaben, Präsidentin des Sozialausschusses und Delegierte des Zweckverbands des Seniorenzentrums im Morgen. Dabei war ihr das Wohl der Seniorinnen und Senioren ein besonderes Anliegen. «Es ist mir wichtig, dass die älteren Leute ihre letzten Jahre in Würde verbringen können», sagt sie. Darum hat sie sich auch für den Neubau des Alterszentrums im Morgen eingesetzt. «Der Morgen wuchs mir in den vergangenen Jahren richtig ans Herz», sagt sie. Nun wird sie die Einweihung des neuen Zentrums in Weiningen statt als Unterengstringer Gemeinderätin als Anwohnerin miterleben. Ob sie sich auch künftig in irgendeiner Form in Weiningen engagieren wird, lässt sie aber noch offen. «Ich mache gerne etwas, wenn ich mich einbringen kann», sagt sie.