Dietikon
«Unsere Lieder sind eigentlich moderne Psalmen»

Der Wahlberner Marco Fuoli kehrte für ein Konzert in seine Geburtsstadt zurück. Klar mache ihm Musik auch viel Spass, meint Marco Fuoli, aber wichtiger sei ihm, dass er damit eine Botschaft vermitteln kann.

David Hunziker
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Marco Fuoli gab sein erstes Konzert mit seiner neuen Band in der Zino Platinum Lounge.

Marco Fuoli gab sein erstes Konzert mit seiner neuen Band in der Zino Platinum Lounge.

Patrick Pellegrini

«An einem Projekt, bei dem es ausschliesslich um Musik geht, würde ich mich nicht beteiligen», betont er. Wenn Fuoli als Musiker spricht, dann spricht er auch als Christ. Texte zu schreiben, sie zu singen und mit der Gitarre zu begleiten hat für ihn viel mit seinem Glauben zu tun. «Unsere Lieder sind eigentlich moderne Psalmen.» Sie handeln von Liebe, Freundschaft oder enthalten biblische Gleichnisse.

Fuoli ist in Dietikon aufgewachsen und hat 23 Jahre hier gelebt. Heute wohnt er im bernischen Burgdorf. Für das erste Konzert seiner «Marco Fuoli and Band» habe er unbedingt nach Dietikon zurückkehren wollen, meint Maria Grippi, die Betreiberin der Zino Platinum Lounge, wo Fuoli am Samstagabend für ein Konzert zu Gast war. «Nach einigen Jahren hat er mich plötzlich angerufen und gesagt, er habe wieder eine Band», erzählt Grippi. «Da habe ich sofort zugesagt; wir waren früher ja quasi Nachbarn.»

Vor dem Konzert kurz zur Mutter

Fuoli ist noch etwas nervös. Das Konzert soll gleich beginnen und der Klang seiner Stimme aus den Bühnenlautsprechern überzeugt ihn noch nicht völlig. Dieser Klang sei wichtig, um befreit singen zu können, erklärt er. Auf dem Weg zu einer kleinen Stärkung im «Ochsen» klingelt Fuoli noch rasch bei einem Haus gleich in der Nähe. «Ich muss meiner Mutter sagen, dass es etwas später wird.» Fuolis Mutter ist über 80 Jahre alt und wird später neben zahlreichen Verwandten und Bekannten ebenfalls im Publikum sitzen.

Marco Fuoli ist halber Italiener und führt daher neben deutschen und englischen Liedern auch einige italienische im Repertoire. Ein Stück mit dem Namen «Danca» (Tanz) eröffnet das Konzert. Schnell sind alle Unsicherheiten verflogen und Fuoli scheint sich auf der Bühne immer wohler zu fühlen. Zuverlässig unterstützt wird er dabei von seiner Band: Christian Schmutz am Schlagzeug, Urs Ruchti am Bass und Daniel Wenk am Keyboard. Zusammen haben die Musiker eben erst ein Album aufgenommen, das im Herbst erscheinen soll. Das Ziel wäre auch, regelmässig Konzerte zu geben — etwa einmal im Monat, meint Fuoli.

Die meisten Lieder, die Fuoli und seine Band spielen, lassen sich als Pop beschreiben, sind aber vieles mehr: Eines der Stücke geht um die Frage, was Liebe sei, und es bewegt sich durch ebenso viele Musikstile wie es Antworten auf diese Frage gibt: Rock, Reggae und selbst ein bisschen Hip-Hop ist herauszuhören. Für zwei angereiste Harley-Davidson-Fahrer spielen Fuoli und Band gar noch ihren «Hard Beat Blues». Spass hatten daran wohl auch diejenigen, die nicht gekommen waren, um eine Botschaft zu hören.