Coronavirus

Unser Praktikant berichtet als Spitalsoldat – dies bedeuten die ersten Schritte in die Normalität

Ab heute, Montag dem 27.04.2020, wird Joel in einem Altersheim in Winterthur eingesetzt. (Archivbild)

Ab heute, Montag dem 27.04.2020, wird Joel in einem Altersheim in Winterthur eingesetzt. (Archivbild)

Wegen der Coronakrise musste Joël Decurtins ins Militär einrücken. Unser Praktikant berichtet von der Front und erzählt von seinem Militäreinsatz als Spitalsoldat.

In der Schweiz hat sich die Lage rund um das Coronavirus in den letzten Wochen sukzessive verbessert. Deshalb lockert der Bundesrat die verhängten Massnahmen. Neben ersten Geschäften, die heute öffnen, dürfen auch Spitäler ihren Normalbetrieb wieder aufnehmen. Die Abteilungen mit Coronapatienten bleiben aber bestehen. Das Kantonsspital Frauenfeld, in dem ich bis Donnerstag für einen in Quarantäne ge- setzten Soldaten eingesprungen bin, beginnt wieder mit Behandlungen, die als nicht dringlich deklariert sind. Die Zahl der dort im Einsatz stehenden Soldaten wurde vor ein paar Tagen weiter reduziert. Sie helfen nur noch auf Abteilungen aus, auf denen Coronapatienten behandelt werden.

Weil immer weniger Soldaten im Einsatz stehen und seltener Anfragen zur Unterstützung des Gesundheitswesens beim Militär eingehen, wird die Anzahl der Sanitätstruppen um mehrere hundert Armeeangehörige verringert. Der Kommandant unseres Spitalbataillons entliess bereits vor einer Woche zirka 30 Soldaten aus dem Assistenzdienst. Zu ihnen gehören in erster Linie Personen, die in den nächsten zwölf Wochen eine wichtige Prüfung absolvieren müssen, die in einem Kleinstunternehmen arbeiten oder deren Angehörige Pflege benötigen. Zu den Priorisierten gehören auch solche, die eine wichtige Funktion in einem Betrieb im Bereich kritische Infrastruktur oder wirtschaftliche Landesversorgung einnehmen. In einem weiteren Schritt sollen grosse Teile der Sanitätssoldaten nach Hause gehen können. Die entlassenen Militärdienstler bleiben in Bereitschaft, so dass sie bei Bedarf innert 24 Stunden erneut einrücken könnten.

Ich bleibe auch nach sechs Wochen weiterhin im Dienst. Wir Spitalsoldaten, die eine spezifischere Pflegeausbildung haben als ein Sanitätssoldat, werden weiterhin eingesetzt. So helfen die meisten Personen aus meinem Zug in einem Altersheim im Kanton Glarus aus, wo das Coronavirus ausgebrochen ist. Nach meinem beendeten Einsatz in Frauenfeld war ich noch bis gestern im lang ersehnten Urlaub. Ab heute werde ich nun in einem Altersheim in Winterthur eingesetzt.

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