Regionalsport
Unihockey Limmattal ist auf Playoffkurs

Limmattal gewinnt in Bülach mit 6:2 und verkürzt damit den Abstand auf die Spitze.

Michel Sutter
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Der Limmattaler Etienne Benz (schwarzes Trikot) versucht, Bülachs David Levy (rotes Trikot) den Ball wegzunehmen.

Der Limmattaler Etienne Benz (schwarzes Trikot) versucht, Bülachs David Levy (rotes Trikot) den Ball wegzunehmen.

Michel Sutter

Etienne Benz sah nach der Partie in Bülach aus, als hätte er soeben einen Boxkampf gewonnen. Nicht weil das Spiel physische Spuren beim Stürmer hinterlassen hätte. Der Grund war vielmehr ein breiter Gürtel, wie ihn die Sieger beim Boxen erhalten, den er sich um den Bauch gebunden hatte. «GS» stand darauf. «Das bedeutet ‹Geile Siech», erklärte Benz. «Diesen Gürtel bekommt bei uns jeweils derjenige Spieler, der nach Ansicht der Mannschaft am besten gespielt hat.»

Und diese Auszeichnung hatte sich Benz redlich verdient. Dreimal hatte er an diesem Abend für Unihockey Limmattal getroffen und so massgeblich zum Sieg seines Teams gegen Bülach Floorball beigetragen – und das, obwohl er leicht angeschlagen in die Partie gegangen war. Benz’ Tortriplette begann allerdings erst im zweiten Drittel. Im ersten hatten die Limmattaler noch Mühe bekundet und teils etwas zu vorsichtig agiert. «Wir wussten, dass sich die Bülacher in einen Rausch spielen können», sagte Trainer Michael Hunziker. «Und wir wollten ihnen auf keinen Fall ins offene Messer laufen.»

Dennoch gingen die Hausherren in der zehnten Minute durch Roger Schellenberg in Führung. «Wir haben aber gut auf das Gegentor reagiert», sagte Hunziker. Tatsächlich: Sieben Minuten später traf Nicolas Gitonga erst die Latte und dann schoss Fabian Eberle zum verdienten Ausgleich ein. Im zweiten Durchgang stellte Hunziker die Linien um, die Gäste standen nun kompakter und liessen nur wenige Schüsse auf ihr Tor zu. Und in der Offensive folgte die grosse Show von Etienne Benz. Sieben Minuten waren im Mitteldrittel gespielt, als er erst nach Pass von Lorenz Kern zum 2:1 für Unihockey Limmattal traf und zwei Minuten vor der zweiten Pause zum 3:1. Der Zwei-Tore-Vorsprung wirkte wie eine Befreiung für die Limmattaler, denn nur 22 Sekunden nach Benz’ Tor waren sie erneut erfolgreich: Dario Küng traf zum 4:1.

Damit war eine Vorentscheidung gefallen, doch die Limmattaler hatten noch nicht genug. Im letzten Drittel kam nach drei Minuten Yannick Miller mit einer Art Buebetrickli zu seinem Tor, bevor Benz in Überzahl acht Minuten vor Spielende den Schlusspunkt setzte. «Es ist cool, dass ich drei Tore schiessen konnte», sagte er. «Aber wichtiger ist, dass wir als Mannschaft gewonnen haben.»

«Positiv überrascht»
Für die Limmattaler ist der Sieg gegen Bülach eine besondere Genugtuung, da sie in der Hinrunde gegen denselben Gegner verloren hatten. Dass der Auswärtssieg jedoch so hoch ausfiel, zeigt, dass sie als Aufsteiger nun in der ersten Liga angekommen sind. «Der Aufwand ist zwar viel grösser als in der zweiten Liga», so Benz. «Aber es macht auch viel Freude.»
Unihockey Limmattal setzt sich nun im oberen Tabellendrittel fest – für einen Aufsteiger keine schlechte Zwischenbilanz. «Wir sind positiv überrascht», so Benz. Allerdings ändere sich dadurch nichts am Ziel: «Wir wollen den Ligaerhalt schaffen, also unter die ersten acht Mannschaften kommen. Aber vielleicht liegt ja auch mehr drin.» Und vielleicht wird Benz noch öfters einen Gürtel umgebunden bekommen.