Die Meisterschaft in der 1. Liga beginnt für die Limmattaler Unihockeyaner zwar erst heute Samstag mit dem Auswärtsspiel bei den Rheintal Gators, einen ersten Ernstkampf mussten sie aber schon bestreiten. Das Cupspiel gegen das gleichklassige Unihockey Mittelland ging jedoch mit 3:5 verloren und somit schieden die Limmattaler bereits aus dem Wettbewerb aus. «Mit dem Weiterkommen im Cup stände uns an diesem Wochenende eine Doppelrunde bevor. Angesichts der verletzten und abwesenden Spieler ärgert uns das Ausscheiden deshalb nur mässig», sagt Michael Hunziker.


Hunziker trainierte die Mannschaft bereits vorletzte Saison und kehrt auf diese Spielzeit an die Bande zurück. Da er im letzten Jahr Vater wurde und nicht wusste, wie viel Zeit ihm noch für das Traineramt bleibt, entschied er sich für eine Auszeit. «Als Trainer will ich zwei Mal in der Woche in der Halle stehen und bei jedem Spiel dabei sein». Interimistisch sprang Andris Ladner als Spielertrainer ein. Dass Hunziker die Mannschaft wieder übernimmt, stand da aber noch nicht fest. «Alleine zu coachen bedeutet einen enormen Aufwand und es lastet auch viel Druck auf einem.»


Die Aufgabe reizte Hunziker dennoch und so suchte er nach einem Partner, der mit ihm das Team übernehmen wollte. Schliesslich wandte er sich an Behar Spahija, der vor zwei Jahren unter Hunziker bei den Limmattalern spielte. Spahija, der bereits die Junioren trainierte, musste nicht lange überlegen und sagte sofort zu. «Der Gedanke geisterte schon länger in meinem Kopf rum und als wir darüber diskutierten, nahm das Ganze auch immer konkretere Formen an», sagt er. Die beiden Trainer teilten die Aufgaben untereinander auf und holten dann sowohl beim Vorstand als auch bei der Mannschaft das Einverständnis ein, das Amt gemeinsam übernehmen zu dürfen.


Das bewährte System wird gestärkt


Auch wenn das Trainerduo mit dem Kern des letztjährigen Teams planen durfte, verliessen gleich acht Spieler die Mannschaft. «Wir konnten diese zwar mit gleichwertigen oder sogar stärkeren Spielern ersetzen, jedoch dauerte die Teamfindungsphase so viel länger», sagt Hunziker. Zusätzlich sei das Kader zu Beginn des Sommertrainings deutlich zu gross gewesen. «Uns stellte sich ein Luxusproblem. Wir hatten zwar viele Spieler, die auf hohem Level Unihockey spielen, wollten aber nicht mit einer solchen Kadergrösse in die Vorbereitung starten», sagt Spahija. So stellte sich einerseits die Frage, wer überhaupt im Team bleiben darf und andererseits, welche Spielertypen zusammen funktionieren. Entsprechend schwierig gestaltete sich die Saisonvorbereitung. «Da die Mannschaft schon seit Jahren dasselbe System spielt, wollten wir dieses verändern und taktisch etwas Neues versuchen. Das vereinfachte die Situation auch nicht unbedingt», sagt Hunziker. Ob es nicht wie gewünscht beim Team ankam oder nicht ausreichend erklärt wurde, die Systemumstellung liess sich nicht wie geplant umsetzen. So konzentrieren sich die Limmattaler wieder auf ihre alte Spielweise. «Wir bemühen uns jetzt, die Grundlagen zu verbessern und so unser bewährtes System zu stärken», sagt Hunziker.


Durch die versuchten Änderungen stehe man jetzt nicht an dem Punkt, wo sich Hunziker und Spahija mit ihrer Mannschaft gerne befänden. «Die Integration der neuen Spieler hat sehr gut geklappt und auch die Qualität stimmt, aber auf dem Platz konnte das Team noch keine richtige Einheit formen», sagt Hunziker. Diese Schwierigkeiten im Findungsprozess machten sich auch in den Vorbereitungsspielen bemerkbar. Obwohl man spielerisch teils ansprechende Leistungen zeigte, gingen alle drei Partien verloren. «Wir warten eigentlich nur darauf, bis der Knoten platzt. Möglicherweise dauert das noch eine Weile, aber diese Zeit geben wir uns», sagt Hunziker.


Trotz allem steht bei den Limmattalern, die letztes Jahr im Playoff-Viertelfinal ausschieden, das Erreichen der Playoffs als Saisonziel fest. «Das Potenzial ist sicherlich da und nach den erfolgreichen drei Saisons in der 1. Liga käme alles andere einer Enttäuschung gleich», sagt Hunziker. Zudem sei das Erreichen der Playoffs auch der schnellste Weg zum Ligaerhalt, fügt Spahija an. Dieser Weg beginnt mit dem heutigen Spiel in Widnau und das Trainerduo ist sich sicher, dass wenn Einstellung und Konzentration stimmen, auch drei Punkte drinliegen.