Baugewerbe
Unia zeigt Arbeitgebern die «Rote Karte»

Die Unia führte am Dienstagmittag in Schlieren eine Protestaktion durch. Die Gewerkschaft fordert für Angestellte im Baugewerbe 150 Franken mehr Lohn im Monat.

Sandro Zimmerli
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Limmattaler Zeitung

«Wir leben im reichsten Land der Welt und unser Lohn ist für die geleistete Arbeit eher bescheiden. Das kann doch nicht sein», meinte ein Arbeiter. Zusammen mit rund 100 anderen Kollegen aus der Baubranche folgte er am Dienstagmittag dem Aufruf der Gewerkschaft Unia, um auf der Baustelle für die Überbauung «Am Rietpark» in Schlieren eine Protestpause einzulegen.

Die Gewerkschaft wollte damit ihrer Forderung für 150 Franken mehr Lohn in der Baubranche Nachdruck verleihen.

Mehrere Aktionen geplant

«Diese Protestpause ist die erste Aktion dieser Art in der Region Zürich. In anderen Teilen der Schweiz wurden bereits solche Proteste durchgeführt», erklärte Unia-Sektionsleiter Christian Capacoel. Sie sei als Reaktion auf das «mickrige» Lohnangebot der Arbeitgeber initiiert worden. «Die Baubranche boomt, dennoch will der Baumeisterverband die Löhne generell nur um 0,6 Prozent erhöhen», so der Sektionsleiter. Das mache bei den tiefen Löhnen gerade einmal 26 Franken aus und werde von den steigenden Krankenkassenprämien gleich wieder verschlungen.

«Wir wollen die Arbeiter mit unserer Aktion auf diesen Missstand aufmerksam machen und sie fragen, ob wir den Kampf für mehr Lohn fortsetzen sollen», hielt Capacoel fest. Diese Frage wurde von den Arbeitern, die mit Salat und Spaghetti verköstigt wurden, klar beantwortet. «Wir wollen mehr Geld. Die Gewerkschaft soll sich für uns einsetzen.»