Man sei dabei zu klären, welche Massnahmen infrage kommen, schreibt er. Für Gemeinderätin Peer ist dies eine Enttäuschung: «Diese Antwort ist sehr unbefriedigend, da die Stellungnahme der Exekutive absolut nichtssagend ist.»

Am 2. September 2013 antwortete der Stadtrat auf ein von Peer gemeinsam mit elf Mitunterzeichnenden eingereichtes Postulat. Dieses forderte den Stadtrat dazu auf, das Dietiker Zentralschulhaus mittels Treppenlift behindertengängig zu machen. Da der Dietiker Finanzhaushalt die prognostizierten Kosten von 670 000 Franken nicht zu stemmen vermag, werde diese Massnahme für eine künftige Gesamtsanierung vorgemerkt, schrieb der Stadtrat damals.

An der Gemeinderatssitzung Anfang Oktober wurde das Postulat abgeschrieben. Der FDP-Gemeinderat Raphael Müller wies jedoch darauf hin, dass seine Mutter vor Jahren im Schulhaus Luberzen ein gehbehindertes Kind unterrichtet hatte. Dies sorgte bei den Parlamentariern für Staunen, da in der Antwort des Stadtrates diese Alternative unerwähnt blieb. Postulantin Peer fragte sich damals, ob der Stadtrat seine Antworten nicht umfassend abkläre.

Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani sagte auf Anfrage der Limmattaler Zeitung, dass tatsächlich eine gehbehinderte Schülerin im «Luberzen» unterrichtet worden sei. So habe die Schulklasse jedoch in ein ebenerdiges Schulzimmer umziehen müssen und auch andere Kompromisse seien nötig gewesen. Da der Unterricht teils auch in Spezialzimmern stattgefunden habe, wurde für das gehbehinderte Kind ein Treppenlift installiert. Die Mutter des Kindes kam zwischen den Stunden vorbei und fuhr ihren Sohn ins nächste Zimmer.

Es soll ohne Hilfe der Eltern gehen

Für die Exekutive steht fest, dass ein Schulbesuch des Mädchens in Dietikon zu favorisieren sei. Gibt es jedoch kein geeignetes Schulhaus in der Stadt, muss das Mädchen anderswo die Sekundarschule besuchen.

Jean-Pierre Balbiani verweist darauf, dass man sicherlich eine Lösung finde. Zurzeit werde abgeklärt, ob das Dietiker Sekundarschulhaus Luberzen geeignet sei und welche «unterstützenden Massnahmen» dabei eine Rolle spielen könnten. «Die möglichen Lösungen werden zusammen mit der Schülerin, ihren Eltern und der Schulleitungen ausgearbeitet», so Balbiani.

Die Einbindung der Eltern, wie bei dem gehbehinderten Jungen, der vor Jahren das «Luberzen» besuchte, ist für die Exekutive also eine Möglichkeit. Dass die Mutter zwischen den Schulstunden ihr Kind von Zimmer zu Zimmer bringt, ist für Catherine Peer jedoch keine Option. «Ist die Mutter berufstätig, dann ist das keine nachhaltige Lösung», sagt sie. Ausserdem sei es der Auftrag der Schule, das Kind zu unterrichten – auch ohne Hilfe der Eltern.

Peer gibt dem Stadtrat ein paar Wochen Zeit für eine Lösung, dann wird sie einen neuen politischen Vorstoss vorbereiten. «Es kann nicht sein, dass dieses Mädchen so lange im Ungewissen gelassen wird.» Jean-Pierre Balbiani verweist derweil darauf, dass erst vor den Frühlingsferien Ende April mit einer Lösung gerechnet werden kann. Auch kann er sich vorstellen, dass nicht die Eltern, sondern die Mitschüler den Transport von Zimmer zu Zimmer erledigen.