Fremdsprachenunterricht
Uneinigkeit im «Fall Frühfranzösisch»: Sind zwei Fremdsprachen zuviel?

Die Organisation Zürcher Kantonale Mittelstufe (ZKM) verlangt, dass eine der beiden Fremdsprachen an Primarschulen abgeschafft wird. Einige Gemeinden des Limmattals sind jedoch anderer Meinung - dies zeigt auch die Online Umfrage.

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Einige Schulen in der Region wollen am Frühfranzösisch festhalten und sehen keine Schwierigkeiten im Erlernen von zwei Sprachen im Primarschulalter.

Einige Schulen in der Region wollen am Frühfranzösisch festhalten und sehen keine Schwierigkeiten im Erlernen von zwei Sprachen im Primarschulalter.

Keystone (key)

Es sei «weltweit erforscht und wissenschaftlich erwiesen»: Der Fremdsprachenunterricht, wie er derzeit an den Primarschulen gelehrt werde, bringe nicht den gewünschten Nutzen, schreibt die Organisation Zürcher Kantonale Mittelstufe (ZKM) in einer Mitteilung vom Montag. Ein Grossteil der Schulkinder sei den heutigen Anforderungen nicht gewachsen.

Kinder, die bereits in der Primarschule in einer Fremdsprache unterrichtet werden, beherrschten diese nicht besser als jene, die sie erst ab der Sekundarstufe lernten.

Der jetzige Fremdsprachenunterricht schade mehr als er nütze, schreibt der ZKM. Eine der beiden Fremdsprachen müsse deshalb aus dem Stundenplan entfernt werden. Damit erhielten die Sechs- bis Zwölfjährigen «wieder mehr Luft für die wichtigen Fächer Deutsch, Mensch/Umwelt und Mathematik».

Der ZKM ist Mitglied des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (ZLV). Auch dessen Präsidentin, Lilo Lätzsch, ist der Meinung, dass die jetzige Situation «nicht zielführend» ist, wie sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Es brauche deshalb Veränderungen. «Wir haben zwei Wochenlektionen, dazu ein untaugliches Lehrmittel. Das macht keine Freude.»

Überforderte Kinder sind nur Einzelfälle

Abstimmung zur Online Umfrage «Soll das Frühfranzösisch erhalten bleiben?»

In der Online Umfrage der Limmattaler Zeitung, fiel das Ergebnis pro Frühfranzösisch aus. Von 36 Teilnehmern haben 23 für den Verbleib der Fremdsprache in Primarschulen gevotet. Die restlichen 13 Teilnehmer sind für eine Abschaffung.

In einigen Gemeinden wie Aesch, Oberengstringen, Uitikon und Schlieren wird die Situation betreffend der Eingliederung von zwei Fremdsprachen im Primarstufenalter etwas anders beurteilt. Natürlich gäbe es immer Schüler, welche mit dem Erlernen zweier Fremdsprachen überfordert seien. Im Grossen und Ganzen betreffe dies jedoch nur Einzelfälle. Anhand derer dürfe man aber keine allgemeinen Schlüsse ziehen, sagt Elsbeth von Atzigen, Schulpräsidentin von Oberengstringen.

Durch den spielerischen Umgang mit der Sprache, könne die Freude am anspruchsvollen Französisch noch mehr geweckt werden. Klar derfinierte Lernziele im Lehrmittel sollen den Unterricht noch attraktiver gestalten.

Viele Kinder würden zwar Englisch bevorzugen, da sich schneller Erfolge einstellen, jedoch sehe man keinen Grund deswegen Französisch abzuschaffen. Englisch sowie Französisch seien wichtige Fächer, vor allem wenn es dann um den Wechsel ins Berufsleben gehe.