Bei der Entlassung aus der Militärdienstpflicht in Birmensdorf tauchte manch ein bekanntes Gesicht aus dem Limmattal auf. So wurde an diesem Tag auch der Dietiker Jazzmusiker Philip Rellstab nach zwölf Jahren aus dem Militär entlassen. «Nun habe ich wieder Platz im Keller», freut sich der Dietiker. Die Entlassung hätte für ihn auch eine nostalgische Seite: «Vorher bin ich wieder ein paar Offizieren begegnet, die in der Rekrutenschule sehr streng waren. Das weckte sofort die alten Gefühle in mir», sagt der Jazzmusiker mit einem Schmunzeln.

Auch der Dietiker Stadtrat Heinz Illi verabschiedete die Armeemitglieder an der Feier. Er sei vor rund 25 Jahren aus dem Militär entlassen worden: «Was die Veranstaltung an sich betrifft, hat sich kaum etwas verändert», sagt Illi. Er sei froh, dass manche Traditionen in dieser schnelllebigen Zeit beibehalten werden. «Aber es freut mich andererseits auch, dass die Feier hier im Limmattal stattfindet. Vor ein paar Jahren wurde die Entlassung noch in Dübendorf gefeiert», so der Stadtrat.

In der Kaserne Reppischtal in Birmensdorf hat für 383 Armeeangehörige vor rund 10 Jahren die Rekrutenschule begonnen. Davon sind 177 aus dem Bezirk Dietikon und 206 aus Horgen. Und nun ging dieser Lebensabschnitt für sie am gleichen Ort zu Ende. Regierungsrat Ernst Stocker verabschiedete die Unteroffiziere, Gefreiten und Soldaten der Jahrgänge 1980 bis 1984 feierlich in der Mehrzweckhalle.

Entlassung aus der Wehrpflicht in der Kaserne Birmensdorf

Entlassung aus der Wehrpflicht in der Kaserne Reppischtal in Birmensdorf

Bier und «Armee 21»

Die diesjährige Entlassungsfeier war gleich in zweierlei Hinsicht eine Premiere: Zum einen ist der Jahrgang 1984, die erste Generation, die ihre Militärpflicht in der Struktur «Armee 21» leistete. Diese wurde im Jahr 2003 eingeführt und verlangt unter anderem, dass die Rekrutenschule 21 statt 15 Wochen dauert. Zum zweiten wurde an der Entlassungsfeier erstmals Bier offeriert.

Bei seiner Rede wünschte der Regierungsrat Ernst Stocker den entlassenen Armeeangehörigen, dass das Bier so schmeckt, wie beim ersten RS-Ausgang. Stocker bedankte sich für die Leistung und betonte, wie wichtig das Militär in der heutigen Zeit sei: «Vor den Geschehnissen im Nahen Osten müssen wir auf der Hut sein», sagte er in ernstem Ton.

Vor der Feier in der Mehrzweckhalle mussten die Soldaten ihre Ausrüstung abgeben – diese wiegt im Schnitt 20 Kilogramm. In Gruppen trennten sich die Armeeangehörigen während eineinhalb Stunden von ihren Bajonetten, Gewehren, Stiefeln und weiteren Gadgets. Einige Gegenstände durften die Entlassenen dennoch behalten, wie beispielsweise ihre Abzeichen oder T-Shirts: Diese begleiteten sie immerhin durch eine ereignisreiche Zeit.

Entsicherung der Waffen

Entsicherung der Waffen beim Abtritt