Was als friedliches Fest geplant war, artete am Samstagabend vor der Stadthalle in Auseinandersetzungen aus, die mehrere Schlägereien in der ganzen Stadt nach sich zogen. Erst durch einen gemeinsamen Grosseinsatz von Kantonspolizei und den Gemeindepolizeien Dietikon und Schlieren/Urdorf konnte die Lage beruhigt werden. Die Bilanz: Neun Personen wurden verletzt, zwei verhaftet, und das eritreische Fest, das trotz der Vorfälle durchgeführt wurde, erhielt einen schalen Beigeschmack.

Täter und Motive unbekannt

Wer hinter dem Angriff steckt und welche Motive die Unbekannten für die Tat hatten, ist unklar. «Wir wissen noch nicht, um was für Leute es sich bei den Angreifern handelt», sagte Beat Jost, Mediensprecher der Kantonspolizei Zürich, auf Anfrage. Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln. Auch Sicherheitsvorstand Heinz Illi war beim Polizeieinsatz zugegen. Während die Ermittlungen laufen, wollte er sich gegenüber der Limmattaler Zeitung jedoch nicht zum Vorfall äussern.

Typisch sei der Fall nicht. «Mit Eritreern gibt es meines Wissens sonst wenig Probleme», sagt Jost. Die Kantonspolizei geht nicht davon aus, dass der Vorfall rassistisch motiviert gewesen sei. Auch weil die Angreifer eine ähnliche Hautfarbe wie die Festbesucher gehabt hätten. «Es ist nicht auszuschliessen, dass sie aus dem Umfeld der Besucher stammen», so Jost. Von den neun Verletzten, die mit der Ambulanz ins Krankenhaus gefahren werden mussten, befinden sich zwei noch in Spitalpflege.

Streit eskalierte

Die mehreren Hundert Eritreer hatten sich eigentlich in der Dietiker Stadthalle eingefunden, um gemeinsam 22 Jahre Unabhängigkeit des nordostafrikanischen Staates zu feiern. Als sich die Halle kurz vor 18 Uhr langsam füllte, und weitere Besucher vor dem Gebäude eintrafen, gesellte sich eine Gruppe von Unbekannten zur Festgesellschaft, wie Jost erklärte. Diese zettelten vor der Stadthalle einen Streit an, der schliesslich eskalierte.

Die Dietiker Polizei konnte alleine wenig gegen die Massenprügelei ausrichten. «Anfangs waren relativ wenig Patrouillen vor Ort. So konnten die Streitenden Richtung Bahnhof flüchten», so Jost. Als die Kantonspolizei eingriff, hatten sich die Streitereien bereits auf verschiedene Orte im Gebiet zwischen Stadthalle und Bahnhof verlagert. Vor allem beim Bahnhof gab es Auseinandersetzungen.

Nur zwei Personen festgenommen

Mit vereinten Kräften konnten Kantons- und Gemeindepolizeien zusammen mit der Feuerwehr Dietikon die Situation entschärfen. «Definitiv beruhigt war die Lage erst um 21 Uhr», so Jost. Von den mehreren Dutzend Störenfrieden konnten nur zwei festgenommen werden. Diese befinden sich nun bei der Staatsanwaltschaft. «Weil anfangs wenig Polizisten vor Ort waren, konnten die meisten entwischen», hält Jost fest. Die Streithähne seien während längerer Zeit durch ganz Dietikon gerannt, das habe es schwierig gemacht, sie zu fassen.

Das Fest wurde trotz der Auseinandersetzungen durchgeführt. Weil es sich bei den Aggressoren nur um eine kleine Gruppierung gehandelt hatte, sah die Polizei keinen Grund, die restlichen Eritreer vom Feiern abzuhalten. «Die Polizei war aber die ganze Nacht vor Ort und hat die Situation weiter beobachtet», so Jost.