Die Ausstellung «Geroldswil macht Blau» hat seit der Vernissage Mitte Mai sowohl Leben wie auch Farbe in die Limmattaler Gemeinde gebracht: Die blauen Skulpturen der Zürcher Bildhauerin Lilian Hasler sind nicht nur im Hotel Geroldswil und im Gemeindehaus ausgestellt, sondern zieren auch den öffentlichen Bereich im Zentrum.

Doch am vergangenen Sonntag zeigte sich frühmorgens ein trübes Bild: Vor dem Hotel lagen sämtliche Skulpturen umgeworfen am Boden, einer Figur fehlte die rechte Hand und vom rund 2,5 Meter langen Fisch fehlte jede Spur.

«Es ist schade, wenn Leute unmündig sind, mit Kunst umzugehen», sagt Andreas Babic, der Organisator der Ausstellung. Vor Ort habe er die fehlende Hand ausfindig machen können. Man könne das zwar reparieren, «doch der Schaden an der Skulptur, der bleibt.»

Auch der Fisch kam glücklicherweise wieder zum Vorschein: Babic hat ihn noch am selben Morgen rund 30 Meter hinter der Kirche gefunden.

Skulpturen sind wieder aufgestellt

«Ganz genau, wissen wir nicht, was passiert ist», sagt Babic. Er vermutet jedoch, dass es Jugendliche waren, die am Samstagabend spät vom Ausgang zurückgekommen seien. Die Tat sei wohl aus Übermut oder Dummheit begangen worden.

Babic hat nun bei der Polizei eine Anzeige gegen unbekannt erstattet. Nach dem Vorfall sind die Skulpturen vom Hotelpersonal wieder aufgestellt worden, den Fisch hat Babic mit einem Hotelangestellten an seinen Platz zurückgebracht. Die Werke wieder an den angestammten Orten aufzustellen, sei das Einzige, was in dieser Situation zu tun gewesen sei. «Wir wollen uns nicht einschüchtern lassen.»

Als es darum ging, die Ausstellung zu organisieren, habe er gemeinsam mit der damaligen Gemeindepräsidentin Ursula Hofstetter die Risiken gut abgewägt, sagt Babic.

Da Geroldswil eher ruhig und ländlich sei, habe man sich entschieden, etwas Spektakuläres anzubieten: Den gesicherten Ausstellungsraum zu verlassen und den öffentlichen Raum zu suchen. «Im Moment, wo wir draussen ausstellen, sind wir für alle zugänglich», sagt Babic. Dann müsse man damit rechnen, dass etwas passieren kann.

Ausstellung dauert bis Ende Juni

Was sich vergangenes Wochenende zugetragen habe, findet Babic bedauerlich. Nach der Tatnacht hat er die Zürcher Bildhauerin, die zurzeit in Indien weilt, informiert. Lilian Hasler habe daraufhin geschrieben, dass der Vorfall «ein abschreckendes Beispiel» sei, was mit Kunst geschehen könne, die in einem öffentlichen Raum ausgestellt werde.

Die blauen Skulpturen sind noch bis Ende Juni im Zentrum von Geroldswil sowie im Hotel und im Gemeindehaus zu sehen. Dann werden die Kunstwerke im Hotel Glockenhof in Zürich ausgestellt. Diesmal befindet sich die Ausstellung ausschliesslich im Hotelbereich des Innenhofs. «Dort sind sie geschützt», sagt Organisator Babic.