Die Kantonsschule Limmattal lud ihre Schülerinnen und Schüler zum Gespräch ein. «Wir wollen einen Dialog schaffen», sagte Rektor Werner De Luca. Anlass für diese Diskussionsrunde war der Klima-Streik vom Freitag, 25. Januar.

Tausende Schülerinnen und Schüler gingen schweizweit auf die Strasse, um sich für die Umwelt und gegen den Klimawandel starkzumachen. Viele Kantischüler fehlten unentschuldigt, um an der Demonstration teilzunehmen. Der Umgang mit der Vielzahl an fehlenden Schülern wurde zum Thema.

Die einen fanden, dass man die Streikenden nicht bestrafen solle. Andere waren der Meinung, die betroffenen Schulen müssten hart durchgreifen. Kurz: Jeder hatte eine Meinung dazu, plötzlich stand nicht mehr das Klima im Fokus, sondern die Schulen. «Das finde ich schade, es sollte sich ja um ihr Begehren drehen. Die Schulen haben grundsätzlich kein Problem», sagte De Luca. Man müsse sich am Gesetz und am Reglement orientieren – viel zu diskutieren gebe es da nicht. Eigentlich.

«Der Sinn liegt im Rebellischen»

Aber De Luca und der Rest der Schulleitung wollten ihren Schülern entgegenkommen. Doch nicht etwa indem sie das Streiken erlaubten. «Der Sinn vom Streiken liegt ja im Rebellischen, man will Regeln brechen, um Aufmerksamkeit zu erlangen», sagte er. Und führte aus: «Wenn wir diese Streiks erlauben, unterbinden wir dadurch genau dieses Ziel. Dann hat es nicht mehr viel mit Widerstand zu tun.»

Die Schule, vertreten durch Rektor Werner De Luca und Prorektor Harald Pierhöfer, wollte aber den Streikenden auch eine Möglichkeit geben, sich zu äussern. «Wir wollen von ihnen erfahren, was wir als Schule fürs Klima zusätzlich leisten können. Die Problematik wird bereits auch im Unterricht thematisiert», sagte De Luca. Also versammelten sich am Donnerstagmittag ungefähr 40 Jugendliche im Vorlesungssaal der Kantonsschule Limmattal.

Sympathie und Strafe

De Luca begann mit einem Ausdruck der Sympathie für das Engagement der Jugendlichen. Er persönlich begrüsse es, dass sie sich für die Umwelt einsetzen wollen. Es sei ja auch ein Bildungsziel der Kantonsschulen, aus ihnen selbstständige und kritische Personen zu machen, welche für sich und die Umwelt Verantwortung übernehmen. Trotzdem machte er seinen Schützlingen schnell klar, dass das Fernbleiben von der Schule wegen eines Streiks nicht ohne Folgen bleiben könne.

Die Folge ist eine disziplinarische Massnahme. Diese fällt ganz im Sinne der Umwelt aus, für die sich die Schülerinnen und Schüler einsetzen wollen. Sie werden gemeinsam das Areal rund um das Schulhaus reinigen, indem sie fötzeln. So können sie auch ihr Bewusstsein schärfen, was alles einfach liegen gelassen oder weggeworfen wird.

Hinsichtlich zukünftiger Streiks wies der Rektor darauf hin, dass die Schule am Disziplinarreglement festhalten werde und somit auch an den dort vorgesehenen Massnahmen. Unentschuldigte Absenzen, wie verständlich der Grund auch sein möge, würden weiterhin geahndet. De Luca appellierte an die Eigenverantwortung. Vonseiten der Schüler gab es nicht viele Anmerkungen und keine Einwände.

Sie nahmen die Entscheidung der Schulleitung mit einem Kopfnicken zur Kenntnis. De Luca gab den Schülern zu verstehen, dass die Schule sich nicht gegen sie stellt. Aber auch, dass die Bildung nicht zu kurz kommen soll, indem Politisches auf den Schultern der Schule ausgetragen würde.