Die Auswirkungen des Baus der Limmattalbahn sind in Dietikon spätestens seit dieser Woche deutlich spürbar. Der Grosskreisel Dietikon-West wurde in Betrieb genommen. Das bedeutet, dass die Badenerstrasse von der Steinmürlistrasse an bis zur Bäckerstrasse nur von Westen nach Osten, also in Richtung Zentrum, befahrbar ist. Die Überlandstrasse ist im Abschnitt Weiningerstrasse bis zur Bunkerkreuzung nur in Richtung Spreitenbach passierbar. Die Bäcker-, Merkur- und Weiningerstrasse sind nur in Richtung Überlandstrasse offen. Mit diesen Einschränkungen müssen Fahrzeuglenker bis im Juni 2022 leben, so lange wird der Verkehr über diesen Grosskreisel abgewickelt.

Doch nicht nur die Autofahrer müssen sich anpassen, auch die Fussgänger. Das zeigt sich an der Bunkerkreuzung in Dietikon. Am Wochenende wurde der Fussgängerübergang über die Überlandstrasse und über die Badenerstrasse entfernt. Damit ist Gemeinderat Ernst Joss (AL) nicht einverstanden. «Es ist ein unhaltbarer Zustand. Auch wenn kein Grossquartier an die Bunkerkreuzung grenzt, gibt es dort Fussgänger, Spaziergänger, ja sogar Schulkinder. Die kann man doch nicht einfach abklemmen.»

Wenn es keine andere Lösung gibt, muss eine Passerelle her

Besonders stört sich Joss an dem Umstand, dass die Verantwortlichen bei der Orientierung über den Bau der Limmattalbahn Ende Juni versichert hätten, dass der Langsamverkehr gewährleistet sei. Er verstehe, dass es Einschränkungen gebe, doch das könne man Fussgängern nicht zumuten. «Der nächste Übergang über die Überlandstrasse liegt bei der Grabackerstrasse und der Bleicherstrasse. Für Leute, die schlecht zu Fuss sind, ist das viel zu weit.» Und erst bei der Steinmürlistrasse führe der nächste Übergang über die Badenerstrasse. Wenn es keine andere Lösung gebe, müsse halt eine Passerelle her. «Den Leuten den Übergang wegzunehmen, ist zudem gefährlich.» Er habe schon einige Leute die Kreuzung auch ohne Zebrastreifen überqueren sehen.

Joss stösst sich auch daran, dass die Anwohnenden vorgängig nicht über diesen Schritt informiert wurden. «Es müsste zumindest eine Signalisation geben, damit man nicht vergebens in diese Richtung läuft.» Der Gemeinderat konfrontierte die Limmattalbahn AG mit seinen Bedenken. Diese verweist darauf, dass der Übergang bei der Grabacker- und der Bleicherstrasse bestehen bleibt. «Uns ist bewusst, dass die Entfernung des Übergangs bei der Bunkerkreuzung zu Umwegen führt, doch wir können ihn aufgrund des Baus und der entstehenden Unterführung nicht aufrechterhalten», sagt Daniel Issler, Geschäftsführer der Limmattalbahn AG. Es sei ihnen ein Anliegen, dass der Langsamverkehr funktioniere.

«Doch wir können nicht über jeden einzelnen Fussgängerübergang, der wegkommt, informieren», sagt Issler. Nichtsdestotrotz nehme man sich Joss’ Kritik zu Herzen. «Wir versuchen, die Situation zu verbessern, und werden Signalisationen anbringen, die die betroffenen Anwohnenden besser leiten.» Es sei klar, dass vor allem zu Beginn der Bauarbeiten und den damit verbundenen Einschränkungen viel Geduld auf beiden Seiten gefragt sei.