Dietikon

Umfrage zur Förderung der Wirtschaft zeigt: Viele Firmen haben zu wenig Platz zum Wachsen

Blick auf das Industriegebiet Silbern in Dietikon: Den dort angesiedelten Unternehmen fehlt Raum für Wachstum. Einige überlegen sich daher eine Standortverlegung.

Blick auf das Industriegebiet Silbern in Dietikon: Den dort angesiedelten Unternehmen fehlt Raum für Wachstum. Einige überlegen sich daher eine Standortverlegung.

Das Resultat der grossen Firmenbefragung ist da: Obwohl sich die Hälfte der Unternehmen zum Standort Dietikon bekennen, besteht dringender Handlungsbedarf. Standortförderer Adrian Ebenberger erklärt, wo der Schuh drückt.

Viele Dietiker Firmen stossen an ihre Grenzen. So lautet die Erkenntnis einer Umfrage der Standortförderung. Im Oktober wurden 1650 Unternehmen zur Teilnahme eingeladen, nun sind die Ergebnisse da. 233 Firmen haben sich beteiligt, also lediglich 14,1 Prozent aller Dietiker Unternehmen.

Auch wenn diese Zahl nach wenig klingt, ist Standortförderer Adrian Ebenberger zufrieden: «Bei den Firmen, die es nicht für nötig hielten, an der Umfrage teilzunehmen, drückt der Schuh anscheinend nicht.» Die Umfrage habe aber gezeigt, dass es sehr wohl Unternehmen gebe, mit denen die Stadt den Dialog suchen sollte.

Die Befragung sollte Klarheit darüber schaffen, wie es um die Entwicklungsperspektiven von Dietiker Unternehmen steht und wo sich ein Standortwechsel oder eine Nachfolge abzeichnet. Ebenfalls interessierte, wie die Unternehmen den Firmenstandort beurteilen.

Denn: «Wir müssen pflegen, was wir haben», sagt Ebenberger. Das heisst, die Stadt will sich auf den Erhalt der bestehenden Unternehmen konzentrieren, statt nur auf die Ansiedlung neuer Firmen. «Wir möchten, dass sich die Unternehmen hier wohlfühlen und ihre Arbeitsplätze erhalten», sagt Ebenberger. Und dazu gehöre, von Zeit zu Zeit den Puls zu fühlen.

Den Firmen fehlt Raum für weiteres Wachstum

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich: Am meisten Handlungsbedarf besteht beim Raum für weiteres Wachstum. Die knappe Mehrheit der Unternehmen hat am heutigen Standort nicht genügend Platz, um sich weiterzuentwickeln.

Als Folge planen aktuell 30 Firmen einen Ausbau und 27 eine Verlagerung des Standorts. Dabei stellen sich mehr als die Hälfte dieser Firmen die Frage, ob Dietikon weiterhin der richtige Standort ist. «Diese zentrale Erkenntnis müssen wir ernst nehmen», sagt Ebenberger. «Mein Ziel ist es, bis Weihnachten mit den Firmen Kontakt aufzunehmen, bei denen dringender Handlungsbedarf besteht.»

Infogram: Standortförderung in Dietikon Firmenumfrage

Fakt ist jedoch: Die Stadt Dietikon ist vom Platz her beschränkt, neue Flächen zu bebauen ist praktisch unmöglich. «Wir können Gewerberäume anbieten», sagt Ebenberger. «Aber nicht allen Firmen können wir das passende Angebot vermitteln.» Für Gewerberäume bestehen oft enge Kriterien. So benötigen einige Firmen hohe Decken, andere starke Böden für ihre schweren Maschinen.

Gemeinsam mit den Unternehmen will die Standortförderung nun die Bedürfnisse herausfinden und nach Möglichkeiten suchen, um sie weiterhin in Dietikon behalten zu können. «Schliesslich wollen wir unseren treuen Firmen ebenfalls unsere Wertschätzung zeigen», sagt Ebenberger.

Gegensätzliche Wünsche beim Thema Verkehr

Auch das Thema Verkehr beschäftigt das Dietiker Gewerbe: So nannten einige Unternehmen als Verbesserungswunsch weniger Verkehrslärm. Gleichzeitig sei ein zentraler Punkt aber auch eine bessere Erreichbarkeit und bessere Verkehrserschliessung. «Die Bedürfnisse der Firmen sind teilweise widersprüchlich», sagt Ebenberger. Einige sind abgelegener positioniert, andere befinden sich entlang der Hauptstrassen. «Da gehen die Wünsche logischerweise auseinander.»

So oder so seien der Stadt diesbezüglich aber die Hände gebunden. Denn: «Wir haben keinen Einfluss auf den Bau von Kantonsstrassen», sagt Ebenberger. Projekte wie die Limmattalbahnbaustelle, die derzeit stark polarisiert, könne die Stadt kaum beeinflussen. Bezüglich der Wünsche der Firmen betreffend Verkehr wird die Stadt folglich wenig ausrichten.

Dafür möchte die Standortförderung den Firmen auch bei der Nachfolgeregelung helfen. Dazu hat Ebenberger einige Aktivitäten im Kopf. «Konkret möchte ich aber noch nichts dazu sagen.» Dann lässt er sich doch erweichen: «Ich stelle mir eine Infoveranstaltung vor, bei der sich die betroffenen Unternehmen aus erster Hand über das Vorgehen und die Möglichkeiten informieren können.»

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