Umfrage
8000 Personen werden befragt: Der Kanton will wissen, wie das Limmattal tickt

Der Kanton Zürich greift zu einem Instrument, das er nur selten anwendet: Er will in diesem Jahr bis zu 8000 Limmattalerinnen und Limmattalern auf den Zahn fühlen und herausfinden, wie sie die Entwicklung der Region sehen.

Oliver Graf
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Industriegebiete und Natur, Städte und Dörfer, Zürich und Aargau: Das Limmattal – hier ein Blick auf das Industriegebiet Silbern in Dietikon von Geroldswil aus – ist vielfältig und unterschiedlich. Eine Umfrage soll nun zeigen, was die Identität der Region wirklich ausmacht.

Industriegebiete und Natur, Städte und Dörfer, Zürich und Aargau: Das Limmattal – hier ein Blick auf das Industriegebiet Silbern in Dietikon von Geroldswil aus – ist vielfältig und unterschiedlich. Eine Umfrage soll nun zeigen, was die Identität der Region wirklich ausmacht.

Sandra Ardizzone (29. Juni 2017)

Das Limmattal ist auf der Landkarte an sich einfach zu fassen: Doch der Raum entlang des Flusses ist vielfältig. Das weiss auch die kantonale Baudirektion: «Die Region besteht aus einem sehr heterogenen Gefüge, wozu kleinere Gemeinden und grössere Städte dazugehören.» Und diese vielfältige Region werde dazu noch horizontal durch die Limmat und vertikal durch die Grenze zwischen den Kantonen Zürich und Aargau getrennt.

Die beiden Kantone wollen in Zusammenarbeit mit dem Verein Regionale 2025 nun herausfinden, was die Bevölkerung von ihrer Region hält und welche Entwicklungen sie sich wünscht. Die kantonale Baudirektion hat deshalb kürzlich eine «Bevölkerungsbefragung Limmattal» in die öffentliche Auflage geschickt.

Was beschäftigt die Limmattalerinnen und Limmattaler?

Demnach sollen im laufenden Jahr Bewohner verschiedener Zürcher Gemeinden befragt werden. Maximal 8000 zufällig ausgewählte Personen werden dabei vom Forschungsinstitut gfs.bern vorwiegend elektronisch befragt. Gemäss amtlicher Publikation geht es bei der freiwilligen Umfrage unter anderem um die «Legitimation der Aktivitäten der Kantone Zürich und Aargau im Limmattal» sowie um «Themenpräferenzen der Bevölkerung».

Das mag nun kompliziert klingen, doch geht es im Kern einfach darum, der Limmattaler Bevölkerung auf den Zahn zu fühlen, wie es auf Nachfrage bei der kantonalen Baudirektion heisst:

«Ziel ist, herauszufinden, wie das Limmattal tickt, um die vielfältige Region zu stärken.»

Denn das Limmattal sei eine stark wachsende Region, deren Entwicklung eine Reihe von Herausforderungen mit sich bringe. «Neben neuen Anforderungen an die Raumgestaltung, Mobilität oder bestehende politische Prozesse gehört insbesondere auch das Zusammenspiel vielfältigster Identitäten zu den zentralen Herausforderungen.»

Was macht die Limmattaler Identität aus?

Mit der geplanten Bevölkerungsbefragung soll nun geklärt werden, was die Identität des Limmattals eigentlich genau ausmache und wie die Bevölkerung dazu stehe, schreibt die Baudirektion. Es sollen unter anderem folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie sehen die Lebensumstände der Bevölkerung im Limmattal aus?
  • Was sind die Anliegen der Limmattaler Bevölkerung?
  • Wie und als was wird das Limmattal wahrgenommen?
  • Wie steht es um die Bekanntheit, Akzeptanz, Nutzung und Erwartungen an die Regionale 2025?

Die gewonnenen Informationen wollen die Kantone Zürich und Aargau sowie der Verein Regionale 2025 für weitere Projektarbeiten, Ausrichtungen und den Dialog mit der Bevölkerung verwenden.

Der Verein Regionale 2025 wurde 2015 gegründet und wird von 16 Limmattaler Gemeinden und Städten sowie von den Kantonen Aargau und Zürich getragen. Er verfolgt das Ziel, die Identität des Limmattals zu stärken, indem im Zeitraum von 2015 bis 2025 unterschiedlichste Projekte unterstützt, koordiniert und auf ihrem Weg weitergebracht werden.

Die letzte solche Bevölkerungsbefragung fand 2013 statt

Die Regionale dient als Motor für die nachhaltige Entwicklung des Limmattals und unterstützt Projekte aus den Bereichen Erneuerung, Freiraum und Zusammenleben. An drei grossen Ausstellungen in den Jahren 2019, 2022 sowie 2025 werden die Projekte und deren Fortschritt der Bevölkerung vorgestellt und zugänglich gemacht.

Derartige Bevölkerungsbefragungen gibt es nicht häufig. Die letzte liess das Amt für Raumentwicklung im Jahr 2013 durchführen. In deren Fokus lag im Rahmen der langfristigen Raumentwicklungsstrategie die Akzeptanz der Dichte.