Spital Limmattal
Um das MRI zu betreiben, braucht es keine Tricks mehr

Neu wird das MRI Zentrum Schlieren nicht mehr als eigene Organisation betrieben, sondern in das Spital Limmattal integriert. Den Liquidationsbeschluss fällte die MRI AG an einer ausserordentlichen Generalversammlung am 24. Januar.

Bettina Hamilton-IRvine
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Seither hat sich das gesundheitspolitische Umfeld stark geändert: Eröffnung des neuen MRI-Zentrums im Januar 2005 im Spital Limmattal in Schlieren. Archiv/Flavio Fuoli

Seither hat sich das gesundheitspolitische Umfeld stark geändert: Eröffnung des neuen MRI-Zentrums im Januar 2005 im Spital Limmattal in Schlieren. Archiv/Flavio Fuoli

Nicht immer war die Situation so einfach. Noch vor acht Jahren war die Anschaffung eines Geräts für Magnetresonanztomografie – oder zu Englisch Magnetic Resonance Imaging (MRI) – aufgrund der hohen Kosten politisch umstritten. Die kantonale Gesundheitsdirektion war damals der Meinung, ein regionales Spital wie das Spital Limmattal brauche keines der teuren MRI-Geräte, welche den Ruf hatten, die Gesundheitskosten in die Höhe zu treiben. Die Anschaffung wurde deshalb nicht bewilligt.

Mit einem Trick schaffte es das «Limmi» trotzdem, im Januar 2005 ein MRI-Zentrum zu eröffnen. Die Gesundheitsdirektion tolerierte die Anschaffung nämlich, solange das Gerät ausserhalb des Spitalgebäudes stand, dessen Betrieb rechtlich von jenem des Spitals getrennt war und die Buchhaltung separat geführt wurde. Mit der Gründung einer vom Spital losgelösten Organisation, dem MRI-Zentrum Schlieren, wurden diese Bedingungen erfüllt. Es war ein Weg, den zuvor auch schon das Spital Uster gegangen war.

Unterdessen sind keine Tricks mehr nötig, um ein MRI-Gerät zu betreiben. Wie Spitaldirektor Thomas Brack gestern sagte, ist es heute «angesehen und etabliert, dass ein Spital ein eigenes MRI-Gerät braucht». Er gehe sogar davon aus, dass der Kanton die Anschaffung heute auch dann bewilligt hätte, wenn noch die alte Spitalfinanzierung gelten würde.

Dass diese jedoch per 1. Januar durch das neue Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetz ersetzt wurde, ist ein weiterer guter Grund, wieso die Magnetresonanztomografie nicht mehr als Sonderfall behandelt werden muss. Denn: «Die neue Spitalfinanzierung gibt uns mehr unternehmerische Freiheit», sagt Spitaldirektor Brack. Da sich der Kanton nicht mehr an den Investitionen beteilige – sie müssen vom Spital über einen prozentualen Zuschlag pro Fall selber finanziert werden –, könne er diesbezüglich auch nicht mehr mitreden.

Gerät muss bald ersetzt werden

Für das Spital Limmattal gibt es jedoch noch weitere Gründe, wieso gerade jetzt ein guter Moment ist, um das MRI-Zentrum in den Betrieb zu integrieren, wie Brack sagt. «Im Rahmen der neuen Spitalstrategie wollen wir unsere Kernleistungen vollumfänglich selber anbieten», so Brack. Zudem führe ein eigenständig betriebenes MRI auch zu einer stärkeren Identifikation und Motivation bei den Mitarbeitenden. Und: Das bei der Eröffnung des Zentrums angeschaffte Gerät ist mittlerweile sieben Jahre alt und sollte gelegentlich ersetzt werden. Es mache mehr Sinn, wenn diese Investition gleich vom Spital selber übernommen werde.

MRI bleibt im Containerbau

Hinsichtlich des Betriebs werde sich jedoch nichts ändern, sagt Brack: «Heute läuft es genau gleich weiter wie gestern.» Auch örtlich verbleibt die MRI-Abteilung in dem am Spital angebauten Container, in welchem sie 2005 den Betrieb aufnahm. Ein Vorteil der Umstrukturierung ist hingegen der reduzierte administrative Aufwand. So musste die MRI AG zuvor eine separate Buchhaltung führen und einen separaten Abschluss vorlegen sowie einen eigenen Verwaltungsrat stellen und Generalversammlungen durchführen. Das alles fällt nun weg. Auch werden Patienten in Zukunft nur noch eine Rechnung bekommen und nicht zwei.

Das alles waren gute Gründe für die Integration, welche rückwirkend per Anfang Jahr erfolgte. «Eine zweigeteilte Struktur passt heute nicht mehr zu unserer Strategie», so Brack: «Und da es nun auch kein Gesetz mehr gibt, welches uns im Weg steht, war jetzt der richtige Zeitpunkt für diesen Schritt.»