Uitikon/Birmensdorf
Pumpwerk in Landikon wegen Chlorothalonil abgestellt – Uitikon bezieht nun immer mehr Fremdwasser

Rund 4800 Einwohner beliefert die Uitiker Wasserversorgung mit Trinkwasser. Nun hat die Wasserversorgung ihren Jahresbericht 2020 veröffentlicht.

David Egger
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Weniger eigenes Grundwasser und weniger Quellwasser: Uitikon muss immer mehr Fremdwasser von anderen Wasserversorgungen beziehen.

Weniger eigenes Grundwasser und weniger Quellwasser: Uitikon muss immer mehr Fremdwasser von anderen Wasserversorgungen beziehen.

Bild: Reto Martin

Rund 465'000 Kubikmeter Wasser wurden letztes Jahr in Uitikon benutzt. Im Vorjahr waren es noch 432'800 Kubikmeter.

Immer weniger Wasser stammt von der eigenen Grundwasserproduktion, die sich im Birmensdorfer Ortsteil Landikon befindet. Von dort stammten 2019 noch 192'700 Kubikmeter Wasser respektive 45 Prozent des gesamten Wasserbezugs – 2020 waren es noch 103'000 Kubikmeter respektive 22 Prozent. Die starke Abnahme hat auch damit zu tun, dass das Pumpwerk Landikon abgeschaltet werden musste. So heisst es im Jahresbericht der Uitiker Wasserversorgung:

«Aufgrund einer Überschreitung des Höchstwertes des Pestizides Chlorothalonil musste das Pumpwerk Landikon bis auf weiteres ausser Betrieb genommen werden. Die Wasserversorgung ist daran, die Werte unter den Höchstwert zu bringen.»

Der eigene Quellwasserertrag geht minim zurück: 2020 nutzte Uitikon 11'000 Kubikmeter Quellwasser, was drei Prozent des gesamten Wasserverbrauchs ausmacht. 2019 waren es noch 11'500 Kubikmeter, was ebenfalls drei Prozent des gesamten Wasserverbrauchs entspricht.

Umso mehr nimmt der sogenannte Fremdwasserbezug zu. 2019 bezog Uitikon 219'600 Kubikmeter Wasser respektive 52 Prozent des gesamten Wassers von anderen Wasserversorgungen. 2020 waren es bereits 351'000 Kubikmeter – das entspricht 75 Prozent des gesamten Uitiker Wasserverbrauchs.

Das Fremdwasser stammt zum einen von der Gruppenwasserversorgung Limmat, also dem Grundwasserpumpwerk Schönenwerd, und zum anderen von der Gruppenwasserversorgung Amt, Limmat und Mutschellen, über die Trinkwasser von der Stadt Zürich bezogen werden kann.

Das Trinkwasser im Versorgungsnetz ist einwandfrei – nur ein privater Brunnen musste abgeschaltet werden

Das Trinkwasser im Uitiker Leitungsnetz ist einwandfrei, wie entsprechende Trinkwasserproben zeigen. An vier verschiedenen Daten wurden letztes Jahr Proben genommen. Nur eine Probe erfüllte die Anforderungen nicht, doch handelte es sich dabei um einen privaten Brunnen, dessen Wasser von einer einzelnen Quelle stammt und der nicht an das Uitiker Trinkwassernetz angeschlossen ist. Der private Brunnen wurde abgestellt, gereinigt und desinfiziert.

Die Uitiker Wasserversorgung muss sich auch um ihre Wasserleitungen kümmern. Das gibt einiges zu tun, wie im Jahresbericht nachzulesen ist. So gab es 2020 sechs Leitungslecks an der öffentlichen Versorgung und fünf Leitungslecks an privaten Hausanschlussleitungen. Entsprechend wurden auch 2020 mehrere Leitungen saniert. Auch für 2021 sind verschiedene Projekte geplant. Nicht nur neue Versorgungsleitungen; auch der Neubau «Reservoir Buechhoger» muss weiter geplant werden.