Parkplatzproblem
Uitikon weist profitierende Langzeitparkierer in die Schranken

Weil öffentliche Parkplätze immer öfter den ganzen Tag besetzt sind, ergreift die Gemeinde Uitikon Massnahmen. Sie hat nun ein Parkkartenregime.

Alex Rudolf
Merken
Drucken
Teilen
Die neue Parkierungsverordnung hat bis jetzt positives Feedback erhalten. (Symbolbild)

Die neue Parkierungsverordnung hat bis jetzt positives Feedback erhalten. (Symbolbild)

David Egger

Sie sind durchaus beliebt. Die Rede ist von den Parkplätzen im Spilhöfler in Uitikon. Hier kann man sein Auto beliebig lange abstellen und jemanden im gleichnamigen Alters- und Pflegeheim besuchen, bei der Bäckerei Bode Besorgungen erledigen oder sein Kind kurz in die Krippe Löwenzahn bringen.

Doch gibt es einige Autofahrer, die die fehlende Zeitbeschränkung ausnutzen. «Es ist seit geraumer Zeit eine unbefriedigende Situation», wie der Gemeinderat in der aktuellen Ausgabe des Üdiker-Kuriers schreibt.

So häufe es sich laut Gewerbetreibenden und Anwohnern, dass Pendler ihre Fahrzeuge morgens abstellen und erst abends nach mehr als acht Stunden wieder abholen. «Ortsansässige Gewerbetreibende und deren Kunden haben so Schwierigkeiten, freie Parkplätze zu finden», schreibt der Gemeinderat weiter. Daher verabschiedete er eine neue Regelung.

«Neu verfügt die Gemeinde über eine Parkierungsverordnung, im Rahmen derer das Parkieren auf mehreren Gebieten geregelt ist», sagt Sicherheitsvorstand Patrik Wolf (FDP) auf Anfrage.

Eines dieser Gebiete ist jenes im Spilhöfler. Dort ist es neu zwischen 7 Uhr und 20 Uhr nur maximal für vier Stunden erlaubt, sein Auto abzustellen. So wolle der Gemeinderat verhindern, dass Automobilisten ihre Fahrzeuge abstellen und per Bus in die Stadt zur Arbeit fahren, so Wolf.

«Diese Regelung gilt jedoch nicht für ortsansässige Gewerbler und weitere Berechtigte. Sie können bei der Gemeinde gebührenpflichtige Parkkarten für 150 Franken pro Jahr und Fahrzeug beziehen», sagt er weiter. Mit einer solchen könne man das Auto während maximal neun Stunden stehenlassen.

«Es geht uns nicht darum, Geld zu machen. Es sollen einfach alle gut aneinander vorbeikommen», so Wolf. Feedback habe es bislang nur vereinzelt von Gewerblern gegeben, die mit der neuen Handhabe zufrieden seien.

Auch Privatgrund betroffen

Neu seien auch die Parkplätze beim Zentrum Waldegg in die Parkierungsverordnung aufgenommen worden. Dabei handle es sich zwar um Privatgrund. Trotzdem nahm der Gemeinderat diese Parkplätze in die Verordnung auf, da so verhindert werden soll, dass unbekannte Privatunternehmen dort Bussen verteilen.

«Die Überwachung der Parkplätze und die allfällige Bussenerteilung wird durch die Gemeindepolizei durchgeführt», heisst es im Kurier. Hier darf zwischen 8 Uhr und 20 Uhr gegen Entrichtung der Parkgebühr an der Parkuhr höchstens acht Stunden parkiert werden. Der Stundenpreis wird von den Grundeigentümern festgelegt, die Gemeinde habe darauf keinen Einfluss, heisst es.

Künftig könnten auch weitere Parkplätze der Parkierungsverordnung zugeschlagen werden und somit kostenpflichtig werden. Damit sei etwa der Parkplatz Feldermoos gemeint, der zu Teilen der Stadt Zürich und der Gemeinde Uitikon gehört. «Aber auch die Parkplätze beim Hallenbad werden heute nicht systematisch kontrolliert, was künftig nötig werden könnte», sagt Wolf. D

ie Gemeinde habe es jedoch keineswegs darauf abgesehen, unnötige Regelungen und Verbote zu erarbeiten. «Wir regeln so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich.»