Was lange währt, wird endlich gut. Der Ortsbus 201 fährt seit dem Fahrplanwechsel nun statt nur in Uitikon bis nach Schlieren. Am Sonntagmorgen startete der erste Bus 201 Richtung Schlieren Rütistrasse. Unter der Woche verkehrt die Linie jede halbe Stunde und neu auch stündlich sonntags. Um dies zu feiern, hat die Postauto AG die Uitiker sowie den Schlieremer Stadtrat zu Kaffee und Gipfeli an der Haltestelle «Uitikon Dorf» eingeladen.

Der zuständige Uitiker Sicherheitsvorstand Patrik Wolf hielt eine kurze Ansprache. «Uitikon ist eine Limmattaler Gemeinde und hat bisher keine direkte öV-Verbindung ins Limmattal. Mit der Verlängerung des Ortsbusses bis nach Schlieren hat man statt eine Stunde öV-Reisezeit nur noch acht Minuten.»

Die Uitiker seien bisher stark nach Zürich orientiert, doch sollten sie den Anschluss ans Wachstum im Limmattal nicht verpassen. Auch Uitikon selbst wachse. Mit dieser Busverbindung möchte man den öV stärken. Schlieremer könnten von nun an auch am Sonntag statt mit dem Individualverkehr mit dem öV ins Uitiker Hallenbad oder auf den Üetliberg, so Wolf.

Offene Zukunft

Den Stein ins Rollen brachten 2011 zwei Uitiker Einwohnerinnen, die eine Petition einreichten, wie das Halden-Quartier mit dem öV besser zu erschliessen sei. Im Laufe des Abklärungsprozesses kristallisierte sich die neue Lösung für den Ortsbus heraus. Im Herbst 2016 stimmte das Uitiker Stimmvolk der Buslinienverlängerung zu.

Zwar empfahl die FDP-Ortspartei sowie die Rechnungsprüfungskommission eine Ablehnung, weil die Verlängerung die Gemeinde jährlich 590'000 Franken kostet und die Postauto AG lediglich den Betrieb sicherstellt, nicht aber für die Kosten aufkommen will. Nach vierjährigem Testbetrieb wird sich nun herausstellen, ob die Zürcher Verkehrsbetriebe die Buslinienverlängerung in ihr Gebiet aufnehmen wird. Dies ist davon abhängig, ob die Kosten mit 30 Prozent der Ticket-Einkünfte gedeckt sein werden.

Der Bus kommt gut an

Die Stadt Schlieren beteiligt sich mit einem Beitrag von jährlich 35 000 Franken an den Betriebskosten. Denn in Schlieren hat man im Sommer 2016 eine Ortsbus-Initiative abgelehnt, die ein breiteres öV-Netz in Schlieren abdecken sollte. «Die Erschliessung der Kampstrasse und des Bahnhofs Nord mit dieser Busverbindung ist nun ein guter Teil-Kompromiss», sagte der Schlieremer Stadtpräsident Toni Brühlmann gestern bei der Jungfernfahrt.

Das Ehepaar Hermann und Annemarie Müller genossen jedenfalls bereits die erste Fahrt nach Schlieren. «Wir sind beide nun 82 Jahre alt. Wir werden diese Linie umso mehr nutzen, wenn das Auto für uns keine Option mehr ist», sagte Annemarie Müller. Besucherin Erika Schmid aus Uitikon fand die Buslinienverlängerung gut: «Den Versuch muss man machen. Ich werde die Verlängerung nutzen als praktische Option neben der Üetlibergbahn».

Auch der Uitiker und Initiant des Pro-Ortsbus-Komitees Daniel Schwendimann liess sich die erste Fahrt durch die verschneite Landschaft nicht entgehen: «Es ist eine tolle Sache und ein Beitrag an die Feinverteilung im Limmattaler Verkehr.» Der Uitiker Gemeindepräsident Chris Linder sagte: «Es ist eine Freude, dass nach langen Bemühungen und Verhandlungen, eine gute Lösung gefunden wurde.» Ein Ausblick gab der zuständige Gemeinderat Wolf. Einige Schwierigkeiten bezüglich Strassenumleitungen und Stau aufgrund der Bauten rund um die Limmattalbahn würden zu meistern sein.

Optimierungsmöglichkeiten würden sich im Laufe des Betriebs aber noch zeigen. Und der Regionaleiter der Postauto AG, Markus Hegglin, sagte: «Damit setzen wir ein Zeichen, dass der öV nicht nur Haupt-, sondern auch Nebenachsen bedient.»