Musik
Uitikon steht ganz oben auf Jeff Turners Liste

Country-Legende Jeff Turner erklärte nach seinem Konzert, wieso er besonders gerne nach Uitikon kommt.

Daniel Diriwächter
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Country-Legende Jeff Turner hat Spass an seinem Konzert in Uitikon
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Weihnachts- und Countrystimmung im Üdiker-Saal
Jeff Turner
Britta T und Rolf Raggenbass
Jeff Turner live in Uitikon
Jeff Turner live in Uitikon
Jeff Turner live in Uitikon
Jeff Turner live in Uitikon

Country-Legende Jeff Turner hat Spass an seinem Konzert in Uitikon

Daniel Diriwächter

Wenn Jeff Turner auf seine alljährliche «Christmas Tour» geht, darf ein Auftritt in Uitikon nicht fehlen. So liess es sich der legendäre Country-Musiker nicht nehmen, am Donnerstag im Üdiker Huus zu singen – und lockte damit viel Publikum an. Turner kann sich seine Konzerttermine und Orte selber aussuchen und Uitikon steht ganz oben auf der Liste. «Ich mag den Saal, seine Akustik und die tollen Leute hier», sagte der Sänger zur Limmattaler Zeitung.

Mit 76 Jahren ist Turner weder leise noch müde. Im Gegenteil: Auf der Bühne fühle er sich wie 25. Vor Publikum zu singen, sei immer ein unglaublicher Glücksmoment. Dabei entstand seine Karriere quasi aus der Not heraus: Der Australier gelangte 1980 in die Schweiz, um als Gesundheitsberater durchzustarten. Doch das war damals nicht gefragt. Also blieben ihm nur seine Stimme und die Gitarre, mit welchen er kleine Konzerte gab und den Unterhalt bestritt. Bereits vier Jahre später gelang ihm der Durchbruch: Turner stand mit Ikonen der Country-Szene wie Tammy Wynett oder Johnny Cash in der Londoner Wembley Arena auf der Bühne.

Jeff Turner hat den Blues

Turner erinnert sich gerne daran, wenn auch mit Wehmut, da jene Stars nicht mehr leben. Bei seinen Weihnachtstourneen denke er zudem oft an den Zürcher John Brack, mit dem er 1988 diese Konzerte erfolgreich lancierte. Brack, einer der erfolgreichsten Country-Musiker der Schweiz, verstarb vor zehn Jahren. Generell ist Weihnachten für Turner aber eine freudige Angelegenheit. «Besonders für die Kinder ist es ein schönes Fest, egal ob du Christ bist oder nicht.» Als Australier bevorzuge er es aber dennoch, wenn die Festtage im Sommer stattfinden.

In Uitikon sorgte Turner jedenfalls für sonnige Gemüter und eine Veränderung im Programm: «In diesem Jahr habe ich viel Gospel und Blues einfliessen lassen.» Mit seiner Band, bestehend aus renommierten Musikern wie Rolf Raggenbass, sang er auch Klassiker wie «Joshua» von Dolly Parton oder die Hymne «Hallelujah» von Leonard Cohen. «Jeder Song muss eine Geschichte erzählen und Emotionen auslösen», so Turner. Aktuelle Musik mache dies zu wenig, fand er.

Als Special Guest in Uitikon war die Sängerin Britta T. zu bewundern. Turner bezeichnete sie als eine der Besten ihres Genres. «Country zu singen ist sehr vielfältig, egal ob schnulzig oder rockig, du kannst alles geben», so die Sängerin, die bereits Alben in der US-Country-Hochburg Nashville aufgenommen hat. Im Üdiker-Huus überzeugte sie mit kraftvoller Stimme und elegantem Auftritt. Auch Monika und Matthias Suter aus Urdorf zeigten sich begeistert. Sie liessen es sich nicht nehmen, Jeff Turner live zu erleben. «Wir lieben Country», sagten beide unisono, und wenn ein solch erstklassiges Konzert direkt vor der Haustüre stattfinde, müsse man dabei sein.

Gegen Ende des Konzerts drehten Turner und seine Mitstreiter nochmals richtig auf, spielten fetzigen Country, der zum Tanzen animierte, und entliessen das Publikum mit der Zugabe «Joy to the World» in die stille Nacht hinaus.