Uitikon
Mit der Geschenkboutique «Mimi's Home» hat Stefanie Altorfer einen Familientraum wahr gemacht

Gut zwei Jahre nach ihrer spontanen Teilnahme am Weihnachtsmarkt in Schlieren eröffnet Altorfer am Mittwoch ihren eigenen Laden mitsamt kleinem Café an der Zürcherstrasse.

Cynthia Mira
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Wieso «Mimi’s Home»? Stefanie Altorfers Spitzname lautet Mimi. Als er klein war, hatte ihr Bruder sie so genannt, weil er ihren Namen nicht aussprechen konnte. Unterstützt wird sie von ihrer Mutter Gabriela.

Wieso «Mimi’s Home»? Stefanie Altorfers Spitzname lautet Mimi. Als er klein war, hatte ihr Bruder sie so genannt, weil er ihren Namen nicht aussprechen konnte. Unterstützt wird sie von ihrer Mutter Gabriela.

Sandra Ardizzone

Mitten im Dorfzentrum von Uitikon eröffnet Stefanie Altorfer am Mittwoch an der Zürcherstrasse 58 ihre Geschenkboutique Mimi’s Home. Der Laden mitsamt kleinem Café ist für die 22-Jährige ein Meilenstein. Die Idee eines eigenen Geschäfts nahm ihren Anfang 2018 am Weihnachtsmarkt im Stürmeierhuus in Schlieren. Dort verkaufte sie selbstgenähte Taschen und Utensilien.

Der Standort in Uitikon sei für sie ein spontaner Glücksgriff gewesen, sagt Altorfer. Sie habe die Anzeige spontan im Internet während dem Nachtessen entdeckt und gleich angerufen.

Der Standort in Uitikon sei für sie ein spontaner Glücksgriff gewesen, sagt Altorfer. Sie habe die Anzeige spontan im Internet während dem Nachtessen entdeckt und gleich angerufen.

Sandra Ardizzone

Im Schaufenster sind nun zarte helle Farben zu sehen. Heitere Sprüche schmücken Schilder, Servietten und Kerzen. Der Fokus liegt auf Dekorationsartikeln und weissem Geschirr, die jeweils mit winzigen Herzchen geschmückt sind. Auch Ledertaschen und kleine Schreibutensilien für Kinder mit Tattoos und Kleber finden sich in ihrem Sortiment. «Es ist einfach perfekt», sagt Altorfer. Sie könne es kaum fassen. Sie schwärme für die Holzbalken im Laden, für die kleinen Treppenstufen im hinteren Bereich des Raums und auch die Grösse von 60 Quadratmetern sei genau richtig.

Seit 2018 jedes Jahr einen Schritt weiter

Mit viel Liebe hat sie ihr Ladenlokal eingerichtet; Herzchen schmücken oft auch ihre Produkte.

Mit viel Liebe hat sie ihr Ladenlokal eingerichtet; Herzchen schmücken oft auch ihre Produkte.

Sandra Ardizzone

Wenige Wochen nach dem Weihnachtsmarkt 2018 gründete Altorfer ihre Firma Mimi’s Home. Kurz darauf richtete sie einen Showroom im Schlieremer Industriegebiet ein. 2019 gastierte sie am Herbstmarkt in Dietikon und im März 2020 bezog sie einen Pop-up-Store in Urdorf. «Dieser Laden war für drei Monate gedacht. Die Eröffnung fiel aber kurz vor den ersten Lockdown», sagt sie. Es hätte auch alles schieflaufen können. Aber aus den geplanten drei Monaten mit dem Pop-up-Store wurden schliesslich zehn. Und der Showroom in Schlieren dient ihr heute als Büro- und Lagerraum.

Zwischen den Lederprodukten und Badeutensilien finden sich auch Stefanie Altorfers selbstgemachte Produkte, zum Beispiel Nuggiketten für Babys.

Zwischen den Lederprodukten und Badeutensilien finden sich auch Stefanie Altorfers selbstgemachte Produkte, zum Beispiel Nuggiketten für Babys.

Sandra Ardizzone

Sie freut sich enorm, dass sie in Uitikon nun einen festen Standort gefunden hat. Den Laden führt sie gemeinsam mit ihrer Mutter Gabriela, die in Urdorf zu Hause ist. Sie selbst ist mittlerweile nach Schlieren gezogen. Wenn es um Einrichtungen geht, zeigen die beiden starke Nerven. Mehrfach hätten sie die Regale aufgebaut und nach dem Einsortieren der Ware dann doch wieder alles umgestellt. «Es braucht seine Zeit», sagt Altorfer.

«Man kann nicht aufhören einzurichten, bis man sagt, jetzt stimmt’s.»

Es sei ein Gefühl, dass sich einstelle, wenn Raum, Objekte und Farben perfekt zusammenpassen und miteinander harmonieren. Streit hätten sie deswegen nie bekommen, aber gelegentlich die Nerven ihrer männlichen Familienmitglieder strapaziert – wenn schwere Schränke auf- und wieder abgebaut werden mussten.

Sobald es die Situation mit dem Coronavirus zulässt, servieren die Frauen auch Getränke und Kuchen. Die Backkunst von Gabriela Altorfer ist dann gefragt.

Sobald es die Situation mit dem Coronavirus zulässt, servieren die Frauen auch Getränke und Kuchen. Die Backkunst von Gabriela Altorfer ist dann gefragt.

Sandra Ardizzone

Zweites Standbein gibt ihr Sicherheit

Trotz ihrem Ehrgeiz für das Projekt hat Stefanie Altorfer ihr zweites Standbein als KV-Angestellte zu 40 Prozent behalten. «Ich musste zuerst wissen, ob es klappt und auch hier in Uitikon will ich zuerst Fuss fassen», sagt sie. Die Arbeitsstelle gebe ihr eine gewisse Sicherheit.

Ihr Showroom in Schlieren wurde zum Büro- und Lagerraum umfunktioniert.

Ihr Showroom in Schlieren wurde zum Büro- und Lagerraum umfunktioniert.

Sandra Ardizzone

Sobald es die Coronasituation erlaube, will sie drinnen und draussen einige Sitzplätze einrichten und auch Kaffee und Kuchen servieren. Das Backen übernimmt ihre Mutter. Sie liebe es, Kuchen und Süssigkeiten zu backen, sagt Gabriela Altorfer:

«Das ist für mich wie Meditation und ist überhaupt nicht mit Arbeit verbunden», sagt sie.

Auch der Ort für das Café und den Shop sei ideal. «Viele spazieren am Wochenende zum Üetliberg hoch.»

Grossvater ist stolz auf die Leistung seiner Enkelin

Alles muss zusammenpassen, vorher geben die beiden Frauen keine Ruhe.

Alles muss zusammenpassen, vorher geben die beiden Frauen keine Ruhe.

Sandra Ardizzone

«Wir sind mächtig stolz, was unsere Enkelin alles aufgebaut hat», sagt ihr Grossvater Walter Stalder. Er hatte ihr als ehemaliger Präsident des Vereins Freizeit Schlieren den Weg zum Weihnachtsmarkt 2018 geebnet. Seine Frau hatte einst schon mit Gabriela Altorfer darüber sinniert, mal einen Laden zu eröffnen. Und nun wurde dieser Traum dank der Enkelin Wirklichkeit. Mit einem Schreiner und einem Elektriker in der Familie kann Stefanie Altorfer auf viel Unterstützung zurückgreifen. Das Neueste sei die Einbindung der Elektronik, die es ihr erlaube, Etiketten mit Barcodes auf den Produkten anzubringen. «Es ist gewaltig, wie sie sich einsetzt», sagt Stalder. In Urdorf ging er mehrmals bei seiner Enkelin Kaffee trinken. Es sei aber doch eher ein «Frauenlädeli».

«Mimi’s Home» in Uitikon
Am Mittwoch, 7. April, wird die Geschenkboutique an der Zürcherstrasse 58 eröffnet. Geöffnet hat die Boutique jeweils von Mittwoch bis Samstag.