Knatsch
Uitikon legt sich mit Zürich an – wegen einer Wegbeleuchtung

Grün Stadt Zürich plant einen Waldweg, der den illegalen Autoverkehr auf den Üetliberg eindämmen soll. Während Uitikon jedoch eine Beleuchtung für den Weg fordert, will die Stadt aufgrund der Walttiere darauf verzichten.

Alex Rudolf
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So zeigt sich die Passerelle zwischen Wald und Parkplatz über die Birmensdorferstrasse heute. Noch ist offen, wann der Waldweg gebaut wird.

So zeigt sich die Passerelle zwischen Wald und Parkplatz über die Birmensdorferstrasse heute. Noch ist offen, wann der Waldweg gebaut wird.

David Egger

Der Weg auf den Üetliberg soll auch für Autofahrer attraktiver werden. Diese sollen zwar nicht mit ihrem Gefährt direkt zur Bergspitze gelangen können, aber zumindest bequem von einem Parkplatz dorthin kommen. Aus diesem Grund plant Grün Stadt Zürich einen Waldweg, der den auf Stadtzürcher Land gelegenen Parkplatz Feldermoos unweit des Zentrums Uitikon Waldegg direkt mit der SZU-Haltestelle Waldegg verbindet. Der Parkplatz und die Bahnstation sollen innert weniger Minuten bequem zu erreichen sein. Die Massnahme soll den ungeliebten und illegalen Autoverkehr auf dem Zürcher Hausberg ein Stück weit eindämmen.

Zwecklos ohne Licht

Bei der Planung des Weges zeichnet sich nun aber ein Zwist zwischen den beiden betroffenen Gemeinden ab. Vergangene Woche reichte der Uitiker Gemeinderat eine Einwendung gegen das bis zum 26. September öffentlich aufgelegene Wegbauprojekt von Grün Stadt Zürich ein. Die Exekutive beanstandet, dass der Weg über keine Beleuchtung verfüge. «Für uns steht fest, dass dieser Weg für die Besucher des Bergs so attraktiv wie möglich sein muss», sagt Sicherheitsvorstand Patrik Wolf auf Anfrage. Nur so würden Autofahrer auf diese Weise auf den Üetliberg gelangen und auf eine unerlaubte Fahrt verzichten. Wollen diese den Weg aber bei Dunkelheit begehen, fehle sämtliches Licht. «Dieser Zugang wird somit zwecklos», so Wolf. Bereits während der Planungsphase arbeitete Uitikon eng mit der Stadt Zürich zusammen. «Mit der Begründung, dass heute ohnehin jeder über eine Taschenlampen-Funktion auf seinem Smartphone verfüge und eine permanente Beleuchtung somit obsolet würde, verwarf Grün Stadt Zürich unseren Vorschlag für eine Beleuchtung», so Wolf.

Parkplätze: Bereits Calatrava befasste sich mit dem Feldermoos Das Parkieren auf dem Feldermoos ist seit Jahrzehnten ein Thema. Der grosse Parkplatz bietet Gästen des Hotels Uto Kulm rund 160 Abstellmöglichkeiten für ihre Autos. Über eine Passerelle und einen eher steilen Weg gelangen sie zur SZU-Station. Diesen Zugang attraktiver zu gestalten, ist seit längerem ein Anliegen der Gemeinde Uitikon wie auch der Betreiber des Hotels und der Restaurants auf dem Üetliberg. So stellte der spanisch-schweizerische Stararchitekt Santiago Calatrava im Jahr 1985 in einer Studie ein Park-and-ride-Projekt vor. Es sah ein Bauwerk mit zwei Türmen, Lift und Treppenhaus vor, das den Parkplatz direkt mit der Bahnstation hätte verbinden sollen. Umgesetzt wurde es jedoch nie. Mitte der Nullerjahre folgte der Vorschlag, ein unterirdisches Parkhaus zu erstellen, ebenfalls mit direktem Liftanschluss zur SZU-Station – es blieb ein Luftschloss. Selbst die Erstellung einer Luftseilbahn zwischen Uto Kulm und Feldermoos war im Gespräch, ohne dass die Idee jemals ernsthaft aufs politische Parkett kam. (aru)

Parkplätze: Bereits Calatrava befasste sich mit dem Feldermoos Das Parkieren auf dem Feldermoos ist seit Jahrzehnten ein Thema. Der grosse Parkplatz bietet Gästen des Hotels Uto Kulm rund 160 Abstellmöglichkeiten für ihre Autos. Über eine Passerelle und einen eher steilen Weg gelangen sie zur SZU-Station. Diesen Zugang attraktiver zu gestalten, ist seit längerem ein Anliegen der Gemeinde Uitikon wie auch der Betreiber des Hotels und der Restaurants auf dem Üetliberg. So stellte der spanisch-schweizerische Stararchitekt Santiago Calatrava im Jahr 1985 in einer Studie ein Park-and-ride-Projekt vor. Es sah ein Bauwerk mit zwei Türmen, Lift und Treppenhaus vor, das den Parkplatz direkt mit der Bahnstation hätte verbinden sollen. Umgesetzt wurde es jedoch nie. Mitte der Nullerjahre folgte der Vorschlag, ein unterirdisches Parkhaus zu erstellen, ebenfalls mit direktem Liftanschluss zur SZU-Station – es blieb ein Luftschloss. Selbst die Erstellung einer Luftseilbahn zwischen Uto Kulm und Feldermoos war im Gespräch, ohne dass die Idee jemals ernsthaft aufs politische Parkett kam. (aru)

Zur Verfügung gestellt

In den Wäldern der Stadt Zürich gebe es in der Regel keine Wege mit Beleuchtung, wie Marc Werlen, Leiter Kommunikation von Grün Stadt Zürich, auf Anfrage sagt. «Wir möchten die Lichtemission im Wald zum Schutz des Wildes gering halten.»

Auch für Wolf seien die Waldtiere wichtig: «Diese sind jedoch durch die starke Beleuchtung der Birmensdorferstrasse und jene bei der SZU-Station ohnehin bereits mehr Helligkeit während der Nachtstunden ausgesetzt.» Zudem sei für die Gemeinde auch denkbar, eine Beleuchtung, die mit einem Bewegungsmelder versehen ist, anzubringen.
Dies ist jedoch für Grün Stadt Zürich keine Option, da Bewegungsmelder auch auf Tiere und Pflanzen reagieren, wie Werlen sagt. Die Arbeiten am Waldweg seien auf 2017 geplant. «Inwiefern die Einwendungen den Baubeginn verzögern, kann aber noch nicht abgeschätzt werden», so Werlen.

Schliessung führt zu neuem Weg

Bereits seit Jahrzehnten ist Uitikon bestrebt, eine attraktive Verbindung zwischen dem Parkplatz Feldermoos und der SZU-Station zu erstellen (siehe Kontext). Anfang 2015 wurde dann bekannt, dass Grün Stadt Zürich einen neuen Verbindungsweg erstellen wird, da die Schliessung eines Bahnübergangs im Sommer erfolgen sollte. Seit dessen Schliessung vor einem Jahr gelangen Besucher entlang der Gleise zur Station. Bereits damals verwies der Uitiker Gemeinderat im «Kurier» darauf, dass der Weg wintersicher und gut beleuchtet sein müsse, damit er von den Üetliberg-Besuchern auch nachts benutzt werde.