Uitikon
Martina Sengupta-Frick gewinnt Kampfwahl um Friedensrichteramt – mit deutlichem Vorsprung

Die Parteilose Martina Sengupta-Frick tritt in die Fussstapfen der abtretenden Uitiker Friedensrichterin Evelyne Müller (FDP). Sie holte sich 847 Stimmen und liegt damit deutlich vor ihrer Konkurrentin Jessica Wolf (FDP), die 571 Stimmen auf sich vereinte.

Sven Hoti
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Martina Sengupta-Frick (parteilos) hat das Rennen um die Friedensrichterwahl in Uitikon gemacht.

Martina Sengupta-Frick (parteilos) hat das Rennen um die Friedensrichterwahl in Uitikon gemacht.

Bild: zvg

Uitikon hat gewählt: Mit 847 Stimmen erreichte Martina Sengupta-Frick (parteilos) das absolute Mehr von 719 Stimmen locker und tritt damit ab Mitte Jahr die Nachfolge der abtretenden Friedensrichterin Evelyne Müller (FDP) an. Sengupta-Fricks Konkurrentin, die Sozialarbeiterin Jessica Wolf (FDP), vereinte 571 Stimmen von 1436 gültigen Stimmen auf sich. Die Stimmbeteiligung lag bei 49,7 Prozent.

Die Gewinnerin zeigte sich auf Anfrage erfreut über ihre Wahl. «Ich will allen danken, die mir geholfen haben. Man kommt nur auf gute Resultate, wenn man Leute hat, die einen unterstützen», sagt Sengupta-Frick. Ihrer Konkurrentin wünsche sie «alles Gute auf ihrem weiteren Weg».

Die Gewinnerin erhielt auch Unterstützung aus FDP-Kreisen

Für eine Erklärung wollte sich Sengupta-Frick nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen. «Vielleicht war es mein Lebenslauf, vielleicht auch mein Alter, das mir zum Sieg verholfen hat. Letztlich weiss man nicht, was die Leute dazu bewegt, für einen zu stimmen», so die Betriebsökonomin. Einen Vergleich mit ihrer Konkurrentin wollte sie nicht ziehen. «Wir sind beide sehr unterschiedlich. Frau Wolf hat ein sehr gutes Profil. Sie hat sich nicht ohne Grund für den Posten beworben.»

Wohl nicht völlig unbedeutend für den Sieg dürfte allerdings Sengupta-Fricks hoher Bekanntheitsgrad in der Region gewesen sein. Die gebürtige Liechtensteinerin lebt seit rund zehn Jahren in Uitikon. Die dreifache Mutter ist im Limmattal bestens vernetzt. Hinzu kommt, dass sie bereits im Vorfeld die Unterstützung zahlreicher FDP-Politiker auf sicher hatte, so etwa die der ehemaligen Gemeinderätin Barbara Furrer oder die der Schulpflegerin Michèle Rüegg Hormes.

Während der nächsten Monate bis zu ihrem Amtsantritt will sich die zukünftige Friedensrichterin in ihren neuen Posten einlesen. Zudem werde sie den Kontakt mit der abtretenden Friedensrichterin Evelyne Müller (FDP) suchen, kündigt Sengupta-Frick an. Die 47-Jährige bleibt voraussichtlich bis mindestens 2027 im Amt.

Widmet sich nach ihrer Niederlage wieder anderen Herausforderungen: Sozialarbeiterin Jessica Wolf (FDP).

Widmet sich nach ihrer Niederlage wieder anderen Herausforderungen: Sozialarbeiterin Jessica Wolf (FDP).

Bild: Jürg Lauber

Jessica Wolf wiederum trägt ihre Niederlage mit Fassung. Sie hätte den Posten zwar gerne gehabt, gibt die 38-Jährige zu Protokoll. Aber: «Es ist ein demokratischer Prozess. Die Bevölkerung hat sich für jemand anderes entschieden. Das ist jetzt einfach so.»

Ob ihre Ehe mit dem Uitiker Gemeinderat und Sicherheitsvorsteher Patrik Wolf (FDP) vielleicht sogar die Wahl nachteilig beeinflusst habe, könne sie nicht sagen. «Wenn die Tatsache, dass mein Mann erfolgreich und engagiert ist, dazu geführt hat, dann nehme ich das so hin.»

Vertreter aus der Politik hatten im Vorfeld Wolfs Beziehung mit dem Gemeinderat als Interessenskonflikt ins Feld geführt, da dieser über die Entlöhnung der Friedensrichter entscheidet. Bei einer Wahl der 38-Jährigen wäre der Posten einem anderen Ressort unterstellt worden. Patrik Wolf hatte zu Protokoll gegeben, in den Ausstand zu treten, sollte seine Frau gewählt werden.

«Meine Überzeugung in das Amt ist ungebrochen»

Für andere politische Ämter wolle sie nicht kandidieren. «Ich habe zurzeit keine politischen Ambitionen», sagt Wolf. «Ich bin sehr vielseitig engagiert, habe eine Karriere und ein Studium. Ich kann meine Kompetenzen jetzt anderweitig einsetzen.»

Und eine erneute Kandidatur in sechs Jahren? Wolf lacht: «Das ist noch sehr weit entfernt. Meine Überzeugung für das Amt und in meine Fähigkeiten dafür ist ungebrochen. Mal sehen, was in sechs Jahren ist.»