Abstimmung
Im Januar 2022 wird Uitikon zur Einheitsgemeinde: Stimmberechtigte sagen deutlich Ja zur neuen Gemeindeordnung

Das Uitiker Volk hat sich bei der Abstimmung am Sonntag mit grosser Mehrheit für die Totalrevision der Gemeindeordnung ausgesprochen. Eine «anstrengende und emotionale» Episode sei nun abgeschlossen, sagt der Schulpräsident.

Sven Hoti
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Mit der Bildung einer Einheitsgemeinde verliert die Schule Uitikon (im Bild das Schulhaus Schwerzgrueb) einen Teil ihrer Autonomie.

Mit der Bildung einer Einheitsgemeinde verliert die Schule Uitikon (im Bild das Schulhaus Schwerzgrueb) einen Teil ihrer Autonomie.

Chris Iseli (21. Juni 2019)

Die Uitiker Stimmberechtigten sagen Ja zur Totalrevision der Gemeindeordnung. Damit steht der Weg zur Einheitsgemeinde frei. Mit einem Ja-Anteil von 81,9 Prozent (1558 Ja- und 344 Nein-Stimmen) wurde die Vorlage klar angenommen. Die Stimmbeteiligung lag bei 61,7 Prozent. Mit ihrer Zustimmung folgt die grosse Mehrheit der Uitiker Stimmbevölkerung der Empfehlung des Gemeinderats sowie der Schulpflege.

Die Gremien haben nun bis zum 1. Januar 2022 Zeit, die Vorlage umzusetzen. Neu wird die politische Gemeinde für wichtige Aufgaben im Bereich Schule und Bildung verantwortlich sein. Die Schulgemeinde wird aufgelöst und die Schulpflege zu einer Kommission umfunktioniert. Künftig gibt es nur noch ein Gemeindevermögen, ein Budget, eine Rechnung und einen Steuerfuss. Zum siebenköpfigen Gemeinderat gehört fortan jeweils auch das Schulpflegepräsidium.

Die Einheitsgemeinde liegt im Trend

Mit dem Ja folgt Uitikon anderen Limmattaler Gemeinden, die sich für eine Einheitsgemeinde ausgesprochen oder bereits eine gebildet haben. Zuletzt winkten die Birmensdorfer Stimmberechtigten an der Abstimmung vom 29. August eine Vorlage zur Bildung einer Einheitsgemeinde mit wuchtiger Mehrheit durch. Auch sonst zeigt die Entwicklung im Kanton, wo die Reise hingeht: Inzwischen leben über 80 Prozent der Bevölkerung in einer Einheitsgemeinde.

Das Thema liegt bereits seit 2019 auf dem Pult des Gemeinderates. Mit der Einzelinitiative von Josef Steppacher im Oktober desselben Jahres nahm der Plan an Fahrt auf. Der Heilpädagoge und Professor forderte die Auflösung der Schulgemeinde und die Bildung einer Einheitsgemeinde. Beim Urnengang vom 9. Februar 2020 bestätigte das Stimmvolk Steppachers Vorschlag und beauftragte die Gremien, eine entsprechende Gemeindeordnung auszuarbeiten.

Schulpflege hatte anfänglich noch Bedenken

Auf wenig Begeisterung stiess die Einheitsgemeinde anfänglich bei der Schulpflege. Ihre Kritik richtete sich vor allem an den ihrer Meinung nach ungünstig gewählten Zeitpunkt der Vorlage. Sie befürchtete, dass ihr zusammen mit dem Neubauprojekt Schulhaus Allmend die Kapazitäten für andere Arbeiten fehlen könnten. Letztlich sprach sich jedoch auch die Schulpflege für die Vorlage aus.

Schulpräsident Reto Schoch (Mitte) gibt sich im Nachgang der Abstimmung dann auch nicht überschwänglich begeistert. Er habe mit dem Resultat gerechnet, insbesondere weil die Vorlage am Schluss unbestritten gewesen sei, sagt Schoch. Er fügt an:

«Wir sind froh, dass nun Klarheit herrscht und wir wissen, wie es weitergeht und nicht mehr in Szenarien arbeiten müssen.»

Eine «anstrengende und emotionale Episode» sei nun abgeschlossen, sagt Schoch. «Jetzt schauen wir vorwärts.»

«Der ganze Prozess wird mehrere Jahre beanspruchen», sagt Gemeindepräsident Chris Linder (FDP).

«Der ganze Prozess wird mehrere Jahre beanspruchen», sagt Gemeindepräsident Chris Linder (FDP).

zVg

Auch Gemeindepräsident Chris Linder (FDP) hat mit der deutlichen Zustimmung gerechnet, wie er auf Anfrage mitteilt. Er sei zufrieden mit dem Resultat.

Für die beiden Gremien steht mit der konkreten Umsetzung der Vorlage in den nächsten Monaten eine komplexe Aufgabe an. Linder erklärt: «Das geht nicht von heute auf morgen, sondern muss schrittweise angegangen werden. Der ganze Prozess wird mehrere Jahre beanspruchen.»

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