Uitikon
Das Public Viewing erhält Zuwachs aus Zürich: Neu steht ein Asia-Foodtruck und eine Mojito-Bar beim Üdiker-Huus

Nachdem das Public Viewing in Zürich aus politischen Gründen abgesagt wurde, können Zürcher Fussballfans die WM in Katar in Uitikon mitverfolgen.

Lydia Lippuner
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Public-Viewing-Organisatoren unter sich: Remo Schällibaum (links) und Hasan Sünbül (rechts) spannen zusammen.

Public-Viewing-Organisatoren unter sich: Remo Schällibaum (links) und Hasan Sünbül (rechts) spannen zusammen.

zvg

Der Entscheid traf die Veranstalter des Public Viewings in der Zürcher Europaallee hart – keine 100 Stunden vor Anpfiff der WM verweigerte die Stadt die Bewilligung. Nach der Absage, welche die Stadt aus politischem Protest fällte, drohte den Veranstaltern Emmanuel Charles und Hasan Sünbül ein Verlust von rund 50'000 Franken. Sie zahlten beispielsweise bereits für das Zelt, die Beleuchtung und die Foodtrucks. «Nach der Absage riefen viele an und sagten, sie hätten Mitleid. Die meisten empfanden den Entscheid der Stadt als No-Go», sagt Sünbül.

Ein Telefonat kam von Remo Schällibaum. Der Organisator des Public Viewings in Uitikon bot den beiden Veranstaltern an, dass sie gemeinsame Sache machen könnten. Die Zürcher Veranstalter waren sofort im Boot. Ihre Hoffnung ist, dass sie ihren Schaden wenigstens teilweise mit Ticketverkäufen ausgleichen können. Denn die Zürcher Fussballfans können die WM künftig statt in der Europaallee im Üdiker-Huus mitverfolgen.

Obwohl laut Sünbül noch unklar ist, wie viele Zürcher den Weg nach Uitikon auf sich nehmen, dürfte auch Schällibaum jeder zusätzliche Gast willkommen sein. Er sagt: «Unsere Konzepte haben eigentlich nicht zusammengepasst, aber wir sind sehr kurzfristig und flexibel aufeinander zugegangen. Entstanden ist ein runder Anlass.» Dabei haben die Veranstalter in den letzten Tagen insbesondere das Essensangebot erweitert. «Wir sind sehr motiviert und mit Herzblut bei der Sache», sagt Schällibaum.

Nach einigen fast schlaflosen Nächten geht es los

Um den Anlass unter den gegebenen Bestimmungen trotzdem durchführen zu können, mussten sich die Zürcher Organisatoren ins Zeug legen. Sie brachten den Asia-Foodtruck, die Mojito-Caipirinha-Bar und diverses Inventar nach Uitikon. «Wir haben einige beinahe schlaflose Nächte hinter uns», Sünbül. Doch nun sei es so weit und die WM werde statt im Herzen Zürichs in Uitikon auf einer grossen Leinwand gezeigt.

Nebst den verschiedenen zusätzlichen kulinarischen Angeboten soll im Üdiker-Huus am Public Viewing künftig auch Informationsmaterial der Menschenrechtsorganisation Amnesty International aufliegen. Die NGO macht auf Menschenrechtsverletzungen im Gastgeberland der WM aufmerksam. «Das ist uns wichtig. Denn es ist uns bewusst, dass Katar kein passender Ort ist, um die WM auszutragen», sagt Sünbül. Doch es sei schade, wenn der Fussball unter dieser politischen Debatte leide.

Das Public Viewing im Üdiker-Huus an der Zürcherstrasse 61 in Uitikon findet während aller WM-Spiele statt. Der Eintritt beträgt fünf Franken.