Uitikon

Uitiker sollen erneut über Sportplatzvorlage abstimmen

Der Fussballclub Uitikon klagt über akuten Platzmangel – die Initiative von «Pro Sürenloh» kommt dem Klub daher entgegen.  rab/archiv

Der Fussballclub Uitikon klagt über akuten Platzmangel – die Initiative von «Pro Sürenloh» kommt dem Klub daher entgegen. rab/archiv

Ein zweites Fussballfeld mit Kunstrasen und zwei zusätzliche Garderoben. Das fordert das Komitee «Pro Sürenloh» und übt Druck auf den Gemeinderat aus. Eine 2013 abgelehnte Vorlage kommt am Montag erneut vor den Gemeinderat.

An der Gemeinderatssitzung der Uitiker Exekutive vom kommenden Montag ist die Initiative «Pro Sürenloh» traktandiert. Ins Leben gerufen wurde die Einzelinitiative, die eine Lösung für den Kapazitätsengpass des Fussballclubs Uitikon (FCU) vorgibt, von Edi Cincera. Konkret fordert er einen Bruttokredit in der Höhe von 2,6 Millionen Franken für ein zweites, kleineres Fussballfeld mit Kunstrasen sowie zwei zusätzliche Garderoben. Also eine Variante für die Erweiterung der Sportanlage Sührenloh, die vor gut einem Jahr vom Stimmvolk abgelehnt wurde.

Zwei Möglichkeiten standen den Uitikern damals zur Auswahl. Variante A sah den Bau von zwei neuen Fussballplätzen und zwei neuen Tennisplätzen für 4,5 Millionen Franken vor. Variante B mit veranschlagten Kosten von rund 2,5 Millionen hätte nur das Fussballfeld erweitert. Mit einer Zweidrittelmehrheit wurden beide Vorlagen bachab geschickt. Gründe dafür könnten einerseits die hohen Kosten sein, andererseits aber auch die Nein-Parole des Tennisclubs (TCU). Dieser stemmte sich gegen die beiden Varianten, weil der Bau einer Tennishalle – die präferierte Option des TCU – durch ein weiteres Fussballfeld verunmöglicht würde. Der Tennisclub wünschte sich damals eine für beide Vereine optimale Lösung.

Eine solche Lösung ist auch heute noch nicht ausgereift. Finanzvorstand Markus Hoppler erklärt auf Anfrage jedoch, dass man erneute Gespräche aufgenommen habe. Eine Sitzung mit einer Delegation des TCU, dem Gemeindepräsidenten Victor Gähwiler und Hoppler selbst fand bereits statt. «Wir suchen nach einer Lösung, die für alle ein guter Kompromiss ist. Fest steht jedoch, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden können», so Hoppler.

Damit spricht er den Wunsch des Tennisclubs nach einer Halle an. Bereits im Vorfeld der Abstimmungen vom März 2013 liess Gähwiler verlauten, dass die Finanzierung einer Tennishalle nicht Aufgabe der öffentlichen Hand sei. Hoppler schlägt heute ähnliche Töne an: «In welcher Form die Gemeinde sich an den Investitionen des TCU beteiligt, kann noch nicht gesagt werden. Zuerst braucht es eine umsetzbare Lösung.» Er verweist darauf, dass die Lage für den FCU weitaus prekärer ist. Die Trainingsmöglichkeiten bei der Schule und dem Massnahmenzentrum Uitikon seien alles andere als optimal für den aus allen Nähten platzenden Klub.

Druck auf den Gemeinderat

Edi Cincera sieht dringenden Handlungsbedarf. Daher reichte der Uitiker Fussball-Sympathisant am 21. März beim Gemeinderat eine Einzelinitiative ein. In dieser fordert er die Sprechung eines Kredits in der Höhe von 2,6 Millionen Franken für ein zweites Fussballfeld mit Kunstrasen sowie zwei zusätzliche Garderoben. Das Anfang 2014 gegründete Komitee «Pro Sürenloh», dessen Präsidium er innehat, unterstützt diesen Vorstoss. Unumwunden sagt Cincera, dass es sich bei seinem geforderten Projekt inhaltlich um dasselbe handle wie in der vor einem Jahr abgelehnten Variante B. Doch er ist überzeugt: «Es muss etwas geschehen. Man kann nicht länger inaktiv sein.»

Pikant dabei ist, dass der Tennisclub von dieser Initiative nichts wusste. Vizepräsident Roberto Silla erwartet zwar nicht, dass die Gemeinde für die gewünschte Halle aufkommt, aber dass dem TCU die Möglichkeit auf einen künftigen Bau nicht verwehrt bleibt: «Daher erfreut uns die Initiative nicht. Sie torpediert das konstruktive Gespräch, das wir mit dem Gemeinderat hatten», so Silla. Er betont, dass dabei stets eine Bedingung gewesen sei, eine Lösung für beide Sportclubs und ihre Jugend zu finden.

Gemeindeschreiber Bruno Bauder weiss, dass in der Sitzung des Gemeinderats vom kommenden Montag die Entgegennahme der Initiative sowie eine Aussprache über deren Inhalt stattfinden wird. Wann weitere Schritte an die Öffentlichkeit dringen, steht noch nicht fest. «Entschliesst sich die Exekutive zur Annahme, dann wird die Gemeindeversammlung im kommenden November darüber befinden, ob an der Urne über die Initiative befunden wird», so Bauder. Der Gemeinderat könnte Cinceras Antrag auch ablehnen oder einen Gegenvorschlag ausarbeiten.

Und wo bleibt der Uitiker Fussballclub? Präsident Daniel Wallner hält sich bedeckt. Das Anliegen der Einzelinitiative von Edi Cincera komme dem Klub zwar entgegen, Einsitz im Komitee hat der FCU-Präsident jedoch nicht. Wallner: «Nach der Abstimmungsniederlage war mir wichtig, dass neue Kräfte aus dem Dorf den Ausbau des Sürenlohs in die Hand nehmen und so hoffentlich eine Mehrheit zustande bringen.»

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