Die Uitiker legten ein klares Nein gegen die Fusionspläne der Schulpflege mit der Sekundarschulgemeinde Birmensdorf-Aesch in die Urne: Nur gerade 36,9 Prozent stimmten dafür, dass die Sek-Schülerinnen und -Schüler aus Uitikon künftig in Birmensdorf zur Schule gehen sollen. In der Sekundarschulgemeinde Birmensdorf-Aesch legte der Souverän hingegen 89,9 Prozent Ja ein. Weil der Fusion beide Schulgemeinden hätten zustimmen müssen, ist sie an der Urne damit dennoch gescheitert.

Die Vorlage zur Bildung der Sekundarschul-Kreisgemeinde Birmensdorf-Uitikon-Aesch habe in seiner Gemeinde von Anfang an einen schwierigen Stand gehabt, sagt Hans-Rudolf Schärer (FDP), der Schulpräsident der Schulgemeinde Uitikon: «Sämtliche Parteien und auch die Rechnungsprüfungskommission lehnten die Fusion ab. Die Uitiker vertrauen stark in diese vorprüfenden Instanzen.»

Steuerfüsse als Gegenargument

Ein starkes Argument gegen die Fusionsvorlage war in Uitikon – die Gemeinde liegt auf Platz 7 der Liste der tiefsten Steuerfüsse im Kanton Zürich – wohl auch, dass die Schulpflege mit einer fiskalischen Mehrbelastung von 6 bis 7 Prozent rechnete. Schärer sieht die Hauptursache für das Scheitern allerdings nicht beim Geld: «Es war schwierig, der Bevölkerung den pädagogischen Mehrwert, der sich aufgrund der Fusion ergeben hätte, zu vermitteln.» Die RPK habe in erster Linie die Struktur der Kreisgemeinde bemängelt. «In der Form eines Zweckverbands hätten die Gemeinden ebenfalls das Mitspracherecht, aber der Finanzierungsmodus wäre verhandelbar», erklärt Schärer. Der Vizepräsident der Schule Uitikon, Reto Schoch (CVP), bedauert, dass ein Zusammenschluss in einem Zweckverband aufgrund der aktuellen Organisationsform der Sekundarschule Birmensdorf-Aesch nach kantonalem Gemeindegesetz «nicht statthaft» sei: «Da sind die kantonalen Vorgaben leider starr.»

Einen weiteren Faktor, der die Uitiker Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ein Nein in die Urne legen liess, sieht Schärer in den bildungspolitischen Entwicklungen der letzten Jahre im Kanton: «Die Bildungsdirektion fährt in letzter Zeit eine Hühott-Strategie, die zu häufigen Anpassungen führt. Viele Eltern sehnen sich wohl nach mehr Ruhe und Stabilität im Bildungswesen.» Da habe eine Schulfusion kaum auf Gegenliebe stossen können. Und schliesslich sehen es die Uitiker auch als Standortvorteil, die Schule im Dorf zu haben, sagt Schoch.

Pädagogischer Mehrwert entfällt

In Birmensdorf und Aesch wurde die Fusionsvorlage mit grosser Mehrheit angenommen. Ruth Hofstetter-Kümmerli (parteilos) sagt, auf den Schulbetrieb der Sekundarschule Birmensdorf-Aesch habe das Scheitern wegen der Ablehnung in Uitikon keinen Einfluss: «Wir sind dennoch sehr enttäuscht. Auf den pädagogischen Mehrwert, der die Fusion bedeutet hätte, müssen wir nun verzichten.»

Den Zusammenschluss mit der Sekundarschule Birmensdorf-Aesch strebte die Schule Uitikon an, weil für den Betrieb der eigenen Sekundarschule im Verhältnis zur Anzahl der Schüler zu viele Lehrerstellenprozente notwendig sind. Das kantonale Volksschulamt (VSA) ist für die Zuteilung der Stellenpensen für Lehrpersonen zuständig. Das VSA sprach der Uitiker Sekundarschule seit Jahren zusätzliche Pensen zu, allerdings unter dem Vorbehalt, dass sich die Schulpflege um eine Kooperation mit anderen Schulgemeinden bemüht.

Andere Modelle werden geprüft

Nun, da die Fusion nicht zustande kommt, steht die Schulpflege wieder auf Feld eins. «Wenn der Kanton uns die zusätzlichen Lehrerpensen streicht, wird es schwierig, den Schulbetrieb wie bisher aufrecht zu erhalten», sagt Schärer. Man müsse deshalb den Wechsel zu einem anderen Schulmodell prüfen. «Für das Schuljahr 2013/14 gehen wir davon aus, dass uns der Kanton die Pensen noch nicht streicht, erklärt er. Dennoch müsse man möglichst bald Alternativlösungen evaluieren. «Am Montag werden wir eine Standortbestimmung durchführen», sagt Schärer.