Im Uitiker Gemeinderat kommt es zu einem Abgang: Werkvorstand Fredy Lienhard tritt auf Ende Jahr aus der Exekutive zurück. Dies schreibt der «Gemeindekurier» in seiner aktuellen Ausgabe. Der Rücktritt erfolge wegen «Wegzugs», heisst es weiter. Auf Anfrage präzisiert Lienhard: «Ich bin dieses Jahr pensioniert worden und möchte im dritten Lebensabschnitt Neues in Angriff nehmen.»

Dafür gehe er nach seinem Rücktritt zunächst fünf Monate nach Asien. Er habe sich dort in den letzten Jahren in Projekten fürs Gemeinwesen engagiert und am Aufbau von Schulhäusern nach dem Taifun Yolanda 2013 auf den Philippinen mitgeholfen, sagt Lienhard. Ob er danach wieder nach Uitikon zurückkehrt, lässt der 65-Jährige offen. «Ich melde mich vorerst nicht aus der Gemeinde ab.» Der Zeitpunkt für den Rücktritt sei stimmig, sagt der Förster, der 14 Jahre im Gemeinderat Einsitz hatte. Eine Zeit, die er nicht missen möchte: «Es war spannend und wunderbar.»

Uitikon muss nun baldmöglichst eine Ersatzwahl durchführen. Bis zum 1. September können nun mindestens 15 Stimmberechtigte eine Person bei der Gemeindekanzlei als Kandidat vorschlagen. Sollte es lediglich zu einer Kandidatur kommen, gilt diese Person automatisch als gewählt. Bei mehreren Kandidaten kommt es zur Urnenwahl. Diese soll am 22. November stattfinden. Man sei zuversichtlich, dass es einige Kandidaturen für den freiwerdenden Gemeinderatssitz geben werde, sagt Peter Schlagmüller, stellvertretender Gemeindeschreiber Uitikons. «Ein Desinteresse an der Arbeit der Milizpolitik ist bei uns nicht festzustellen.»

Mit Fredy Lienhards Schritt in die Pensionierung muss auch die Stelle des Revierförsters neu besetzt werden. Denn Lienhard, der fast vier Jahrzehnte den Lehr- und Forschungswald der ETH Zürich geleitet hat, amtete seit 2012 in dieser Funktion. Damals kam es aufgrund neuer Eigentumsverhältnisse zu einer Umstellung des Forstwesens für den Wald auf Uitiker Gemeindegebiet.

Externe Firma übernimmt Forst

Künftig, also ab 2016, wird die Firma Silva Forstliche Planungen GmbH mit Sitz in Endingen die gesetzlichen Aufgaben des Försters übernehmen. Der Gemeinderat habe in Absprache mit Nachbargemeinden und aufgrund von Offerten externer Anbieter die Neuregelung der Beforstung geprüft. Von zwei vorliegenden Offerten habe er «sich für die kostengünstigere Offerte entschieden», schreibt der «Gemeindekurier». Bei dem Mandat geht es laut Lienhard um die «hoheitliche» Forstarbeit, also die Umsetzung der gesetzlichen Bestimmungen auf Gemeindegebiet. «Also zum Beispiel die Aufgaben der Forstpolizei, die Beratung der Waldbesitzer oder die Kommunikation über den Waldzustand», führt Lienhard aus.

Der betriebliche Aspekt, also die Bewirtschaftung und Vermarktung des Holzes, werde getrennt davon und in Uitikon vor allem von den beiden Holzkorporationen Uitikon und Ringlikon getätigt. Das ist auch der Grund, weshalb die Gemeinde selber keinen Förster im Vollamt für die betrieblichen Aufgaben einstellt. «Die Gemeinde besitzt sehr wenig Wald, weniger als fünf Hektaren», sagt Lienhard. Der Rest der rund 136 Hektaren Wald auf Gemeindegebiet gehöre den Korporationen und Privaten. Für die Korporation Ringlikon habe er bisher die betriebliche Beforstung übernommen, sagt Lienhard. Deshalb werde auch dort nun nach einem Ersatz gesucht.

Bei der Vergabe der hoheitlichen Beforstung sei er beteiligt gewesen, sagt Lienhard. «Wichtig war mir, dass die Übergabe gut funktioniert und der Wald weiterhin gepflegt wird.» Da es sich beim Wald um ein sehr langfristiges und nachhaltiges Projekt handle – «ein Baum von 100 Jahren erlebt mindestens drei Förstergenerationen» –  wäre es schön, wenn seine Handschrift der Waldbehandlung weiterhin sichtbar bliebe.