Der Tabellenerste gegen den Tabellendritten. Normalerweise versprechen solche Affichen grosse Spannung, da sich beide Mannschaften vermeintlich auf Augenhöhe bewegen. Nicht so am Samstag in der Urdorfer Zentrumshalle beim Duell zwischen Limmattal und Fricktal. Da hatten die Gäste aus dem Aargau, die nur drei Punkte hinter den Limmattalern liegen, nichts zu melden. „Wir haben die Fricktaler stärker erwartet“, gab Limmattal-Trainer Rico Polo nach der Partie zu.

Doch Polos Mannschaft war dem Drittplatzierten von Beginn weg überlegen. Mit Toren von Nicolas Gitonga und Lukas Wittwer entschied sie das erste Drittel mit 2:0 für sich und hätte durchaus noch mehr Tore schiessen können.

Nach einem weiteren Tor für die Hausherren durch Dominique Stettler sorgte Pascal Meier zur Spielmitte bereits für das 4:0. Es war eine Art Vorentscheidung in dieser einseitigen Partie. Immerhin gelang Lukas Schmid kurz darauf der Anschlusstreffer. Doch nur drei Minuten später sorgte Luca Hänni wieder für den Vier-Tore-Vorsprung – und das, obwohl Nicolas Gitonga auf der Strafbank sass. „Es ist natürlich schön, wenn einem so etwas gelingt“, meinte der Torschütze später.

Drohendes Debakel für die Gäste

Nach Hännis Tor drehten die Hausherren nochmals so richtig auf. Lorenz Kern mit dem 6:1 und erneut Wittwer mit dem 7:1 sorgten für klare Verhältnisse. Eine Viertelstunde vor Schluss drohte den Gästen ein Debakel. Doch trotz des klaren Spielstands steckten die Fricktaler nicht auf. Und sie profitierten davon, dass sich die Limmattaler noch ein paar unnötige Strafen einhandelten. Erst musste Lorenz Kern raus, und diese Unterzahl nutzten die Fricktaler zum zweiten Treffer. Dann traf es erneut Nicolas Gitonga, und auch von dieser Überzahlsituation konnten die Gäste profitieren und ihr drittes Tor erzielen. „Wir kassieren in Unterzahl noch zu viele Gegentore“, ärgerte sich Hänni nach dem Spiel.

Geärgert haben sich Hänni und seine Teamkollegen wohl auch über den vierten Gegentreffer. Denn nur eine halbe Minute nach dem 3:7 traf Stäuble mit einem sehenswerten Backhandschuss zum 4:7.  Für eine Aufholjagd reichte es den Gästen dennoch nicht. Die Limmattaler brachten den Vorsprung nicht nur souverän über die Zeit, sie hatten sogar ihrerseits noch Grosschancen. Toren fielen aber keine mehr.

Aufstieg bleibt das Ziel

Das war auch ein Grund dafür, dass Trainer Rico Polo nicht vollumfänglich mit der Partie zufrieden war. „Wir müssen im Abschluss noch effizienter werden“, bemängelte er. „Die Automatismen in der Offensive stimmen noch nicht.“ Zudem habe seine Mannschaft in einigen Situationen den falschen Entscheid getroffen: „Da können wir uns noch verbessern.“ Und trotzdem: Die Limmattaler stehen mit ihrer makellosen Bilanz nach wie vor an der Tabellenspitze. „Die Tabelle ist noch nicht so aussagekräftig“, schränkte Polo ein. „Aber wir haben schon das Ziel, aufzusteigen. Mit unserem Kader müssten wir am Ende der Saison Rang 1 oder 2 erreichen, denn wir haben drei ausgeglichene Linien. Das haben wir heute gezeigt.“

Aufsteigen möchte auch Luca Hänni. Aber: „Im Unihockey kann es schnell gehen, und wir haben ja erst fünf Spiele gespielt.“ Für die Limmattaler ist die Rückrunde entscheidend, vor allem die Spiele gegen den direkten Konkurrenten Aargau United. Für Polo sind diese Partien Schlüsselspiele: „Da wird sich vermutlich entscheiden, wer aufsteigt.“

Telegramm

UHC Limmattal – Unihockey Fricktal 7:4 (2:0, 3:1, 2:3). – Zentrumshalle Urdorf. – 60 Zuschauer. – SR Gisin, Kramer. – Tore: 8. Gitonga 1:0. 20. Wittwer (Benz) 2:0. 25. Stettler (Gitonga) 3:0. 31. Meier (Stettler) 4:0. 37. Schmid (Satzmann) 4:1. 40. Hänni (Miller) 5:1 (Ausschluss Gitonga!). 42. Kern (Miller) 6:1. 46. Wittwer (Püntener) 7:1. 53. Schmid (Herzog) 7:2. 56. Hänny 7:3. 56. Stäuble (Tamer) 7:4. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Limmattal, 1-mal 2 Min. gegen Fricktal. - UHC Limmattal: Hostettler; Püntener, S. Ladner; Düsel, Miller; Badertscher, Meier; Matter; Bleisch; Benz, Hunziker, Widmer; Hänni, Kern, Schelling; Stettler, Schäfer, Gitonga; A. Ladner.