Üetliberg

Üetliberg-Wirt Fry stand in der Küche und machte Hacktätschli und Würste

Ab Freitag wieder mit der SZU-Bahn erreichbar: Das Uto Kulm.

Ab Freitag wieder mit der SZU-Bahn erreichbar: Das Uto Kulm.

Weil die Üetliberg-Bahn nicht bis zur Endstation verkehren durfte, blieb das «Uto Kulm» länger als andere Gastrobetriebe geschlossen.

Was für alle anderen Gastronomen der 11. Mai war, ist für die Betreiber des «Uto Kulm» der kommende Freitag. Dann nämlich wird der Betrieb nicht wie bisher während der Pandemie auf Take-away-Angebote setzen, sondern seine Türen für den regulären Betrieb öffnen. Der Grund, warum dies so lange dauerte, liegt bei der Lage des Lokals: Die Sihltal-Üetliberg-Bahn (SZU) wird erst ab Freitag wieder bis zur Endstation Üetliberg und nicht wie bis anhin während der Pandemie nur zur Station Ringlikon verkehren.

«Für uns war diese Zeit desaströs,» sagt Benjamin Styger, Mediensprecher des «Uto Kulm». Weil die SZU-Bahn zwischen dem Zürcher Hauptbahnhof und der Station Ringlikon Pendler transportierte, durfte diese Strecke während des reduzierten ÖV-Fahrplans weiterhin betrieben werden. Der Abschnitt bis zur Endstation Üetliberg hingegen wurde als touristisches Angebot klassifiziert und war somit während des Shutdowns untersagt.

Man fährt den Betrieb noch nicht von null auf 100

In den knapp drei Wochen seit der Öffnung der Gastrobranche habe man wie schon zuvor während des Shutdowns den Kiosk geführt. «Mit ein bis zwei Angestellten konnten wir so jene verpflegen, die zu Fuss zu uns kamen», so Styger. Der «Uto Kulm»-Chef Giusep Fry stand selber in der Küche und habe Hacktätschli und eine eigene Wurst-Kreation hergestellt. «Doch es fanden sehr wenige Gäste den Weg zu uns. Der SZU-Anschluss ist für uns von grosser Bedeutung. Das wurde uns erneut klar.»

Die individuellen Besucher des Zürcher Hausbergs, die ins «Uto Kulm» einkehren, bilden eine vergleichsweise geringe Einnahmequelle, wie Styger erklärt. «Mit Seminaren, Banketten und Hochzeiten machen wir den grössten Teil unserer Einnahmen.» Daher komme es dem «Uto Kulm» sehr entgegen, dass nun Veranstaltungen bis zu einer Teilnehmerzahl von 300 Personen wieder erlaubt sind.

«Zwar können wir bis zu 1000 Gäste bewirtschaften, doch bewegen sich die meisten Hochzeitsfeiern in einer Grössenordnung von unter 300 Gästen.» Viel eher sei fraglich, ob Seminare und Hochzeiten auch tatsächlich gebucht und durchgeführt würden. Mit den finanziellen Folgen werde man noch eine Weile zu kämpfen haben. «Andere Gastronomiebetriebe konnten rund drei Wochen früher öffnen als wir. Gäste, die zu uns gekommen wären, gingen nun einfach woanders hin – und mit ihnen unser Umsatz», sagt Styger. Zwar gebe das Unternehmen keine Zahlen bekannt, aber die Einbussen bezeichnete der Sprecher als drastisch.

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