Es war kurz vor 22 Uhr, als am 2. September 2014 zwei maskierte Männer im Dietiker Traditionsrestaurant Heimat auftauchten und im Stil eines amerikanischen Gangster-Filmes das Personal und Stammgäste des Lokals nicht nur mit einer Softair-Pistole, sondern auch mit einem Fischmesser massiv bedrohten und Geld verlangten. Zuerst suchte sich das Duo eine Service-Angestellte als Opfer aus und schnitt ihr das Serviceportemonnaie mit einem Inhalt von rund 2200 Franken Bargeld von deren Leibgurt ab.

Dann begaben sich die beiden Räuber in den hintersten Teil der Gaststube und bedrohten eine am hintersten Tisch sitzende Frauengruppe. Dabei richtete einer der Gangster einer Geschädigten die Softair-Waffe gegen den Kopf und forderte ultimativ Geld. Dann riss er ihr die Handtasche mit einem Inhalt für über 1100 Franken weg. Eine zweite Frau warf ihr Portemonnaie freiwillig auf die Sitzbank. Worauf die beiden Männer auch noch einen männlichen Gast bedrohten und von diesem vergebens Bargeld verlangten. Dann suchten die Täter mit einer gesamten Beute von rund 5000 Franken das Weite. Schon wenige Tage später konnte die Polizei das Räuberduo festnehmen. Zudem eine Freundin des bosnischen Haupttäters, die sich in Urdorf, Schlieren und Dietikon als Entreissdiebin betätigt hatte. Die heute 30-jährige Bosnierin hatte zum Beispiel am 26. August 2014 auf der Feldstrasse in Urdorf eine 89-jährige Seniorin attackiert, ihre Umhängetasche entrissen und sie zu Boden geworfen. Worauf die Rentnerin mit Verletzungen am Steissbein ins Spital eingeliefert werden musste.

Alle Beschuldigten geständig

Am Dienstag sollten sich alle drei Beschuldigten am Bezirksgericht Dietikon verantworten. Die umfassend geständige Täterschaft stand wegen Raubes, Diebstahls und falscher Anschuldigung vor den Schranken. Letzter Vorwurf ging darauf zurück, dass sich der heute 21-jährige Haupttäter und seine Freundin während der Untersuchung gegenseitig mit erfundenen Anwürfen eingedeckt hatten.

Der bosnische Anführer der Gruppe war abwesend, da er laut Bezirksgericht Dietikon unmittelbar vor dem Prozess nach einem Zusammenbruch ins Spital eingeliefert werden musste. Er hätte wohl im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens eine unbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren kassiert.

Die beiden weiteren Beschuldigten wurden dagegen schuldig gesprochen. Der zweite Räuber – ein 24-jähriger Chauffeur aus Dietikon – erhielt als Mitläufer eine bedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten. Die einschlägig vorbestrafte Entreiss-Diebin wurde zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt, wobei der Gerichtsvorsitzende ihre Verbrechen gegen betagte Personen als feige und verwerflich bezeichnete. Der Haupttäter soll jetzt im Herbst beurteilt werden. Seine Freundin kann dagegen mit ihrer baldigen Haftentlassung rechnen.