Eine angesagte Markentasche kann schnell mal mehrere tausend Franken kosten. Eine gute Kopie dieser Tasche ist mit beispielsweise 60 Franken doch deutlich erschwinglicher. Wieso also einen Haufen Geld für das optisch beinahe gleiche Produkt hinblättern?

Mit dieser Frage beschäftigt sich der Blog «Gizhals», den es seit ein paar Wochen sowohl als Website als auch auf Social-Media-Kanälen wie Instagram oder Facebook gibt. Dabei werden etwa teure Pullover, Taschen oder Gürtel mit einem ähnlichen, aber dennoch deutlich günstigeren Pendant verglichen.

Dazu ein Hinweis, wo es die um ein Vielfaches billigere Version zu kaufen gibt. Mittlerweile holen sich täglich über 2000 modebewusste Schnäppchenjäger solche Tipps von «Gizhals». Der Name ist Programm.

Auffallend ist, dass die Läden, in denen man die Designerimitate kaufen kann, grösstenteils im Limmattal zu finden sind. Oft reicht ein Gang zum Shoppi Tivoli, um das Kleid von Heidi Klum nachzukaufen – ohne dabei tief in die Tasche greifen zu müssen.

Und dass die Läden in der Region zu finden sind, ist kein Zufall. Denn hinter «Gizhals» steckt eine junge Schlieremerin. Während sie jedoch aus ihren Tipps kein Geheimnis macht, behält sie ihre Identität derweil lieber für sich. «Zuerst will ich sehen, wie sich ‹Gizhals› entwickelt, bevor ich meinen Namen und mein Aussehen preisgebe.» So viel verrät sie dennoch: Sie heisst Stephanie und ist im Informatikbereich tätig.

Dass hinter «Gizhals» eine sowohl Mode- als auch Online-affine Bloggerin steckt, wird auf den ersten Blick deutlich: Ein professionelles Logo und ein modernes Design zieren die Seite. Wohl auch deswegen hat sich «Gizhals» innert weniger Wochen zu einem beliebten Unterhaltungsfaktor im Internet gemausert. Die Beiträge von «Gizhals» werden regelmässig von staunenden Besuchern «geliked» und kommentiert.

Auf die Idee für den Blog ist Stephanie per Zufall gestossen: Sie schlenderte durch Manor und H&M und entdeckte vermehrt Taschen und andere Klamotten, die sehr ähnlich aussehen wie die teuren Designerstücke der Stars und Sternchen.

«Früher gab es solche Sachen sehr selten in der Schweiz zu kaufen. Wer sich wie ein Star anziehen wollte, musste im Ausland oder im Internet shoppen», so Stephanie. Sie freute sich daher sehr, als die Läden aus der Region sofort mit der Mode der grossen Designer mitzogen. Irgendwann fing Stephanie an, ihre ebenfalls modeinteressierten Freunde über die Schnäppchen zu informieren. Dann kam ihr die Idee, die Tipps auch mit anderen zu teilen. «Und deswegen habe ich den Blog gegründet.» Zum Namen «Gizhals» hat sie sich von einem Freund inspirieren lassen: «Er ist sehr, sehr geizig und ich habe ihn deswegen immer Gizhals genannt. Das fanden wir lustig – und so kam es zu diesem Namen», erklärt die Schlieremerin lachend.

Fast jeden Tag postet sie mittlerweile eine neue Entdeckung. Dafür geht sie jedoch nicht absichtlich auf die Suche. Als Modefan streift Stephanie sowieso leidenschaftlich gerne durch die Läden, und stösst dabei per Zufall auf Designerkopien.

Was derzeit angesagt ist, weiss sie ohnehin, weil sie sich hobbymässig sehr für Mode interessiert. «Bei meinen Streifzügen entdecke ich wirklich immer ein Schnäppchen», versichert sie.

Die Qualität sei ihr übrigens auch wichtig, denn schliesslich sei billig nicht immer auch gut. Aber es sei doch bekannt, dass einige grosse Designer ihre Kleidung auch in China produzieren würden wie billigere Modeketten auch, so die Schlieremerin. «Und wenn man auf das Portemonnaie achten muss, verzichtet man doch hie und da gerne auf die blosse Finanzierung der Marke.»

Für Silvester hat sie übrigens schon lange einen Tipp parat: Dieses Jahr stehen Pailletten ganz hoch im Kurs. «Wo es erschwingliche Paillettenkleider zu kaufen gibt, steht auf meiner Seite «gizhals.ch», sagt die Schlieremerin mit dem geheimnisvollen Lächeln.