Zwei Männer befestigen Spannketten am Haken eines Gerüsts, während zwei weitere die Stahlelemente am Boden mit Schaumstoff einkleiden. Ein Mann testet das Konstrukt und schwingt sich mit eingezogenen Knien an der brusthohen Stange langsam hin und her. «Jetzt fehlen eigentlich nur noch die Matten unter dem Tiefreck. Dann ist das Gerät für dieses Wochenende bereit», sagt Andi Marti vom Turnverein Weiningen.

Er und rund 90 weitere Turngspänli und Helfer sind seit gestern Nachmittag damit beschäftigt, die Dietiker Stadthalle in eine Geräteturnhalle zu verwandeln. Am Samstag und Sonntag finden dort die Schweizer Meisterschaften im Geräteturnen statt. Antreten werden am Samstag die Frauen im Mehrkampf und am Sonntag die Männer im Gerätefinal.

Der TV Weiningen organisiert die Meisterschaft und holt den Sportanlass damit zum ersten Mal ins Limmattal. Dass der Verein grosse Events auf die Beine stellen kann, hat er 2015 mit dem Ausrichten des Regionalturnfests in Weiningen zum 100. Geburtstag bereits bewiesen. Erwartet werden an diesem Wochenende rund 350 Turnerinnen und Turner sowie über 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer.

OK-Präsident Willi Hodel ist froh, dass man bereits am Donnerstag mit den Aufbauarbeiten starten kann. «Das nimmt uns den Stress», sagt er. Es gibt nämlich so einiges aufzustellen. Bis zum Freitagabend müssen neben dem Tiefreck auch das Hochreck, die Boden- und Sprunganlage sowie die Schaukelringe bereit sein. Nicht zu vergessen ist die Festwirtschaft im Untergeschoss der Stadthalle, die Aufwärmhalle im Schulhaus Fondli und die ganze Technik.

Die grösste Herausforderung beim Aufbau ist indes die Beschaffenheit der Stadthalle. «Es handelt sich um eine Ballsport- und nicht um eine Geräteturnhalle», sagt Marti. Deshalb fehlen die Bodenverankerungen für die Stellrecke und die Schaukelringe an der Decke. «Deswegen müssen wir nun Gerüste errichten, die die Recke tragen.

Live-Stream auf Facebook

Unterstützt werden die Weininger beim Aufbau auch von Turnern aus Urdorf. «Wir helfen einander immer, wenn wir Turnanlässe organisieren», sagt Marti. Er ist am Anlass für den Wettkampfplatz verantwortlich. Hilfe kommt aber nicht nur aus dem Limmattal. «Fünf Turner des Bürgerturnvereins Luzern kümmern sich um den Live-Stream. Auf Beamern in der Halle und im Untergeschoss in der Festwirtschaft kann man die Wettkämpfe anschauen.

Wer es nicht schafft, vorbeizukommen, kann den Wettkampf sogar auf Facebook verfolgen», sagt Hodel. Er sei gerührt, dass sich die Jungs aus Luzern so ins Zeug legen würden. Man habe sich an den letztjährigen Schweizer Meisterschaften kennen gelernt. Während des Aufbaus und der Wettkämpfe kommen die Männer bei Hodel zu Hause unter. «Das ist es, was das Turnen von anderen Sportarten abhebt. Man hilft einander, auch wenn man gegeneinander antritt. Man ist eine Familie.»

Vor zwei Jahren bekundete der TV Weiningen bereits sein Interesse, die Schweizer Meisterschaften durchzuführen. «Wir geben damit etwas an den Sport zurück», sagt Hodel. Er freue sich auf den Event. «Was jetzt noch fehlt, sind meine Begrüssungsreden. Die muss ich noch schreiben», sagt er und lacht.

Freuen kann sich Hodel auch, weil sein Sohn, Mika Hodel, am Sonntag gute Chancen auf eine Medaille hat. Er steht im Sprung und am Reck im Finale. Ebenso qualifiziert hat sich Alessia Romanelli vom TV Weiningen. Neben den Weiningern vertreten Lea Hartmann, Kim Kober, Nathalie Schneider und Maya Keller vom Getu Urdorf das Limmattal.