Bezirk Dietikon
Übernahme der VRSG durch Abraxas - aus 120 werden bald 600 Aktien

Der Übernahme der staatlichen Informatikfirma VRSG durch ihre Mitstreiterin Abraxas stimmten auch drei Limmattaler Gemeinden zu. Am meisten VRSG-Aktien im Limmattal hat die Stadt Schlieren.

David Egger
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Das Stadthaus in Schlieren. (Symbolbild)

Das Stadthaus in Schlieren. (Symbolbild)

Roland Schmid

Städte und Gemeinden sind auf Informatik-Firmen angewiesen, denen sie vertrauen. Besonders bekannt im Kanton Zürich sind die Abraxas Informatik AG und die VRSG AG. Denn der Staat ist nicht nur ihr Kunde, sondern auch ihr Eigentümer. So gehört die Abraxas je zur Hälfte den Kantonen Zürich und St. Gallen. Die VRSG-Aktien sind auf die Kantone Zürich, St. Gallen, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden verteilt. Hinzu kommen über 100 Gemeinden aus fünf Kantonen. Aus dem Limmattal dabei sind die Städte Dietikon und Schlieren sowie die Gemeinde Uitikon.

Stadt Schlieren besitzt 100 Aktien

Die beiden Unternehmen arbeiten an einer Fusion respektive einer Übernahme der VRSG durch die Abraxas – letztere ist der wesentlich grössere Player. Der Zürcher Regierungsrat stimmte dem Zusammenschluss Mitte Juni zu, woraufhin die «Schweiz am Wochenende» das Millionenloch der VRSG aufdeckte: Ohne Auflösung stiller Reserven hätte 2016 ein Minus von 6,7 Millionen Franken resultiert. Hinzu kommen 9,7 Millionen Franken Schulden.

Zahlen, die im Juli Kantonsrätin Ann Barbara Franzen (FDP, Niederweningen) zu einer kritischen Anfrage an den Regierungsrat bewegten. Sie fragt unter anderem, ob nicht eine Sistierung des Zusammenschlusses eine Option wäre. Die Antwort steht zwar noch aus, aber die Fusion ist beschlossene Sache: Noch dieses Jahr wird die gemeinsame Holding gegründet. 2018 werden die beiden Unternehmen endgültig zu einem. Seit der Zustimmung der Aktionäre bis Anfang September ist dies definitiv.

Von den VRSG-Aktionären haben fast alle Ja zur Fusion gesagt – nur elf Gemeinden geben ihre Aktien ab. Der Schlieremer Stadtrat beschloss sein Ja am 14. August, wie dem öffentlichen Sitzungsprotokollauszug zu entnehmen ist. Die Stadt besitzt 100 VRSG-Aktien mit einem Gesamtnominalwert von 100'000 Franken, die nun in 500 Aktien Abraxas-VRSG-Holding-Aktien mit einem Gesamtnominalwert von 50 000 Franken umgewandelt werden. Der Verkehrswert bleibt bei 200 000 Franken – für diesen theoretischen Betrag könnten die Aktien verkauft werden. Mit der Fusion sinkt zudem der Schlieremer Stimmrechtsanteil von 1,46 auf 0,25 Prozent.

Dietikon und Uitikon besitzen je 10 Aktien

Aber die Stadt hat auch Einsitz im Kundenbeirat und Benutzerfachgruppen der VRSG. Zudem erhielt Schlieren in den letzten Jahren Dividenden von bis zu 5000 Franken, wie dem Stadtratsprotokoll zu entnehmen ist. In Uitikon geht es um 10 Aktien mit einem Gesamtnominalwert von 10 000 Franken. Auch hier verfünffacht sich die Aktienmenge und halbiert sich der Gesamtnominalwert, während der Verkehrswert gleich bleibt. Uitikon hat der Fusion auch zugestimmt, wie gestern bestätigt wurde. Ebenfalls zugestimmt hat Dietikon mit seinen 10 Aktien, wie Stadtpräsident Otto Müller (FDP) bestätigt. Er kennt die VRSG gut, war von 2006 bis 2011 selber Mitglied des Verwaltungsrats.