Die Familie Müller liebt Schwimmen. Die zwei Töchter sowie ihr Vater Gordian Müller sind Mitglieder im Wasser Sport Club Dietikon (WSCD) und im Tri Team Limmattal. Die Mutter fungiert dabei zusätzlich noch als Unterstützerin: «Jemand muss diese Wasserratten ja schliesslich coachen», sagt sie lachend. Neuerdings hilft ihr dabei auch ein Gerät, das sie zusammen mit ihrem Ehemann entwickelt hat.

Zähler mit Saugnapf

Es handelt sich dabei um einen Schwimmzähler, getauft U-TURN, der am Beckenrand mittels Saugnapf befestigt wird. Dazu gehört auch ein Chip, der die Schwimmerin oder der Schwimmer am Badeanzug anbringt. Wer an der Schwimmbeckenwand wendet, kann die Daten auf einem beleuchten Display betrachten. Er zeigt die Gesamtzeit und -Distanz an und kann über zehn Trainingsmodi individuell eingestellt werden.

Ein perfektes Paar

«Wir haben das Gerät aus der Not heraus entwickelt, weil nichts Vergleichbars exisiterte», sagt der ausgebildete Elektroingenieur und Familienvater Müller. Zwar gebe es Messuhren, die mittels Bewegungssensoren funktionieren, oder kleine Rundenzähler, die am Zeigefinger montiert würden. Aber ein Gerät, auf dem man die Messungen während dem Schwimmen ohne Berührung ablesen kann, sei eine Weltneuheit.

Technik und Gestaltung, diese zwei eher gegensätzlichen Bereiche ergänzen sich bei Müllers perfekt. Zuständig fürs Logo, Corporate Design und die Kommunikation ist Barbara Müller, gelernte Schriftenmalerin, heute Gestalterin. Auch in der Firma G. Müller Innovations, die das verheiratete Ehepaar gegründet hatte, werden die Synergien genutzt. Es handelt sich um eine Softwareengineering und Creative Solutions Firma. Über das Unternehmen wird auch der Schwimmzähler vertrieben.

Nach Entwicklung folgt Eroberung

«Es wäre schön, wenn wir mal von unserer Erfindung leben können», sagt der 44-Jährige. Doch nach der fünf-jährigen Entwicklungsphase und der zwei-jährigen Testphase folge nun die wahre Herausforderung, sagt seine Frau: «Nun startet das ganze Marketing, wir machen alles selber.» Dazu gehören unter anderem die Ersellung zahlreicher Flyer und Prospekte, der Aufbau eines Netzwerkes, sowie das Betreuen einer Website. In der Startphase investiert das Unternehmenspärchen und hofft später die Früchte der Saat ernten zu können: «Nicht nur die Schweiz, auch die Nachbarländer möchte wir mit dem U-TURN erobern.»