Als sportliches Multitalent aus Urdorf kann die dreizehnjährige Vera Moser bezeichnet werden, die sich in ihrer Freizeit den unterschiedlichsten sportlichen Aktivitäten widmet und kürzlich an ihrem ersten Jugendsporttag in Elsau eine absolute Bestleistung zeigte. So gewann sie in ihrer Altersklasse die Goldmedaille mit 40 von 40 möglichen Punkten und erreichte in den vier Disziplinen 80-Meter-Sprint, Hoch- und Weitsprung sowie Seilspringen die Bestnote 10. «Mir ist nicht bekannt, wann dies das letzte Mal von einer Urdorferin oder einem Urdorfer erreicht wurde», sagt die Trainerin Katja Castro vom TV Urdorf stolz. Dazu komme, dass Vera erst seit gut einem Jahr überhaupt in der Jugendriege dabei sei und trainiere.

Lob für den Sieg kam ebenso vom OK-Präsidenten des Jugendsportanlasses, Lukas Baumgartner: «Die Maximalnote 10 wird an Jugendsporttagen ab und zu erzielt. Eine solche aber in allen vier Disziplinen zu erreichen, ist schon besonders und nur mit einer starken Leistung möglich.» Bei der Wahl müssten Disziplinen aus mindestens drei Sparten abgedeckt sein, weswegen eine totale Punktzahl von 40 auch von einer polysportiv starken Leistung zeuge. Es ist jene angesprochene Diversität sportlichen Könnens, die auch Veras Mutter Tanja Moser anspricht und deren Wichtigkeit sie betont.

So habe zum überlegenen Sieg womöglich auch das allgemein gute Körpergefühl ihrer Tochter verholfen: «Bewegung gehört bei uns in der Familie dazu, aber ich bin nicht dafür, auf nur einen Profisport zu setzen – vielleicht wirft mir meine Tochter das irgendwann mal vor, aber ich bin mehr für das Polysportive und Gemeinsame als für das krampfhafte Fokussieren auf etwas einzelnes», sagt sie. Ein breites Spektrum sportlicher Betätigungen und daran Spass haben: So gebe es ein Grundgefühl im Körper und so sei die Basis gelegt, um auch einen Wechsel in eine andere Sportart zu ermöglichen.

Berufswunsch: Sportlehrerin

Die Siegerin selbst spricht in Erinnerung an den Wettkampf nicht von einer wirklichen Herausforderung und nimmt die Goldmedaille gelassen hin: «Keine Ahnung, man muss halt einfach richtig Anlauf nehmen, der ist wichtig», lautet ihr einziger Tipp, um beispielsweise das Ziel im Weitsprung zu erreichen. «Ich habe zuerst mit Geräteturnen angefangen und mich dann für Volleyball, Street Dance und das Training in der Jugendriege entschieden. Der Freitag bleibt bis jetzt noch frei», sagt sie. Der Weg, um ihren Berufswunsch Sportlehrerin zu erreichen, scheint mit diesen Voraussetzungen fürs Erste geebnet.

Leer blieb die oberste Treppenstufe des Podests bei einer weiteren Rangverkündigung. Bestimmt war sie für den Sieger Marc Zuberbühler, ebenfalls aus Urdorf, der neben diesem Gewinn am selben Tag auch eine Schattenseite des Sports erlebte. Nun heisst es erst einmal, die Arme zu trainieren und sechs Wochen an den Stöcken zu gehen, denn Marc erlitt nach einem Ballfang im Teamsport am Nachmittag beim Korbball einen Bänderriss und musste vom Sportplatz direkt ins Spital gefahren werden. «Ich konnte es hören und auch am Rand meinten meine Kollegen, dass sie es gehört haben, wie die Bänder nachgaben», erzählt er.

Seiner Freude am Sport und an der Bewegung im Verein tut dies aber keinen Abbruch. Seit er sechs Jahre alt ist, ist er im TV Urdorf aktiv. So denkt er denn auch in keiner Weise an das Aufhören: «Ich wollte unbedingt noch ein letztes Mal an einem Jugendsporttag teilnehmen, weil ich diese Wettkämpfe schon immer sehr mochte», sagt er. Wie Vera Moser startete auch er in vier Disziplinen, wobei er das Seilspringen klar bevorzugte: «Ich habe eine eigene Technik und laufe quasi abwechselnd nur jeweils mit einem Bein über das Seil hüpfend.»

Rekord im Seilspringen

Nicht erstaunlich also, dass er, wie Katja Castro betont, mit 210 Seilsprüngen pro Minute einen Rekord aufstellen konnte. Bereits seit diesem Jahr trainiert Zuberbühler im TV Urdorf bei den Erwachsenen mit. Es sei die Vielfältigkeit, die ihm im Verein zusage, und auch er mochte sich nie auf nur eine Sportart beschränken. Neben diesen zwei Goldmedaillen gingen zudem vier weitere Medaillen an die Jugendriege des TV Urdorf: «Es war ein Wettkampf, der uns wegen der vielen Glanzleistungen, jedoch auch wegen des unglücklichen Korbballunfalls von Marc Zuberbühler, noch lange in Erinnerung bleiben wird», sagt Castro.