Weiningen

Turnverein lädt zur Reise durchs vergangene Jahrhundert

Turnverein lädt zur Reise durchs vergangene Jahrhundert

Turnverein lädt zur Reise durchs vergangene Jahrhundert

Flowerpower, Kaiser Franz und seine Sissi, Charlie Chaplin und die «Titanic»: Der Turnverein liess sich für sein Turnerchränzli von grossen Figuren und Momenten inspirieren.

Würde sich der Geschichtsunterricht an Schulen auch nur ansatzweise am Konzept des TV Weiningen anlehnen, müssten die Lehrer wohl kaum mehr um das Interesse der Schülerschaft ringen. Auch wenn vielen Eltern und Grosseltern die ersten Flüge ins All oder die Geburt von Micky Mouse in bester Erinnerung sind, Knight Rider sowie das A-Team Kindheitserinnerungen hervorrufen und das Motto «Peace, Love and Happyness» nicht nur eine leere Phrase ist, füllen diese Erinnerungen bereits die letzten Seiten der Geschichtsbücher. Witzig inszeniert, mit viel Sinn für attraktive Unterhaltung, hat so der TV Weiningen an seinem Turnerchränzli die Besucher auf eine Reise durch das vergangene Jahrhundert mitgenommen.

Mit Charme – und Hosenträgern

Als würde sich Kaiser Franz mit seiner Sissi noch leibhaftig an den Darbietungen der Kunstturnriege erfreuen, war auch das Publikum im Saal des Oberstufenschulhauses von den graziösen Einlagen der jungen Turnerinnen am Schwebebalken angetan. Auch die kleinen und grossen Geräteturnerinnen liessen sich mit dem Unglück der «Titanic» sowie dem Stummfilmstar Charlie Chaplin von geschichtsträchtigen Momenten inspirieren. Doch nicht nur die Erinnerungen wurden aufgefrischt, die Turnerinnen und Turner verstanden es, während der rund dreistündigen Vorstellung die ganze Bandbreite des Turnsportes zu demonstrieren. Ihre grosse Kompetenz im Bereich Geräteturnen haben die aktiven Turner wie auch die Geräte- und Leichtathletikriege (GELA) am Barren und Minitrampolin gekonnt in Szene gesetzt. «Das war wieder einmal ein Chränzli, wo geturnt wurde», zeigte sich ein Besucher vom Fokus der Darbietungen auf traditionelles Geräteturnen erfreut.

Zwar sind die Damen des TV Weiningen zu jung, um noch Zeitzeugen der Flowerpower-Zeit zu sein, jedoch schienen sie sich beim Rückblick auf diese turbulente, lebensintensive Epoche sichtlich im Element zu fühlen. Rassig mitreissend versprühten sie mit ihrer Aerobicnummer pure Lebenslust von der Bühne. Klar, dass auch die Einführung des Frauenstimmrechtes zu den wichtigsten eidgenössischen Errungenschaften der nahen Vergangenheit gehört. Auf ihre eigene Weise bewiesen die Damen ein weiteres Mal, mit Charme und Hosenträgern, dass sie ihren männlichen Kameraden in nichts nachstehen. Wäre dazumal mit denselben Mitteln argumentiert worden, wäre wohl das Frauenstimmrecht Jahre früher eingeführt worden.

Natürlich fand auch die elektronische Entwicklung Platz im turnerischen Rückblick. Während die kleine Mädchenriege Micky Mouse zum Leben erweckte, war die Darbietung der aktiven Männer eine Hommage an den Gameboy-Star Super Mario.

Chränzli ist Dorfkultur

Nebst den turnerischen Attraktionen auf der Bühne ist in Weiningen «der rote Faden» fester Bestandteil des Turnerchränzlis. Humorvoll führten so Ursina Lüthi-Buchli, Marc Laternser, Farrah Previtali, Silvan und Andi Haug mit Sketchen durchs Programm. Das letzte Mal in den Zwischennummern zu sehen war ebenso Andi Anders, der seit 1988 für Lacher im Publikum gesorgt hat. «Ich habe auf der Bühne Mädchen gesehen, die ich schon als Babys gekannt habe, ich finde das super», freute sich Romy Götz. Grossen Gefallen am Programm hatte auch Klaus Stefl und fügte an: «So ein Chränzli gehört zur Gemeinde, denn dank den Vereinen gibt es einen solchen Dorfzusammenhalt.»

Eine weitere Vorstellung findet am kommenden Wochenende statt.

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