Beim 24. und 31. Dezember handle es sich nicht um hohe Feiertage, befand der der Gemeinderat Wallisellen, deshalb gebe es keine rechtliche Grundlage, das Gesuch des Glattzentrums abzulehnen. Das Einkaufszentrum hatte beantragt, an diesen Sonntagen öffnen zu können.

Der Gemeinderat bezieht sich auf das kantonale Ruhetags- und Ladenöffnungsgesetz, in dem die hohen Feiertage festgehalten sind, an denen keine Sonntagsverkäufe stattfinden dürfen. Pro Jahr bewilligt der Gemeinderat vier verkaufsoffene Sonntage, die für alle Geschäfte auf dem Gemeindegebiet gelten.

Im Dezember hatten 400 Verkäuferinnen und Verkäufer aus dem Glattzentrum eine Petition beim Walliseller Gemeinderat eingereicht. Darin hatten sie gefordert, das Gesuch des Glattzentrums abzulehnen. Die Gewerkschaft Unia hatte die Angestellten dabei unterstützt.

Befremden bei der Unia

Die Unia nimmt den Entscheid des Gemeinderats mit Befremden zur Kenntnis. "Man könnte auch an die Betroffenen im Verkauf denken. Die Stadt Zürich beispielsweise verzichtet auf verkaufsoffene Sonntage an diesen Daten", sagte Lorenz Keller, Mediensprecher der Unia Zürich-Schaffhausen auf Anfrage der sda.

"Der Gemeinderat versucht, sich mit seiner fadenscheinigen Argumentation aus der Verantwortung zu ziehen", sagte Keller weiter. Das Verkaufspersonal habe sich direkt an die Behörde gewandt und sein Anliegen vorgelegt.

Rageth Clavadetscher, Leiter des Glattzentrums, hatte im Dezember gegenüber der Nachrichtenagentur sda gesagt, dass die betreffenden Daten nicht für alle Angestellte Feiertage seien. Manche würden gerne an solchen Sonntagen arbeiten. Zudem habe das Glattzentrum dann nur bis 16 Uhr geöffnet statt bis 18 Uhr wie bei anderen Sonntagsverkäufen.