Dies bei einem Aufwand von etwas mehr als 170 Millionen und einem Ertrag von 166 Millionen Franken. Trotz der erwarteten roten Zahlen hält man am Steuerfuss von 114 Prozent fest. «Aufgrund der vergangenen positiven Jahresabschlüsse soll der Steuerfuss nicht ansteigen.

Erst wenn wir mit einem Defizit abschliessen und sich die Entwicklung der Erfolgsrechnung weiterhin verschlechtert, werden wir eine Steuererhöhung in Erwägung ziehen», sagt Finanzvorsteherin Manuela Stiefel (FDP). Es treffe nun das ein, was man schon vor ein paar Jahren vorausgesehen habe.

«Wir haben nicht zum Spass ein Entlastungsprogramm eingeführt. Wir wussten, dass wir ein Budget mit einem höheren Minus veranschlagen müssen. Nun ist es Tatsache», sagt Stiefel.

In den letzten Jahren ist es der Stadt gelungen, ein besseres Ergebnis als im Budget zu erzielen. «Wir haben grundsätzlich 2 bis 3 Millionen Franken besser abgeschlossen als erwartet», sagt Oliver Küng, Abteilungsleiter Finanzen und Liegenschaften der Stadt. Doch auch mit einem um diesen Betrag besseren Abschluss, werde das Defizit 2019 nicht verschwinden, ist Küng sich sicher.

Minus ohne Buchgewinne grösser

Für 2019 budgetiert der Stadtrat 7 Millionen Franken Grundstückgewinnsteuern. Das sind 3 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Und trotzdem ist der Betrag beachtlich. «Ein normaler Schnitt liegt bei etwa 6 Millionen Franken. Wir liegen immer noch deutlich darüber», sagt Küng.

Die Steuern der natürlichen Personen legen leicht zu, während der Anteil der Steuern der juristischen Personen auf 42 Prozent des Steuerertrags veranschlagt wird. Die Stadt erhält zudem Geld aus dem Finanzausgleichstopf. Der Ressourcenzuschuss soll 8,7 Millionen Franken betragen.

«Im Budget 2019 sind auch einmalige Buchgewinne aus Landhandelsgeschäften in der Höhe von 2,4 Millionen Franken enthalten. Ohne diese läge das budgetierte Minus bei 6,5 Millionen Franken», so Küng.

Die Ausgaben haben es 2019 in sich. «Erstmals ist ein Gesamtaufwand von über 170 Millionen Franken veranschlagt», sagt Küng. Die Bereiche Bildung, soziale Sicherheit, Pflege und Kapitalfolgekosten schenken besonders ein. «Wir rechnen mit mehr stationären Pflegefinanzierungen und mehr Personen, die wirtschaftliche Hilfe benötigen», sagt Küng.

Am meisten zunehmen werden die Ausgaben für das Personal. Budgetiert sind 1,7 Millionen Franken mehr als im Vorjahr. «Alleine auf der Verwaltung gibt es 5,8 neue Stellen. Doch auch die Tagesbetreuung von Schülern erfordert mehr Personalaufwand», erklärt Küng.

Die Steuereinnahmen können mit diesen Ausgaben nicht mithalten. Während die Aufwände um 8,4 Millionen Franken ansteigen, vermögen die Erträge lediglich um 4,6 Millionen Franken zuzulegen. «Die Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen geht deutlich auseinander.»

Trotz der Umsetzung diverser Massnahmen aus dem Entlastungsprogramm, das vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde, ergebe sich ein strukturelles Defizit. So wurden in diesem Zusammenhang etwa die Hundesteuer von 180 auf 200 Franken pro Jahr erhöht oder Briefe der Verwaltung mit B- statt mit A-Post verschickt.

20 Mio. Franken für Investitionen

Investitionen stehen 2019 ebenso an. Insgesamt sind es netto 20 Millionen Franken. Im Vorjahr waren 22,5 Millionen Franken budgetiert. Hochrechnungen zeigen nun, dass nur 15,3 Millionen Franken investiert werden. Dies, weil einige Projekte verschoben wurden.

Zu den Investitions-Brocken, die ins Jahr 2019 fallen, gehören 3,1 Millionen Franken für die Neugestaltung des Schlieremer Stadtplatzes, Kanalisationssanierungen in der Höhe von 1,5 Millionen Franken oder die Renovation des Mehrzweckgebäudes Büelhof für rund 1,3 Millionen Franken.

Mit den vielen Investitionen steigen auch die Schulden. «Wir gehen von einem ungenügenden Selbstfinanzierungsgrad von 23 Prozent aus. Die Nettoschuld pro Einwohner steigt auf 2853 Franken an», sagt Küng. Langfristig wolle man die Verschuldung drosseln. Es ist aber klar: «Bis 2022 wird die Nettoschuld pro Einwohner auf über 4000 Franken ansteigen.»

Der Schlieremer Finanzhaushalt steht vor grossen Herausforderungen. «Wir sind mitten in einer Wachstumsphase, die Kosten verursacht», sagt Stiefel. Die Frage, wie viel Wachstum Schlieren ertrage, sei angesichts dieser Lage angebracht. «Es ist ein Balanceakt. Schliesslich wollen wir nicht, dass die Lebensqualität abnimmt.»