Oetwil
Trotz Regen: Die Besucher genossen die Atmosphäre an der Moschtete

Oetwil: Käse, Brot und Süssmost – mehr brauchte es für das Zusammensein nicht.

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Moschtete i de Fähri
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Zu essen gab es genug an der Moschtete i de Fähri.
In den vergangenen Jahren hat die Gemeinde laut von Planta zwei Sorten Apfelmost angeboten.
Die alte Apfelpresse, die den leckeren Most herstellt an der Moschtete i de Fähri.
Der frischgepresste Apfelsaft fliesst zuerst durch ein Sieb und dann in einen Eimer.
Die Moschtete war zum Glück überdacht, denn das Wetter wollte nicht so richtig mitspielen.
Die ausgepressten Apfelresten.
Die Äpfel wurden mit ein paar Birnen vermischt und stammen vom Hofladen Bräm in Dietikon.

Moschtete i de Fähri

Liana Soliman

Schon seit mehr als 30 Jahren gibt es auf den Limmatwiesen die den von der Gemeinde Oetwil organisierten Anlass Moschtete i de Fähri. Genau gesagt war der letzte Samstagnachmittag die 34. Ausgabe. Gemäss alt Gemeindepräsident Paul Studer ist die Tradition entstanden, weil es damals eine Zeit gab, in der die Bauern zu viele Äpfel geerntet hatten und sie nach Oetwil zum Pressen brachten.

«Die Moschtete ist eine schöne Tradition, die wir wirklich erhalten wollen», sagt Gemeindepräsidentin Rahel von Planta (FDP). Die Gemeinde biete der Bevölkerung diverse Veranstaltungen an, um das Zusammensein zu geniessen. «Der Aufwand und die Kosten sind es auf jeden Fall wert, denn unsere Angebote werden von den Einwohnerinnen und Einwohnern sehr geschätzt.» Der relativ geringe Aufmarsch von etwa dreissig Personen an der diesjährigen Moschtete sei deshalb ganz sicher dem Wetter zuzuschreiben.

Zwei verschiedene Sorten Süssmost

In den vergangenen Jahren hat die Gemeinde laut von Planta zwei Sorten Apfelmost angeboten. Dies lag daran, dass man erst mit dem Pressen beginnen wollte, wenn die Besucher schon da waren. Der beim Bauern fertig gekaufte Süssmost sei dann ein Vorgeschmack gewesen. «Ich fand, das müssen wir ändern und wirklich frisch gepressten Süssmost anbieten.» Deshalb seien die beiden Helfer vom Werkhof Allen Spagnuolo und Shpend Rapuca früher gekommen, damit alles schon bereit stehe, wenn die ersten Feinschmecker ihre leeren Becher ans Fass hielten.

«Heute pressen wir total 600 Kilo Äpfel auf vier Durchläufe verteilt», sagt Spagnuolo. Die Äpfel der Sorten Pinova, Suurgrauiker, Gala und Topaz wurden noch mit ein paar Birnen vermischt und stammen wie schon die Jahre zuvor vom Hofladen Bräm in Dietikon. «Es ist eine perfekte Mischung aus süssen und sauren Früchten», sagt Spagnuolo.

Die Besucher sind begeistert vom Geschmack. «Der Süssmost ist wirklich sensationell: frisch-fruchtig, nicht zu süss, nicht zu sauer und man schmeckt die perfekt sonnengereiften Äpfel», sagt Ingrid Krumdieck. Die 52-jährige Oetwilerin komme schon seit mehr als zehn Jahren an die Moschtete. «Es ist immer wieder ein Highlight. Es ist toll, weil es von der Gemeinde durchgeführt wird und man zusammenkommen kann», sagt sie.

Nach dem Training kommt die Belohnung

Ihr Begleiter Michael Christian Daniels aus Schlieren wurde prompt von der Euphorie gepackt, als er die historische Presse erblickte und fragte sogleich, ob er ebenfalls drehen dürfe. «Es ist streng, aber ein wirklich gutes Training für die Arme. Gleich mache ich mich erneut ran», sagt der 41-Jährige nach einer Weile. Nach der harten Arbeit wird Tilsiter auf Brot gegessen, Süssmost gekostet, man setzt sich unter das Festzelt und plaudert ein wenig.

«Aus den ersten 300 Kilo Äpfeln wurden etwa 80 Liter Saft gewonnen», sagt Jürg Vogt, ebenfalls freiwilliger Helfer. Gepresst wird laut Spagnuolo am Ende alles. Wer mit einer leeren Flasche komme, könne sie gratis füllen. Die Apfelreste werden später den Tieren der Bauern gegeben.