Eigentlich gibt es keinen grösseren Stimmungskiller: Mit dem allerletzten Angriff bugsiert Aegeri-Captain Michael Schwarzenberger die Kugel an Dietikon-Keeper Alpay Inaner vorbei ins Netz zum späten 2:2-Ausgleich. Den FC Dietikon kostet dieser ärgerliche Gegentreffer den Sieg und damit zwei mühsam erarbeitete Punkte.

Doch für die Limmattaler gibt es nach dem Schlusspfiff trotzdem einen Grund zur Freude: Der Punkt im Zugerland reicht, um als Tabellenführer der 2. Liga interregional in die Winterpause zu gehen.

«Natürlich ist es enorm schade, dass wir diesen späten Ausgleich hinnehmen mussten. Aber solche Situationen gehören im Fussball dazu, das muss man akzeptieren», fasst FCD-Trainer João Paiva die Gemütslage seines Teams zusammen. Er ergänzt: «Selbst wenn wir heute gar nicht gepunktet hätten, wäre ich enorm zufrieden mit meiner Mannschaft. Wir haben eine super Truppe zusammen und haben eine starke Hinrunde gespielt. Im Verein sind alle enorm stolz darauf, was die Jungs in der ersten Saisonhälfte geleistet haben.» Zurecht.

Denn damit, dass der FC Dietikon seine starke Gruppe zur Halbzeit anführen würde, hätte vor der Saison wohl kaum jemand gerechnet.

Diese Momentaufnahme vermag auch ein ärgerlicher Fussballnachmittag in Aegeri nicht zu trüben. Ein Nachmittag, an dem der FC Dietikon über lange Zeit grosse Mühe mit dem clever auftretenden Underdog bekundet, sich dann willensstark ins Spiel kämpft und dank zweier Treffer im zweiten Durchgang bis kurz vor Schluss dem Auswärtssieg ganz nahe ist.

Nur um dann mit der letzten Aktion um die Früchte seiner Arbeit gebracht zu werden.
Der Auswärtstrip in den Kanton Zug begann für die Dietiker mit einem Dämpfer: Nach einem Freistoss aus dem Halbfeld verschätzte sich FCD-Keeper Inaner komplett und musste zusehen, wie Linus Pfrunder die Gastgeber in der 10. Minute in Front köpfte. Nach dem Führungstreffer trat das Team aus dem Tabellenkeller vorbildlich auf, verteidigte gewillt und mit vollem Einsatz – und brachte den FCD so zum Verzweifeln.

Erst nach dem Pausentee rissen die Limmattaler das Spieldiktat an sich. Nachdem man zuvor während fast einer Stunde kein Konzept gegen die massiert stehende Zuger Abwehr zu finden schien, gelang Luca Senicanin in der 54. Minute der Ausgleich. Blazenko Klaric war zuvor an die Grundlinie gelaufen und bediente seinen freistehenden Mitspieler im Rückraum pfannenfertig. So einfach kann Fussball sein.

Das 2:1 durch Aleandro Norelli eine Viertelstunde später war eine exakte Kopie des ersten Treffers und bedeutete die verdiente Führung für die Gäste.

Nur Augenblicke nach seinem Treffer bot sich Norelli gar die Chance zum 3:1 und damit zur Vorentscheidung, er scheiterte jedoch am herauslaufenden Aegeri-Keeper.

Somit blieb die Türe offen für ein letztes Aufbäumen des FC Aegeri. Dieses endete mit dem Ausgleich in letzter Sekunde. Von diesem bitteren Punktverlust lässt man sich beim Wintermeister jedoch ausnahmsweise nicht die Stimmung vermiesen.